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Studentenleben live

„Ich bin ein Autist“

„Ich bin ein Autist“ – mit diesen Worten hat sich ein junger Mann vor hundert Studierenden im Auditorium vorgestellt und über seine Krankheit berichtet. Autismus, was kommen da für Stereotypen hoch? Gar nicht mal so schlechte, denn: Autisten sollen ziemlich schlau sein. Nicht umsonst wird die Krankheit auch „Kleiner-Professor-Syndrom“ genannt. Und auch der junge Mann, der sich da vor uns hinstellte und zwei Stunden lang flüssig und mit einer sehr guten Wortwahl vortrug, ohne auf Notizzettel zu gucken, wirkte ziemlich intelligent. Und tatsächlich, so erzählte er, gelten rund ein Drittel aller Autisten als besonders intelligent.
Er erzählte uns aber auch, dass Autismus auch eine ernst zu nehmende Krankheit ist – wie er es nicht zu sagen scheute: eine Behinderung. Kennzeichnend für Autisten sei, dass sie Ordnung und Struktur lieben, aber mit Menschen nicht so gut auskommen. Sie hätten tendenziell wenig Empathie und könnten wichtige von unwichtigen Informationen nicht unterscheiden. Unser Vortragender benutzte folgende Metapher: „Stellt euch vor, ihr steht auf einer Autobahnbrücke und versucht, jedes Kennzeichen abzuschreiben.“ So sei es für ihn immer gewesen. Mit viel Übung und Willensstärke habe er es geschafft, zu lernen, sich den „normalen“ Menschen anzupassen und sich auf verschiedene Situationen vorzubereiten, um nicht diesen Gedankenstrom wie auf der Autobahnbrücke abwehren zu müssen. Doch auch er würde von „Autisten-Momenten“ übermannt, wie bei einem Ausflug nach Berlin, wo er sich für den fünftägigen Besuch fünf identische Outfits gekauft und diese in identischen Kisten in der gleichen Weise für jeden Tag vorbereitet hatte.
Ich fand es unglaublich beeindruckend, dass ein Mensch mit einer solchen Behinderung sich Situationen aussetzt, die ihm all das zumuten, was ihm so schwer fällt. Wahnsinnig inspirierend, was mit Mut und Willensstärke so alles zu schaffen ist.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Nov 11, 2016
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Nov 11, 2016

Studentenleben live

Ein sonniger Gruseltag

Nürnberg kann so schön sein! An Halloween zum Beispiel hatte sich mir die Stadt von ihrer besten Seite gezeigt. Noch total grau und ungemütlich war die Stimmung als ich zum Frühstücken eine befreundete Mädels-WG ansteuerte. Nach einem Schlemmermahl und dem Bestaunen von Urlaubsbildern ging es zum Dutzendteich, vorbei an der Meistersingerhalle, mit der ich mich während meines Praktikums so ausgiebig beschäftigt hatte. Goldener Herbstwald und mittlerweile blitzblauer Himmel waren die Kulisse für den Ausflug. Mit Fahrrad und Inlinern sind wir den Silberbuck hinauf gefahren, was nicht ganz einfach war, so steil wie das hoch ging. Der Silberbuck ist im Grunde eine riesige Mülldeponie, unter der sich Kriegsschutt türmt. Mittlerweile ist diese aber gut überwachsen und ein Berg geworden, von dem aus man eine tolle Aussicht über ganz Nürnberg hat.
Am Nachmittag besuchte ich noch eine weitere Freundin. Weil Halloween war, hatte ich so meine Bedenken, als ich mich im Dunkeln nochmal auf mein Fahrrad schwang. Aber bis auf ein paar erstaunlich einfallslos verkleidete Kinder ist mir niemand begegnet. Auch bei ihr sah ich mir Urlaubsfotos an und wir quatschten bis in die Nacht hinein.
Beseelt fuhr ich anschließend wieder nach Hause. Mittlerweile waren schon deutlich gruseligere Gesellen unterwegs. Beim Anblick der schwarz vermummten Gestalten mit Sichel in der Hand habe ich mich an meine Kindheit in Österreich erinnert, wo am Nikolaustag die Krampusse umgingen. Das ist ein Brauch, bei dem sich meist die Dorfjugend ganz scheußlich verkleidet und für Angst und Schrecken sorgt. Vor denen hatte ich als Kind wirklich Angst.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Nov 10, 2016
Autor: Mia
Rubrik: studium
Nov 10, 2016

Studentenleben live

Hilfe, ich habe ein Buch geschrieben!

Seit Monaten nun schon schreibe ich an meinem Prag-Reiseführer. Ein wirklich schönes Projekt neben dem Studium, das mir viel Freude bringt. Doch nun habe ich den Reiseführer tatsächlich fertiggeschrieben und weiß gar nicht so recht, was ich mit ihm anstellen soll.
Das Buch „Tschechinands Prag. Ein kleiner Reiseführer für die Hauptstadt des Nachbarlandes“ soll jungen Reisenden zwischen 18 und 30 Jahren die wahren Schönheiten Prags zeigen. Besucht man die Stadt, passiert es leicht, dass man sich im Labyrinth des Tourismus verliert. Mit diesem, etwa 50 Seiten starken Büchlein möchte ich Sehenswertes abseits der ausgetretenen Pfade zeigen. Der Reiseführer soll sowohl für Menschen interessant sein, die noch nie in Tschechien waren, als auch für Leute, die denken, Prag schon gut zu kennen, oder die – wie ich einst – nach Prag umziehen werden.
Es gibt insgesamt zehn Kapitel. Nach einem Vor- und einem Geleitwort werden zunächst die Klassiker beschrieben: Karlsbrücke, Hradschin, Wenzelsplatz. Orte, die touristisch sind, die man aber dennoch gesehen haben sollte, wenn man die Stadt besucht. Der Fokus liegt hier auf Fakten, die man so sonst nicht erfahren würde. Das Kapitel „Das wahre Prag“ zeigt eben genau dies. Sei es die Neuwelt-Gasse, in der man sich wie auf einer Zeitreise fühlt, der Hügel Vyšehrad im Süden, von dem man den besten Blick auf die Stadt hat oder das Plattenbauviertel Háje, die größte Siedlung der Tschechischen Republik. An diese Orte gelangt man sonst nicht so ohne weiteres. Weitere Kapitel widmen sich unter anderem der Kunst und Kultur (hier werden zum Beispiel viele verschiedenartige Festivals erwähnt) sowie dem Einkaufen in der Hauptstadt. Ein Fokus liegt auf den Kavárnas (Cafés) und Kneipen. Hier trifft der Besucher echte Prager. Abgeschlossen wird mit einigen Tipps – „Wie fahre ich Straßenbahn? Wie funktionieren tschechische Hausnummern? Wo gibt es Informationen zu aktuellen Veranstaltungen in Prag auf Deutsch?“ – , einem kleinen Sprachführer sowie einer Auflistung weiterer besuchenswerter Städte und Orte in Tschechien.
Mittlerweile habe ich nun schon einen Verlag gewonnen, der sich für das Projekt interessiert. Doch das Büchlein muss dafür umfangreicher werden. Es wird also spannend, wie es mit meinem Reiseführer weitergeht…

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Nov 9, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Nov 9, 2016