interaktiv

Studentenleben live

Agora

Autor:
Katha

Rubrik:
studium

17.11.2016

Vor kurzem nahm ich an der Agora teil, die Vollversammlung des europäischen Studentenvereins AEGEE. Dabei kommen jedes halbe Jahr zwischen 500 und 1.000 europäische Studenten zusammen, um über AEGEE und Europa zu diskutieren. In diesem Herbst richtete der moldawische Außenposten unseres Vereins dieses Riesen-Event aus.
Mit einem weiteren AEGEE-Mitglied aus Aachen flog ich nach Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens. Dort wurden wir mit etwa 20 weiteren Mitgliedern in Empfang genommen, hatten gefühlte 30 Sekunden Zeit, um zehn Euro in die entsprechende Menge moldawische Lei umzutauschen, und wurden von den einheimischen Organisatoren an bereitstehende Taxifahrer übergeben. Diese fuhren uns in einem Auto ohne Anschnallgurte mehr oder weniger geschickt um die Schlaglöcher herum und in rund 20 Minuten in die Stadt hinein und berechneten am Ende 110 Lei – das entspricht gerade mal etwa fünf Euro.
Im Laufe der nächsten Tage lernte ich zum ersten Mal ein nicht-EU-Land kennen. Das war mir zunächst nicht bewusst gewesen, weil man mit dem deutschen Personalausweis auch nach Moldawien einreisen kann – danach wurde es von ganz alleine deutlich.
Fragt man nach Sehenswürdigkeiten in der Stadt bekommt man aus zwei Gründen keine Antwort: Zum einen sprechen die Leute kein Englisch. Besser kommt man mit Russisch oder der Landessprache Rumänisch weiter oder zumindest mit einer Sprache, die dem Rumänischen sehr ähnlich ist wie zum Beispiel Italienisch, Spanisch oder Französisch. Zum anderen hat Chisinau kaum etwas zu bieten. Der einzigen sehenswerten Kirche läuft höchstens noch das zwar schlichte, aber immerhin relativ große Parlament den Rang ab. Abgesehen davon lassen sich vielleicht noch der eine oder andere Weinkeller sowie ein Besuch in Transnistrien, dem international nicht anerkannten Land im Osten Moldawiens, dessen kommunistische Vergangenheit überall zu erkennen ist, als interessant einstufen.

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