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Bachelor live

Bach und Bier

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

09.03.2017

Die erste Uni-Woche des neuen Jahres verbrachte ich in Budweis/Tschechien. Über die Institutsseite der Slawistik hatte ich von einer Exkursion erfahren, die vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond unterstützt wird: „Bach und Bier“, das klang einladend.
Die Mitreisenden studierten allesamt Slawistik im Master und belegten gemeinsam das gleiche Seminar, ich reiste als einziger Externer mit. Auf der Zugfahrt lernte man sich aber langsam kennen. Es war eine aufregende Woche. Auf uns warteten ein top sanierter Universitätscampus, spannende Begegnungen und Nachttemperaturen jenseits der Minus 20 Grad – die Moldau war bereits zugefroren.
Am Abend trafen wir in Budweis auf die tschechischen Studierenden, die ebenso am Workshop teilnahmen. Darin beschäftigten wir uns mit bayerischer und böhmischer Braukultur sowie sächsischer und böhmischer Kultur am Hofe. Ich erstellte gemeinsam mit einer Tschechin eine kurze Präsentation zu den Gegenbauern im Vogtland. Der Großteil von ihnen entstammte nämlich böhmischen Gefilden und kam nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Sachsen.
Das böhmische Bier lernten wir auch über das Seminar heraus kennen: Wir verkosteten die verschiedenen Budweiser-Sorten und beim Besuch der Brauerei erfuhren wir Spannendes über die Bierproduktion. Die Budweiser-Brauerei ist die einzige der großen Brauereien Tschechiens, die nur an einem Ort in Tschechien produziert und keine Braulizenzen in andere Länder verkauft. Bis heute gibt es eine Namensstreitigkeit mit der amerikanischen Budweiser-Brauerei. Sie entstand, als einige Exilanten in den Vereinigten Staaten begannen, Bier zu brauen und es schließlich nach ihrer Heimat zu benennen. Geschmacklich jedoch steht der Sieger fest: Das Bier aus Südböhmen!
Am letzten Tag der Reise besuchten wir Krummau in Tschechien. Es war sehr angenehm, das mittelalterliche Städtchen weiß vom Schnee zu erleben und ohne die Touristenschwärme, die sich hier im Sommer durch die Gassen schieben. Mehr noch als der Besuch des Barocktheaters interessierte mich das Egon-Schiele-Art-Centrum, in dem man zwar nur wenige Werke des Künstlers zu sehen bekommt, aber viel über sein Leben erfährt. Ich bin definitiv sehr froh, mitgefahren zu sein und denke schon an die nächste Reise ins Nachbarland.

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