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Studentenleben live

Aufruf an den heutigen Reisenden

Bei meinem letzten Besuch in Prag übernachtete ich nicht wie sonst bei Freunden, sondern im Hostel. Denn in meinen Reiseführer, den ich derzeit verfasse, gehören eben auch Tipps zu Unterkünften.
Freilich, so ein Hostel bietet einiges: Man kommt schnell und relativ unkompliziert an einen Schlafplatz, man übernachtet meist zentral, hat keine weiten Wege zu den Sehenswürdigkeiten und es ist günstiger als eine Übernachtung im Hotel. Bei meinem Aufenthalt in zwei Prager Hostels wurde mir aber wieder einmal klar, warum ich dieser Art von Unterbringung so oft aus dem Weg gehe: Hostels sind Nicht-Orte. Ein Hostel in Prag könnte genauso gut in Mailand, Brüssel oder Berlin stehen. Wenn man im Hostel übernachtet, hat man sehr wenig Kontakt zu Einheimischen und zu dem Land, das man bereist. Man schwimmt in einer internationalen Blase und teilt sich ein Zimmer mit Menschen aus allen Kontinenten. Das Personal spricht keinen Brocken Tschechisch, stattdessen perfektes Englisch. Aus den Lautsprechern schallt kein tschechisches Radio, sondern international gefeierte Gute-Laune-Musik, beim Frühstück gibt es weder Rohliky-Hörnchen noch das typisch tschechische Kümmelbrot, nirgends finden sich tschechische Aufschriften.
Klar, das Hostel hat seine Berechtigung. Es ist ideal für denjenigen, der spontan eine Übernachtung braucht, sich anonym in einer Stadt aufhalten möchte, aber dennoch Momente des Bier-für-25-Kronen-Trinkens mit Menschen aus aller Welt erleben möchte. Das Hostel ist entstanden aus einer neuen Reisebewegung. Ich bin jedoch der Meinung, dass diese Art des Reisens grob zu hinterfragen ist: Warum muss man in einem interessanten Land Menschen von überall kennenlernen wollen? Ein Land, eine Küche, eine Kultur – reicht das nicht?
Mein Aufruf an den Reisenden des 21. Jahrhunderts lautet daher: Fahr‘ mal runter! Lass‘ dich auf deine Umgebung ein und suche den Kontakt zu Einheimischen; oder gehe ihnen zumindest nicht aus dem Weg. Statt für ein Frühstück im Hostel draufzuzahlen, besuchst du ein Café und statt des Segways bewegst du dich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt. Erlebnisse und Begegnungen werden dich für deine neue Art zu reisen belohnen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 9, 2017

Studentenleben live

Unter grünen Segeln

In der neunten Klasse unternahmen wir eine dreitägige Segelfahrt. Seitdem wollte ich auch mal für einen längeren Zeitraum segeln. Dazu kam es jedoch nie – bis ich die Website der Bark Alexander von Humboldt II. fand. Liebevoll einfach nur die „Alex“ genannt, handelt es sich hierbei unter anderem um das Werbeschiff der Brauerei Becks & Co. Hinter der Alex II. steht aber kein Unternehmen, sondern eine gemeinnützige Stiftung
Man kann als Laie ohne jegliche Segelerfahrung mitsegeln, da es sich um ein Segelschulschiff handelt, das nicht ausschließlich für die Marine gedacht ist. Ist man zudem unter 25 Jahre alt, muss man nicht den vollen Preis bezahlen.
Nachdem ich mir die zur Verfügung stehenden Segeltörns angesehen hatte, war klar, wo die Reise hingehen soll: Mit dem Schiff von Cartagena in Spanien durch die Straße von Gibraltar über Casablanca nach Agadir in Marokko. Da ich genügend Zeit als Puffer haben wollte, plante ich ein paar Tage in einem Hostel in Valencia ein und organisierte mir eine Unterkunft in Agadir.
Ich weiß nicht, wann ich mir mutiger vorkam: Als ich die Reise auf der Alex II. buchte oder als für mich feststand, dass ich als Frau alleine einige Tage in Marokko verbringen würde.
Schließlich gingen die Vorbereitungen los – was da noch alles her musste! Wann habe ich zum Beispiel zum letzten Mal Gummistiefel gebraucht? Die ganzen Reiseutensilien, inklusive Kleider, musste ich in einer handlichen Sporttasche verstauen. Ich sage nur: neun T-Shirts für 16 Tage ... Und selbstverständlich durften auch die Wintersachen für kalte Nächte auf See nicht fehlen. Aber dann hieß es: Abenteuer ich komme!

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Jan 4, 2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
Jan 4, 2017

Studentenleben live

Sich eine Platte machen

Im vergangenen Sommer stellten einige Freunde und ich unsere Kurzfilmtrilogie „BLOCKS“ fertig. Wir waren Klassenkameraden aus Halle und nach dem Abitur an drei verschiedenen Orte verstreut: Tschechien, Georgien und Berlin. Wir hatten schon einmal gemeinsam ein Medienprojekt abgeschlossen und wollten nun ein weiteres auf die Beine stellen. Auf der Suche nach einem Thema kam uns schnell der Plattenbau in den Sinn. Wer wohnt heute darin? Und warum? Was denken die Bewohner über ihre Wohnsituation? Wollen sie sie ändern? Plattenbauten sind zum Beispiel in Tschechien etwas völlig Normales und nicht wie so oft in Deutschland als Behausungen der Unterschicht verschrien. Im Gegenteil: Der Plattenbau ist nach wie vor in Mode und auch junge Leute kaufen sich nicht selten eine eigene Wohnung „in der Platte“. Wir recherchierten, entwickelten einen Fragenkatalog, interviewten, filmten, schnitten, übersetzten und schrieben Untertitel.
Entstanden ist ein dreiteiliger Kurzfilm und nachdem die Reihe nun in Pilsen/Tschechien, Rustawi/Georgien, Winnyzja/Ukraine und beim Stadtlichter-Filmfestival in Berlin-Lichtenberg gezeigt wurde, verschlug es das Material nun jüngst zum Ethnographischen Filmfestival in Marburg. Auf dem Programm standen Filme aus allerlei Ländern. Ein Film beschäftigte sich auf sehr authentische und intime Weise mit der Punkkultur in Myanmar, ein anderer mit Erinnerungsgegenständen in Afrika.
Dann flimmerten unsere Aufnahmen der Plattenbauten und der Wohnungen der Protagonisten über die Leinwand. „Da hätte man den Schnitt aber noch schneller machen können“, „Hier ist die Musik ein paar Sekunden zu lang“ und „Das Wort ist nicht treffend übersetzt“, denke ich mir ab und an. Aber so ist das wohl bei jedem abgeschlossenen Projekt, das man sich hinterher noch einmal anschaut. Die Fragen des Publikums jedenfalls freuten wir uns. Und freilich auch das Lachen desselbigen, an Stellen, an denen man es nicht erwartet hätte.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 29, 2016
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 29, 2016