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Studentenleben live

Exkursion: Zerbst in Sachsen-Anhalt

Im Norden grenzt der Mitteldeutsche Verkehrsverbund an Sachsen-Anhalt. Eine Zugfahrt von einer Stunde und einer Minute trennen das Städtchen Zerbst von der sächsischen Metropole Leipzig. Ich hieve mein Fahrrad aus dem Regionalexpress. Auf der Zugtoilette habe ich mich schnell – dem Anlass meines Besuches, einer freudigen Familienfeier, entsprechend – umgezogen. Zerbst empfängt seine Besucher mit einer großen Baustelle vor den Türen des Bahnhofsgebäudes. Ich schiebe mein Fahrrad durch den Schutt und an den rot-weißen Absperrungen, steige auf und radele los. Mein Hemd ist bis oben zugeknöpft und mit der Fliege noch zusätzlich versiegelt. Und dann sehe ich es wieder einmal: Sachsen-Anhalt.
Zerbst hat einen Dönerladen mit dem Namen Pepe, einen Markt und scheinbar eine eigenartige längliche Einkaufsgasse. Es ist Sonntagmittag. Beim Bäcker Schäfers ist reger Betrieb, ansonsten herrscht Menschenleere. Die Bürgersteige mit den niedrigen, bröckelnden Bordsteinen sind quasi hochgeklappt. Die Gehwegplatten: Ein halber mal 1,20 Meter DDR-Maß. Home sweet home.
Ich fahre weiter. Da kommen die Plattenbauten und ich frage mich: Wer hat hier einmal gelebt? Und wer wohnt hier jetzt? Und dann kommt der Acker. Links und rechts die Erde, die frisch gepflügt zu sein scheint – der Traktor kam mir ja auch gerade erst entgegen. Dazwischen liegt die schmale Landstraße mit den noch jungen Obstbäumen am Rand. Ich lächele breit und rufe in den Wind: „Saaaaaaaachsen-Anhaaaaalt, altes Haus! Schön, dich mal wieder zu sehen!“

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Oct 17, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Oct 17, 2016

Studentenleben live

Danzig

Nach einer Woche Radfahren ab Bernau bei Berlin kamen wir an unserem Ziel an: Danzig. Wir waren zu acht dort und hatten ein wunderschönes Apartment direkt am Fluss gemietet. Ich wollte diese historische Stadt schon immer mal besuchen. Die Stadthäuser erinnerten mich total an die Gebäude in den Niederlanden, mit diesen etwas stufenförmigen Aufsätzen auf den Giebeln. Im Gegensatz zu dem, was ich von den Niederlanden kenne, sind die Häuser in Danzig aber sehr bunt und verziert, auch bemalt und mit Statuen und Stuck versehen. Dies ist vermutlich dem ehemaligen Reichtum der früheren Hafen- und Handelsstadt geschuldet. Zudem steht in der Innenstadt die riesige Marienkirche.
Wir haben uns ein paar gemütliche Tage gemacht. Durch eine kostenlose Stadtführung und das Europäische Zentrum der Solidarnosc haben wir uns historisch gebildet. Zahlreiche Piroggen, die polnische Version von Maultaschen, haben uns kulinarisch versorgt. Und an den sonnigen Tagen, haben wir uns Motorboote geliehen oder sind mit den Fahrrädern an den Strand gefahren.
Gut getroffen hat es sich, dass ich vor Ort ein bestimmtes Buch fertig gelesen habe: „Der Mann, der Hunde liebte“ von Leonardo Padura erzählt die Geschichte von Ramon Mercader, der 1940 den russischen Revolutionär Leo Trotzki ermordete. Jedoch ist diese Geschichte nur ein Aufhänger, um die Gräueltaten, sowohl physischer als auch seelischer Natur, in der ehemaligen Sowjetunion zu thematisieren, vor allen Dingen das Missbrauchen von Hoffnungen, Träumen und Idealen von Millionen von Menschen.

Autor: Lukas  |  Rubrik: studium  |  Oct 14, 2016
Autor: Lukas
Rubrik: studium
Oct 14, 2016

Studentenleben live

Balkonien

Balkonien ist ein wunderbarer Ort. Zu meinem kleinen Zimmer in Aachen gehört ein Balkon, auf dem allerdings bis vor kurzem das Fahrrad meines Mitbewohners herumstand. Doch letztendlich habe ich dieses erfolgreich verbannt und bin nun neben einer Yukka-Palme und ein paar Kräuterleichen die einzige, die sich ab und zu auf die schattigen drei Quadratmeter Außenfläche unserer Wohnung begibt.
Jetzt, da ich die Herrscherin über Balkonien bin, habe ich angefangen, mir Gedanken über die Ausgestaltung meines Reiches zu machen. Dabei spielten Basilikum, Schnittlauch und andere Kräuter so lange eine entscheidende Rolle, wie ich brauchte, um festzustellen, dass besagtes Grünzeug verdammt empfindlich auf Wassermangel reagiert. Daher die Kräuterleichen, die ich eingangs erwähnte. Ein wenig Hoffnung habe ich aber noch. Der Basilikum hat es wahrscheinlich überlebt, wenn auch nur leidlich. Damit das Ganze nicht so kläglich aussieht, habe ich als Sichtschutz die noch gesunde Petersilie davor gestellt. Ich vermute, sie ist etwas robuster als ihre vertrockneten Kollegen. Der Palme geht es dafür nach wie vor hervorragend. Inzwischen ist sie von ihrem schattigen Platz im Flur auf den ähnlich schattigen Balkon umgezogen, sodass ich mich weiter frage, ob sie nicht vielleicht doch ein Vampir ist, der sich tagsüber in eine Topfpflanze verwandelt.
Im Gegensatz zu mir haben meine gegenüberliegenden Nachbarn ihr Balkonien völlig im Griff. So betrachtet bin ich wirklich glücklich, auf dieser Seite des Innenhofes zu leben; denn ich habe Aussicht auf eine von dezentem Edelstahlgeländer gerahmte, sonnengelb gestrichene Terrasse, die vor kräftigem Grün in Tontöpfen nur so strotzt. Es ist wirklich schade, dass unser Balkon auf der Nordseite liegt und diese Art grünes Paradies bei uns nicht möglich ist. Aber immerhin wird er bald Verstärkung von einem weiteren Palmenvampir bekommen. Sponsored by Mama natürlich.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Oct 13, 2016
Autor: Katha
Rubrik: studium
Oct 13, 2016