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Bachelor live

Tschüss Klausuren, hallo Praktikum!

Nach einigen schlaflosen Nächten vor und zwischen den Klausuren und vielen verzweifelten Kaffeepausen kann ich stolz verkünden: Die erste richtige Klausurenphase meines Lebens ist überstanden. So langsam trudeln auch die ersten Ergebnisse ein und bisher bin ich sehr zufrieden mit diesen. Besonders freue ich mich über das gute Ergebnis in Psychologie. Auf dem Weg zu dieser Klausur habe ich mich noch gefühlt wie ein Lamm auf dem Weg zur Schlachtbank und ich war mir sicher, dass meine Vorbereitung nicht intensiv genug war. Gott sei Dank war dem nicht so und ich bin bereit für die nächsten Semester.
In letzter Zeit habe ich nur noch in der Bibliothek gelebt und dort mit meiner Bib-Partnerin eine Verzweiflungsphase nach der anderen durchlebt. Gibt es ein schöneres Gefühl, als zu wissen, dass man den Rest der Semesterferien nicht eine Sekunde mehr in den verstaubten Hallen des Lernens sitzen wird? Wohl kaum.
16 Stunden nach der Klausur saß ich bereits im ICE Richtung Hauptstadt. Dort hatte ich zwei wichtige Termine – ein Treffen unserer Delegation der Model United Nations in der Botschaft von Honduras und ein Vorstellungsgespräch in einer Galerie. Anfang des Jahres hatte ich angefangen, mir mögliche Praktikumsstellen im künstlerischen Bereich zu suchen. Nach gefühlten 50 Telefonaten hatte ich die Möglichkeit, drei Galerien in Berlin-Mitte eine Initiativ-Bewerbung zu schicken. Zwei haben mir nie mehr geantwortet, aber bei einer Galerie hatte ich Erfolg und wurde zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen.
Also stand ich – noch völlig übermüdet, aber völlig euphorisiert von der überstandenen Klausurenphase – im verregneten Berlin. Den halben Tag hetzte ich von einer Ecke des Tiergartens in eine andere und versuchte, mich so souverän wie möglich auf das finale Bewerbungsgespräch vorzubereiten. Die Götter waren auf meiner Seite: Die Mitarbeiter der Galerie und ich waren uns direkt sympathisch. Ich werde also von Mitte März bis Mitte April dort ein Praktikum absolvieren und kann es kaum erwarten! Es wird mein erstes Praktikum im künstlerischen Bereich sein und ich bin mehr als gespannt!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Mar 10, 2017
Autor: Bo
Rubrik: studium
Mar 10, 2017

Bachelor live

Bach und Bier

Die erste Uni-Woche des neuen Jahres verbrachte ich in Budweis/Tschechien. Über die Institutsseite der Slawistik hatte ich von einer Exkursion erfahren, die vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond unterstützt wird: „Bach und Bier“, das klang einladend.
Die Mitreisenden studierten allesamt Slawistik im Master und belegten gemeinsam das gleiche Seminar, ich reiste als einziger Externer mit. Auf der Zugfahrt lernte man sich aber langsam kennen. Es war eine aufregende Woche. Auf uns warteten ein top sanierter Universitätscampus, spannende Begegnungen und Nachttemperaturen jenseits der Minus 20 Grad – die Moldau war bereits zugefroren.
Am Abend trafen wir in Budweis auf die tschechischen Studierenden, die ebenso am Workshop teilnahmen. Darin beschäftigten wir uns mit bayerischer und böhmischer Braukultur sowie sächsischer und böhmischer Kultur am Hofe. Ich erstellte gemeinsam mit einer Tschechin eine kurze Präsentation zu den Gegenbauern im Vogtland. Der Großteil von ihnen entstammte nämlich böhmischen Gefilden und kam nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Sachsen.
Das böhmische Bier lernten wir auch über das Seminar heraus kennen: Wir verkosteten die verschiedenen Budweiser-Sorten und beim Besuch der Brauerei erfuhren wir Spannendes über die Bierproduktion. Die Budweiser-Brauerei ist die einzige der großen Brauereien Tschechiens, die nur an einem Ort in Tschechien produziert und keine Braulizenzen in andere Länder verkauft. Bis heute gibt es eine Namensstreitigkeit mit der amerikanischen Budweiser-Brauerei. Sie entstand, als einige Exilanten in den Vereinigten Staaten begannen, Bier zu brauen und es schließlich nach ihrer Heimat zu benennen. Geschmacklich jedoch steht der Sieger fest: Das Bier aus Südböhmen!
Am letzten Tag der Reise besuchten wir Krummau in Tschechien. Es war sehr angenehm, das mittelalterliche Städtchen weiß vom Schnee zu erleben und ohne die Touristenschwärme, die sich hier im Sommer durch die Gassen schieben. Mehr noch als der Besuch des Barocktheaters interessierte mich das Egon-Schiele-Art-Centrum, in dem man zwar nur wenige Werke des Künstlers zu sehen bekommt, aber viel über sein Leben erfährt. Ich bin definitiv sehr froh, mitgefahren zu sein und denke schon an die nächste Reise ins Nachbarland.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 9, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Mar 9, 2017

Bachelor live

Long time, no see

Ich weiß, ich weiß: Von mir hat man echt lange nichts gehört. Und warum? Wegen meinem Examen! Mal abgesehen davon, dass ich nicht viel Spannendes zu erzählen gehabt hätte, saugt es einem jegliche Kreativität aus der Seele. Um die Examensvorbereitung zu überleben, war mein Geheimrezept, auf den Autopiloten umzuschalten: Lernen, aber bloß nicht reflektieren. Im Nachhinein fühlt es sich so an, als hätte mein Leben eine Zeit lang pausiert.
Konkret hieß das: aufstehen um 7 Uhr, ab 8.30 Uhr in der Bib sein, zweieinhalb Stunden Karteikarten wiederholen, zwei Stunden aktuelle Rechtsprechung lernen, Mittagessen. Und nachmittags: alleine Fälle lösen, von 16 bis 18.30 Uhr eine Examensklausur in einer Kleingruppe durchsprechen, danach noch ein paar Definitionen wiederholen und dann ab nach Hause, essen, Sport, telefonieren, schlafen. Sonntags frei.
Es war ein streng durchgeplantes Leben, das zwar ziemlich langweilig klingt, dessen Gleichförmigkeit mir aber auch viel Halt gegeben hat. Ein Leben außerhalb der Ladenöffnungszeiten, was mir bei Erledigungen so manche Schweißperle auf die Stirn getrieben hat. Ein Leben fast ohne soziale Kontakte. Und definitiv nicht das Leben, was man typischerweise unter „Studentenleben“ versteht.
Diese Zeit war so anstrengend, dass ich nicht sicher sagen kann, ob ich Jura studiert hätte, wenn ich das von Anfang an gewusst hätte. Aber hätte ich Abitur gemacht, wenn ich um dessen Schwierigkeiten gewusst hätte? Man wächst ja an seinen Herausforderungen. Und wenn man die Herausforderung „Erstes Juristisches Staatsexamen“ dann geschafft hat, ist man definitiv um einiges stärker geworden.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 7, 2017