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Studentenleben live

Personale Identität

Autor:
Lukas

Rubrik:
studium

24.10.2016

Nach dem Urlaub stand wieder Uni auf dem Tagesplan. Hausarbeit eins von zwei ist nun fast fertig, sie muss nur noch Korrekturgelesen und die Leitfrage vom Professor abgesegnet werden. Ich habe mich darin mit der Frage der personalen Identität in verschiedenen Lebensphasen beschäftigt. Zum Beispiel denk man dabei heutzutage vor allen Dingen an Persönlichkeitseigenschaften. Als ich noch auf Heavy Metal stand, war ich doch irgendwie ein anderer, oder? Die philosophischen Fragen sind eher: Inwieweit kann ich zum Beispiel davon sprechen, mit dem Fötus, den meine Mutter in sich trug, identisch zu sein? Oder mit dem Leichnam, zu dem mein Körper einmal werden wird? Kann es sein, dass mein Körper mehrere Personen im Laufe meines Lebens beherbergen wird? Wenn es möglich wäre, Gehirne zu transplantieren: Gehe ich mit meinem Gehirn in den neuen Körper oder bin ich dann gehirnlos?
Intuitiv würden wohl viele Leute auf die letzte Frage antworten, dass sie bei ihrem Gehirn bleiben würden. Aber können wir wirklich wir sein ohne unseren Körper? Ist es denkbar, dass wir unsere Psyche irgendwann auf eine Art Computer kopieren könnten? Ich persönlich denke das nicht, da ich glaube, dass das, was das Ich-Gefühl maßgeblich mitbestimmt, die Empfindung unseres Körpers aus der Erstpersonenperspektive ist.
Ich habe in der Arbeit zwei Ansätze diskutiert. Zum einen die Theorie, dass wir maßgeblich unsere Erinnerungen sind und zum anderen die Theorie, dass wir maßgeblich ein Teil unsere Gehirns sind, nämlich der, in dem Bewusstsein realisiert wird. Beide stoßen allerdings auf Probleme: Erstere Theorie hat die unplausible Folge, dass Alzheimerpatienten in einem späten Stadium andere Personen wären. Und letztere hat zur Folge, dass ein kleiner Teil meines Gehirns ohne Erinnerungen und Empfindungen das wäre, worauf sich der Ausdruck „ich“ bezieht. Aber auch eine Beschränkung auf den Körper ist problematisch, denn unser Körper wird einmal eine Leiche sein. Niemand wird aber behaupten, dass er mal eine Leiche sein wird, sondern eher davon ausgehen, dass er oder sie nicht mehr da ist, wenn die Leiche da ist. Es bleibt also wie immer spannend in der Philosophie.

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