Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studentenleben live

Und bitte!

Es ist viel zu früh an einem viel zu kalten Wintermorgen und ich bin auf dem Weg zu einem Filmdreh. Schon das zweite Mal bin ich über meine Komparsenagentur beim Dreh einer großen Feierabend-Krimi-Serie dabei.
Am ersten Drehort gehe ich direkt zum Cateringbus und versorge mich mit Frühstück und Kaffee. Da ist es wieder: dieses Filmgefühl. Viel zu viele Leute in schwarzen Jacken und Walkie-Talkies am Hosenbund laufen geschäftig umher und man selber schwimmt nutzlos irgendwo zwischen ihnen. Vor zwei Tagen war ich bereits bei der Kostümanprobe gewesen, nun bittet man mich in den Wohnwagen und erneut in die Bundeswehruniform – ein eigenartiges Gefühl. Gut zu wissen, dass es nur ein Spiel ist. Ich soll einen Wachmann in einer Leipziger Kaserne mimen. Die Ankleiderin hatte extra neue Schulterstücke besorgt, die meinem jungen Alter entsprechen. Nun schlüpfe ich in mehrere Kleidungsschichten, ziehe die Schnürsenkel fest, die Kappe sitzt. „ Bischof“ steht auf meinem Tarnfleckhemd. Ich smalltalke mit einem Schauspieler, der sich auch gerade in Schale schmeißt. Plötzlich klopft es und einer der Schwarzbejackten kommt herein: „Ich habe eine ganze tolle Nachricht für dich! Du bist jetzt zivil, sollst einen Passanten spielen. Der Wachmann wurde gestrichen. Die nehmen nun doch einen echten Soldaten aus der Kaserne. Die denken doch auch, wir haben hier nichts zu tun …“ „Das ist Film“, denke ich.
Am nächsten Drehort treffe ich auf drei andere Komparsen und dann endlich kommt der große Auftritt. Nach sechs Stunden warten, rumsitzen, frieren, heißt es: „Kamera ab, Ton ab, und bitte!“ Ich laufe irgendwo in den Unschärfen des Hintergrunds durchs Bild. Man dankt uns. Ich gehe nach Hause. Und bitte!

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Feb 1, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Feb 1, 2017

Studentenleben live

Klausurenphase

In der Universitätsbibliothek ist Endzeitstimmung angebrochen. Spätestens eine Stunde nach Öffnung der Tore sind alle Schließfächer belegt und der Kampf um die besten Plätze ist in vollem Gang. Besonders beliebt sind die wenigen gepolsterten Stühle und die Tische mit Panoramablick. Es ist Klausurenphase und die Verzweiflung treibt die Studierenden in die stickigen Räume und an die Schreibtische. Es ist meine erste Klausurenphase in meinem neuen Studiengang und es ist ziemlich stressig. Bei mir stehen drei große Prüfungen und eine kleine an, außerdem muss ich zwei Referate und eine Hausarbeit abgeben. Neben dem Unistress bereite ich mich auf die Harvard World Model United Nations in wenigen Wochen in Montreal vor, besorge kleine Geschenke für Freunde, die ihr Auslandssemester antreten, und feile noch ein wenig an meinen Bewerbungen. In anderen Worten: Meine Freizeit und insgesamt mein Leben werden erst wieder Mitte Februar stattfinden.
Es ist viel zu tun, aber am Ende des Tages merke ich, wie unglaublich glücklich ich mich schätzen darf. Ich habe das Gefühl, dass 2017 ein sehr gutes Jahr wird und seit Jahresbeginn hat sich eine tiefe Grundzufriedenheit bei mir eingestellt. Natürlich gibt es immer kleine Krisen und Verzweiflungsattacken (Psychologie als Nebenfach ist so viel Arbeit!) und manchmal fühlt man sich sehr klein vor all den Dingen, die geschafft werden müssen. Aber dieses Gefühl kennt wohl jeder Studierende und wie langweilig wäre den bitte ein komplett müheloses Leben? Ich genieße es, mit meinen Freunden kleine Bib-Pausen zu machen, in unserem Lieblingscafé alle Cupcakes durchzuprobieren und abends den Mitbewohnern vorzujammern, wie viel noch zu tun sei. Momentan ist es in Heidelberg ziemlich verschneit und winterlich. Vielleicht liegt es ja an dieser winterzauberhaften Atmosphäre, dass bei mir große Zuversicht herrscht. Ich wünsche allen anderen eine erfolgreiche Klausurenphase – bald haben wir es hinter uns!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 30, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 30, 2017

Studentenleben live

Die kleine Mock

Nun war es im Keller des Neuen Augusteums der Uni Leipzig wieder so weit: Die kleine Mock-Konferenz stand an, also eine simulierte Konferenz (englisch: mock, deutsch: nachgemacht, simuliert). Mehrmals im Semester veranstalten die Studierenden des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen eine Konferenz mit Gastrednern und jeweils zwei Vorträgen in verschiedenen Sprachen. In der Dolmetschanlage zu Füßen des Audimax üben sie, wie es ist, unter echten Bedingungen zu dolmetschen.
Jüngst gab es nun zwei Vorträge in deutscher und russischer Sprache. Ersterer trug den Namen „Gallium – Vom Rohstoff zur LED“, der zweite beschäftigte sich mit der industriellen Brotproduktion in Tscheljabinsk. Die speziellen Themen schienen für die Studierenden schon eine harte Nuss gewesen zu sein und erforderten viel Vorbereitung. Wie spricht man denn bitte chemische Formeln, an denen ich schon im Deutschen scheitern würde, auf Französisch aus? Und wie heißen all diese Brotenzyme auf Italienisch?
Die Vorträge wurden simultan ins Arabische, Deutsche, Russische, Englische, Französische, Spanische und Italienische gedolmetscht. Für mich war es überaus spannend, mit dem Empfängergerät zwischen den einzelnen Kabinen hin und her zu wechseln. Drei dieser Sprachen hatte ich immerhin während meiner Schullaufbahn mehr oder weniger intensiv gelernt. Im Französischen schnappte ich einige Verben und Strukturen auf, im Russischen hingegen etwas komplexere Wörter – dank meiner Tschechisch-Kenntnisse. Ich verstand dennoch nicht sonderlich viel, nur auf dem deutschen oder englischen Kanal. Spannend war es auch, die Kopfhörer abzunehmen und einmal der Geräuschkulisse zu lauschen. Da war dieser eine Sprecher hinter dem Mikro und dann ganz leise das Sprechen all der Menschen in ihren Kabinen. Ein seltsames Hörerlebnis.
Nun bin ich gespannt auf die nächste Mock. Vielleicht geht es ja dann um die Zusammensetzung von Verpackungen für Druckerschwärze in Südspanien oder um die Zutaten in Weißwürsten.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 25, 2017