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Studentenleben live

Exkursion: Zerbst in Sachsen-Anhalt

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

17.10.2016

Im Norden grenzt der Mitteldeutsche Verkehrsverbund an Sachsen-Anhalt. Eine Zugfahrt von einer Stunde und einer Minute trennen das Städtchen Zerbst von der sächsischen Metropole Leipzig. Ich hieve mein Fahrrad aus dem Regionalexpress. Auf der Zugtoilette habe ich mich schnell – dem Anlass meines Besuches, einer freudigen Familienfeier, entsprechend – umgezogen. Zerbst empfängt seine Besucher mit einer großen Baustelle vor den Türen des Bahnhofsgebäudes. Ich schiebe mein Fahrrad durch den Schutt und an den rot-weißen Absperrungen, steige auf und radele los. Mein Hemd ist bis oben zugeknöpft und mit der Fliege noch zusätzlich versiegelt. Und dann sehe ich es wieder einmal: Sachsen-Anhalt.
Zerbst hat einen Dönerladen mit dem Namen Pepe, einen Markt und scheinbar eine eigenartige längliche Einkaufsgasse. Es ist Sonntagmittag. Beim Bäcker Schäfers ist reger Betrieb, ansonsten herrscht Menschenleere. Die Bürgersteige mit den niedrigen, bröckelnden Bordsteinen sind quasi hochgeklappt. Die Gehwegplatten: Ein halber mal 1,20 Meter DDR-Maß. Home sweet home.
Ich fahre weiter. Da kommen die Plattenbauten und ich frage mich: Wer hat hier einmal gelebt? Und wer wohnt hier jetzt? Und dann kommt der Acker. Links und rechts die Erde, die frisch gepflügt zu sein scheint – der Traktor kam mir ja auch gerade erst entgegen. Dazwischen liegt die schmale Landstraße mit den noch jungen Obstbäumen am Rand. Ich lächele breit und rufe in den Wind: „Saaaaaaaachsen-Anhaaaaalt, altes Haus! Schön, dich mal wieder zu sehen!“

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