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Studentenleben live

Sich eine Platte machen

Im vergangenen Sommer stellten einige Freunde und ich unsere Kurzfilmtrilogie „BLOCKS“ fertig. Wir waren Klassenkameraden aus Halle und nach dem Abitur an drei verschiedenen Orte verstreut: Tschechien, Georgien und Berlin. Wir hatten schon einmal gemeinsam ein Medienprojekt abgeschlossen und wollten nun ein weiteres auf die Beine stellen. Auf der Suche nach einem Thema kam uns schnell der Plattenbau in den Sinn. Wer wohnt heute darin? Und warum? Was denken die Bewohner über ihre Wohnsituation? Wollen sie sie ändern? Plattenbauten sind zum Beispiel in Tschechien etwas völlig Normales und nicht wie so oft in Deutschland als Behausungen der Unterschicht verschrien. Im Gegenteil: Der Plattenbau ist nach wie vor in Mode und auch junge Leute kaufen sich nicht selten eine eigene Wohnung „in der Platte“. Wir recherchierten, entwickelten einen Fragenkatalog, interviewten, filmten, schnitten, übersetzten und schrieben Untertitel.
Entstanden ist ein dreiteiliger Kurzfilm und nachdem die Reihe nun in Pilsen/Tschechien, Rustawi/Georgien, Winnyzja/Ukraine und beim Stadtlichter-Filmfestival in Berlin-Lichtenberg gezeigt wurde, verschlug es das Material nun jüngst zum Ethnographischen Filmfestival in Marburg. Auf dem Programm standen Filme aus allerlei Ländern. Ein Film beschäftigte sich auf sehr authentische und intime Weise mit der Punkkultur in Myanmar, ein anderer mit Erinnerungsgegenständen in Afrika.
Dann flimmerten unsere Aufnahmen der Plattenbauten und der Wohnungen der Protagonisten über die Leinwand. „Da hätte man den Schnitt aber noch schneller machen können“, „Hier ist die Musik ein paar Sekunden zu lang“ und „Das Wort ist nicht treffend übersetzt“, denke ich mir ab und an. Aber so ist das wohl bei jedem abgeschlossenen Projekt, das man sich hinterher noch einmal anschaut. Die Fragen des Publikums jedenfalls freuten wir uns. Und freilich auch das Lachen desselbigen, an Stellen, an denen man es nicht erwartet hätte.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 29, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 29, 2016

Studentenleben live

Weihnachtszeit

Der verführerische Duft von gebrannten Mandeln, heißen Bratwürsten und frischem Glühwein – ein untrügliches Zeichen für den Start des Weihnachtsmarktes! Es ist nun bereits der zweite Weihnachtsmarkt, den ich in Heidelberg miterlebe. Trotz meines Umzugs vom Zentrum der Altstadt an deren Ende bekomme ich immer noch so viel mit vom bunten Treiben; vor allem deshalb, da ich täglich auf dem Weg zur Universität über den kompletten Weihnachtsmarkt laufen muss. Das bedeutet insbesondere abends, dass ich nur langsam vorankomme. Ich bin selber von mir erstaunt, wie wenig mich das stört. Vielleicht werde ich tatsächlich älter und entspannter.
Der Weihnachtsmarkt ist auch immer der Startschuss für die Adventszeit und insbesondere für den Weihnachtsstress. Noch vor einigen Jahren habe ich Menschen, die bereits Wochen vor Heiligabend alle Geschenke zusammen hatten, für die Definition von erwachsen gehalten. Schließlich muss man doch sein Leben in einem sehr hohen Maß im Griff haben, um sich bereits Wochen zuvor darum zu kümmern. Wenn ich streng nach meiner jugendlichen Theorie gehen würde, dann wäre ich jetzt auch erwachsen. Neben den Uni-Vorbereitungen habe ich es nämlich geschafft, alle Weihnachtsgeschenke für meine Lieben frühzeitig zu besorgen. Das mag jetzt vielleicht etwas weit hergeholt sein, aber das abgebrochene Jurastudium hat mich tatsächlich zum Positiven verändert. Es fühlt sich einfach deutlich besser an, Dinge nicht auf den allerletzten Drücker zu erledigen – egal, ob Studium oder Privatleben. Ich weiß einfach selber zu gut, dass ich auf diese Art und Weise sehr viel Stress und schlaflose Nächte umgehen kann, was dann meinen allgemeinen Gemütszustand erheblich bessert. Fühlt es sich so an, anzukommen? Fange ich bald auch noch an, gerahmte Bilder aufzuhängen? Soweit lasse ich es wohl erst mal nicht kommen, aber angekommen zu sein, das hört sich gut an. Deshalb gehe ich jetzt erst mal auf den Weihnachtsmarkt mit Freunden und tauche ein in den Trubel!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2016
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 20, 2016

Studentenleben live

Bachelor Plus

Schon vor Beginn meines Studiums in Leipzig hörte ich das erste Mal von den Möglichkeiten des Bachelor-Plus-Programmes im Fach Westslawistik. In Deutschland gibt es nur 36 Bachelor-Plus-Studiengänge. Diese organisiert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und unterstützt Studierende mit Stipendien. Das Plus bedeutet: Eine Regelstudienzeit von vier Jahren und ein integrierter Auslandsaufenthalt im fünften und sechsten Semester – eine echt feine Sache also. Für mich schienen das fünfte und sechste Semester erstmal so weit weg. Doch nun rücken sie näher und es wird ernst.
Vergangene Woche fand eine Informationsveranstaltung der Organisatoren statt. Dort berichteten beispielsweise einige frisch Zurückgekehrte von ihren Erlebnissen. Studiert man Westslawistik mit Schwerpunkt Bohemistik, so wie ich, geht man im fünften Semester nach Breslau und im sechsten Semester nach Prag. Im laufenden Semester werden mich nun schon Workshops von Dozierenden beider Universitäten, die die Ansprechpartner vor Ort sind, in Leipzig erwarten. Während des Auslandsjahres belegt man Sprachkurse und kann ansonsten relativ frei wählen, welche Seminare und Vorlesungen man besucht. In Prag werde ich ein Praktikum absolvieren und kann so spannende Institutionen wie die Prager Zeitung, Radio Prag oder das Prager Literaturinstitut von innen kennenlernen. Wie werden sich wohl meine Polnisch-Kenntnisse entwickeln, wo werde ich wohnen, welchen Menschen werde ich begegnen? Ich bin schon außerordentlich gespannt.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 16, 2016