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Studentenleben live

Klausurenphase

In der Universitätsbibliothek ist Endzeitstimmung angebrochen. Spätestens eine Stunde nach Öffnung der Tore sind alle Schließfächer belegt und der Kampf um die besten Plätze ist in vollem Gang. Besonders beliebt sind die wenigen gepolsterten Stühle und die Tische mit Panoramablick. Es ist Klausurenphase und die Verzweiflung treibt die Studierenden in die stickigen Räume und an die Schreibtische. Es ist meine erste Klausurenphase in meinem neuen Studiengang und es ist ziemlich stressig. Bei mir stehen drei große Prüfungen und eine kleine an, außerdem muss ich zwei Referate und eine Hausarbeit abgeben. Neben dem Unistress bereite ich mich auf die Harvard World Model United Nations in wenigen Wochen in Montreal vor, besorge kleine Geschenke für Freunde, die ihr Auslandssemester antreten, und feile noch ein wenig an meinen Bewerbungen. In anderen Worten: Meine Freizeit und insgesamt mein Leben werden erst wieder Mitte Februar stattfinden.
Es ist viel zu tun, aber am Ende des Tages merke ich, wie unglaublich glücklich ich mich schätzen darf. Ich habe das Gefühl, dass 2017 ein sehr gutes Jahr wird und seit Jahresbeginn hat sich eine tiefe Grundzufriedenheit bei mir eingestellt. Natürlich gibt es immer kleine Krisen und Verzweiflungsattacken (Psychologie als Nebenfach ist so viel Arbeit!) und manchmal fühlt man sich sehr klein vor all den Dingen, die geschafft werden müssen. Aber dieses Gefühl kennt wohl jeder Studierende und wie langweilig wäre den bitte ein komplett müheloses Leben? Ich genieße es, mit meinen Freunden kleine Bib-Pausen zu machen, in unserem Lieblingscafé alle Cupcakes durchzuprobieren und abends den Mitbewohnern vorzujammern, wie viel noch zu tun sei. Momentan ist es in Heidelberg ziemlich verschneit und winterlich. Vielleicht liegt es ja an dieser winterzauberhaften Atmosphäre, dass bei mir große Zuversicht herrscht. Ich wünsche allen anderen eine erfolgreiche Klausurenphase – bald haben wir es hinter uns!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 30, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 30, 2017

Studentenleben live

Die kleine Mock

Nun war es im Keller des Neuen Augusteums der Uni Leipzig wieder so weit: Die kleine Mock-Konferenz stand an, also eine simulierte Konferenz (englisch: mock, deutsch: nachgemacht, simuliert). Mehrmals im Semester veranstalten die Studierenden des Masterstudiengangs Konferenzdolmetschen eine Konferenz mit Gastrednern und jeweils zwei Vorträgen in verschiedenen Sprachen. In der Dolmetschanlage zu Füßen des Audimax üben sie, wie es ist, unter echten Bedingungen zu dolmetschen.
Jüngst gab es nun zwei Vorträge in deutscher und russischer Sprache. Ersterer trug den Namen „Gallium – Vom Rohstoff zur LED“, der zweite beschäftigte sich mit der industriellen Brotproduktion in Tscheljabinsk. Die speziellen Themen schienen für die Studierenden schon eine harte Nuss gewesen zu sein und erforderten viel Vorbereitung. Wie spricht man denn bitte chemische Formeln, an denen ich schon im Deutschen scheitern würde, auf Französisch aus? Und wie heißen all diese Brotenzyme auf Italienisch?
Die Vorträge wurden simultan ins Arabische, Deutsche, Russische, Englische, Französische, Spanische und Italienische gedolmetscht. Für mich war es überaus spannend, mit dem Empfängergerät zwischen den einzelnen Kabinen hin und her zu wechseln. Drei dieser Sprachen hatte ich immerhin während meiner Schullaufbahn mehr oder weniger intensiv gelernt. Im Französischen schnappte ich einige Verben und Strukturen auf, im Russischen hingegen etwas komplexere Wörter – dank meiner Tschechisch-Kenntnisse. Ich verstand dennoch nicht sonderlich viel, nur auf dem deutschen oder englischen Kanal. Spannend war es auch, die Kopfhörer abzunehmen und einmal der Geräuschkulisse zu lauschen. Da war dieser eine Sprecher hinter dem Mikro und dann ganz leise das Sprechen all der Menschen in ihren Kabinen. Ein seltsames Hörerlebnis.
Nun bin ich gespannt auf die nächste Mock. Vielleicht geht es ja dann um die Zusammensetzung von Verpackungen für Druckerschwärze in Südspanien oder um die Zutaten in Weißwürsten.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jan 25, 2017

Studentenleben live

Allein als Frau in Marokko

Meine drei Tage alleine in der marokkanischen Hafenstadt Agadir brechen an. Der Abschied von der Crew des Segelschiffs Alexander von Humboldt II. fällt mir schwer, am liebsten würde ich auf dem Schiff bleiben. Mein Hotel in Agadir liegt in einer ruhigen Seitenstraße. Bei 40 Grad im Schatten versuche ich mich, mit Dreiviertelhosen und einem normalen, die Schultern bedeckenden T-Shirt anzupassen. Trotzdem läuft der Schweiß in Strömen, ich gebe meine Erkundung Agadirs bald auf und warte bis in die frühen Abendstunden. Es sind viele Menschen unterwegs, jedoch sehe ich keine einzige Frau alleine – dahingehend steche ich aus der Menge heraus. Ich fühle mich allerdings nie unsicher oder gar bedroht. Selbstverständlich wird man oft angesprochen. Marokkaner sind jedoch allgemein eher zurückhaltend und sobald man einfach weitergeht, verstehen sie, dass kein Interesse besteht und lassen einen in Ruhe.
Witzigerweise scheinen fast alle Männer erst einmal irritiert zu sein, wenn sie mich sehen – zumindest auf der Straße. Auch von den Frauen ernte ich so manch neugierigen Blick. Die Kellner sind allerdings alle sehr höflich, führen sich fast wie große Brüder auf. Trotzdem bin ich ab 22 Uhr wieder im Hotel, ein wenig Unsicherheit bleibt dann doch. Am deutlichsten tritt diese zu Tage, als ich mir ein Taxi zum Flughafen nehme. Zwar ist das Taxi vom Hotel bestellt, aber ich bleibe doch nervös, bis das Flughafengebäude in Sicht ist.
Am Flughafen Agadirs merke ich sehr schnell, dass sich meine Einstellung gegenüber einigen Dingen geändert hat. In Marokko lernt man, zu warten – vor allem bei Behördengängen. Geduld ist ja leider eine Tugend, die vielen Deutschen fehlt. Genauso wie Gelassenheit. In der Schlange beim Check-In nörgeln die deutschen Touristen ohne Ende. Und ich stehe zwischen den Heimkehrern, summe ein Lied vor mich hin, während ich warte und muss einfach grinsen. Das Leben ist schön, man macht es sich nur selbst häufig schwer.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
Jan 25, 2017