interaktiv

Studentenleben live

Sich eine Platte machen

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

29.12.2016

Im vergangenen Sommer stellten einige Freunde und ich unsere Kurzfilmtrilogie „BLOCKS“ fertig. Wir waren Klassenkameraden aus Halle und nach dem Abitur an drei verschiedenen Orte verstreut: Tschechien, Georgien und Berlin. Wir hatten schon einmal gemeinsam ein Medienprojekt abgeschlossen und wollten nun ein weiteres auf die Beine stellen. Auf der Suche nach einem Thema kam uns schnell der Plattenbau in den Sinn. Wer wohnt heute darin? Und warum? Was denken die Bewohner über ihre Wohnsituation? Wollen sie sie ändern? Plattenbauten sind zum Beispiel in Tschechien etwas völlig Normales und nicht wie so oft in Deutschland als Behausungen der Unterschicht verschrien. Im Gegenteil: Der Plattenbau ist nach wie vor in Mode und auch junge Leute kaufen sich nicht selten eine eigene Wohnung „in der Platte“. Wir recherchierten, entwickelten einen Fragenkatalog, interviewten, filmten, schnitten, übersetzten und schrieben Untertitel.
Entstanden ist ein dreiteiliger Kurzfilm und nachdem die Reihe nun in Pilsen/Tschechien, Rustawi/Georgien, Winnyzja/Ukraine und beim Stadtlichter-Filmfestival in Berlin-Lichtenberg gezeigt wurde, verschlug es das Material nun jüngst zum Ethnographischen Filmfestival in Marburg. Auf dem Programm standen Filme aus allerlei Ländern. Ein Film beschäftigte sich auf sehr authentische und intime Weise mit der Punkkultur in Myanmar, ein anderer mit Erinnerungsgegenständen in Afrika.
Dann flimmerten unsere Aufnahmen der Plattenbauten und der Wohnungen der Protagonisten über die Leinwand. „Da hätte man den Schnitt aber noch schneller machen können“, „Hier ist die Musik ein paar Sekunden zu lang“ und „Das Wort ist nicht treffend übersetzt“, denke ich mir ab und an. Aber so ist das wohl bei jedem abgeschlossenen Projekt, das man sich hinterher noch einmal anschaut. Die Fragen des Publikums jedenfalls freuten wir uns. Und freilich auch das Lachen desselbigen, an Stellen, an denen man es nicht erwartet hätte.

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