interaktiv

Studentenleben live

Segeln auf der Alex II.

Autor:
Nele

Rubrik:
studium

18.01.2017

Die erste Nacht auf dem Segelschiff Alex II. ist ungewohnt, aber jedermann vibriert förmlich vor Begeisterung und kann gar nicht erwarten, auszulaufen. Die Kammern der Stammcrew haben zwei bis drei Betten, die der Trainees, zu denen ich gehöre, vier. Die Stammcrew besteht aus pensionierten Seeleuten oder aber erfahrenen Freizeitseglern. Die Trainees hingegen haben entweder noch gar keine oder wenig Segelerfahrung. Besonders viel Platz ist in meiner Viererkammer nicht, weshalb wir angehalten wurden nicht so viel Gepäck mitzunehmen. Alle Altersgruppen sind auf der Alex II. vertreten, von 15 bis 75 Jahren.

Ich habe die 0-4-Wache, das heißt, meine Schicht, in der ich aktiv beim Segeln mitwirke, geht von Mitternacht bis 4 Uhr und von 12 bis 16 Uhr. Diese Wache ist zwar am undankbarsten für den Schlafrhythmus. Aber am Tag hoch ins Rigg zu klettern, um Segel auszupacken, ist eine ebenso tolle Erfahrung, wie morgens um 2 Uhr am Ruder eines 65 Meter langen Dreimasters zu stehen oder als Ausguck nach anderen Schiffen Ausschau zu halten und dabei auch noch im Schein des Vollmondes zu agieren – das erinnert mich sehr an Fluch der Karibik. Für die Aufgaben ist sehr viel Kraft und Geschick erfordert. Allgemein ist das Schiff kräftemäßig nicht für Frauen konzipiert. Ich kann zwar alle Türen öffnen, allerdings fällt es mir oft durchaus schwer. Dementsprechend sind wenige Frauen an Bord. Höhenangst sollte man auch nicht haben.
Von Cartagena fahren wir nach Ceuta, eine spanische Exklave in Marokko, wo wir mitten in der Nacht Diesel tanken. Danach geht es durch die Straße von Gibraltar nach Casablanca, wo uns ein Tag zum Erkunden der Stadt bleibt. Die Reise endet schließlich in Agadir, wo alle drei Wachen schließlich den Tag jeweils unter sich in Agadir ausklingen lassen.
Es ist faszinierend, wie gut man Menschen kennenlernt, wenn man so viel Zeit auf engstem Raum miteinander verbringt. Außerdem könnte man denken, dass es zu diversen Konflikten kam, dies war jedoch überhaupt nicht der Fall. Meine elf Tage auf der Alex II. gingen viel zu schnell vorbei und ich spiele beim Von-Bord-Gehen schon mit dem Gedanken, wiederzukommen.

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