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Bachelor live

Bach und Bier

Die erste Uni-Woche des neuen Jahres verbrachte ich in Budweis/Tschechien. Über die Institutsseite der Slawistik hatte ich von einer Exkursion erfahren, die vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond unterstützt wird: „Bach und Bier“, das klang einladend.
Die Mitreisenden studierten allesamt Slawistik im Master und belegten gemeinsam das gleiche Seminar, ich reiste als einziger Externer mit. Auf der Zugfahrt lernte man sich aber langsam kennen. Es war eine aufregende Woche. Auf uns warteten ein top sanierter Universitätscampus, spannende Begegnungen und Nachttemperaturen jenseits der Minus 20 Grad – die Moldau war bereits zugefroren.
Am Abend trafen wir in Budweis auf die tschechischen Studierenden, die ebenso am Workshop teilnahmen. Darin beschäftigten wir uns mit bayerischer und böhmischer Braukultur sowie sächsischer und böhmischer Kultur am Hofe. Ich erstellte gemeinsam mit einer Tschechin eine kurze Präsentation zu den Gegenbauern im Vogtland. Der Großteil von ihnen entstammte nämlich böhmischen Gefilden und kam nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Sachsen.
Das böhmische Bier lernten wir auch über das Seminar heraus kennen: Wir verkosteten die verschiedenen Budweiser-Sorten und beim Besuch der Brauerei erfuhren wir Spannendes über die Bierproduktion. Die Budweiser-Brauerei ist die einzige der großen Brauereien Tschechiens, die nur an einem Ort in Tschechien produziert und keine Braulizenzen in andere Länder verkauft. Bis heute gibt es eine Namensstreitigkeit mit der amerikanischen Budweiser-Brauerei. Sie entstand, als einige Exilanten in den Vereinigten Staaten begannen, Bier zu brauen und es schließlich nach ihrer Heimat zu benennen. Geschmacklich jedoch steht der Sieger fest: Das Bier aus Südböhmen!
Am letzten Tag der Reise besuchten wir Krummau in Tschechien. Es war sehr angenehm, das mittelalterliche Städtchen weiß vom Schnee zu erleben und ohne die Touristenschwärme, die sich hier im Sommer durch die Gassen schieben. Mehr noch als der Besuch des Barocktheaters interessierte mich das Egon-Schiele-Art-Centrum, in dem man zwar nur wenige Werke des Künstlers zu sehen bekommt, aber viel über sein Leben erfährt. Ich bin definitiv sehr froh, mitgefahren zu sein und denke schon an die nächste Reise ins Nachbarland.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Mar 9, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Mar 9, 2017

Bachelor live

Long time, no see

Ich weiß, ich weiß: Von mir hat man echt lange nichts gehört. Und warum? Wegen meinem Examen! Mal abgesehen davon, dass ich nicht viel Spannendes zu erzählen gehabt hätte, saugt es einem jegliche Kreativität aus der Seele. Um die Examensvorbereitung zu überleben, war mein Geheimrezept, auf den Autopiloten umzuschalten: Lernen, aber bloß nicht reflektieren. Im Nachhinein fühlt es sich so an, als hätte mein Leben eine Zeit lang pausiert.
Konkret hieß das: aufstehen um 7 Uhr, ab 8.30 Uhr in der Bib sein, zweieinhalb Stunden Karteikarten wiederholen, zwei Stunden aktuelle Rechtsprechung lernen, Mittagessen. Und nachmittags: alleine Fälle lösen, von 16 bis 18.30 Uhr eine Examensklausur in einer Kleingruppe durchsprechen, danach noch ein paar Definitionen wiederholen und dann ab nach Hause, essen, Sport, telefonieren, schlafen. Sonntags frei.
Es war ein streng durchgeplantes Leben, das zwar ziemlich langweilig klingt, dessen Gleichförmigkeit mir aber auch viel Halt gegeben hat. Ein Leben außerhalb der Ladenöffnungszeiten, was mir bei Erledigungen so manche Schweißperle auf die Stirn getrieben hat. Ein Leben fast ohne soziale Kontakte. Und definitiv nicht das Leben, was man typischerweise unter „Studentenleben“ versteht.
Diese Zeit war so anstrengend, dass ich nicht sicher sagen kann, ob ich Jura studiert hätte, wenn ich das von Anfang an gewusst hätte. Aber hätte ich Abitur gemacht, wenn ich um dessen Schwierigkeiten gewusst hätte? Man wächst ja an seinen Herausforderungen. Und wenn man die Herausforderung „Erstes Juristisches Staatsexamen“ dann geschafft hat, ist man definitiv um einiges stärker geworden.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Mar 7, 2017

Bachelor live

Endspurt!

In einem Monat sind die Termine für meine mündlichen Prüfungen. So langsam werde ich nervös, denn ich habe das Gefühl, noch viel zu wenig vom Stoff zu wissen. Und selbstverständlich kommt mir jetzt auch alles wichtiger oder interessanter vor. Wohnung putzen? Muss dringend mal wieder gemacht werden. Meine Universitätsunterlagen sortieren? Kann nicht aufgeschoben werden. Mir neue PC-Kenntnisse aneignen? Muss sofort passieren.
Dann sagte ich mir: „Stop!“ Ich gehöre nicht zu den radikalen Lernern, die einen Monat vor den Prüfungen kein Sozialleben mehr haben. Aber alles Unwesentliche muss jetzt einfach mal hinten anstehen. Wesentlich sind ab sofort: Sport, Schlaf, Lernen und gesunde Ernährung. Alles andere fällt unter Luxus.
Jeder, dem ich das erzähle, denkt, ich hätte noch sehr viel Zeit übrig und das stimmt eigentlich auch. Denn für einen erholsamen Schlaf gehen in meinem Fall acht bis neun Stunden drauf. Sport nimmt am Tag auch noch ein bis zwei Stunden ein. So habe ich täglich drei Stunden fürs Kochen und Essen, da ich mir meine Mahlzeiten frisch zubereite. Bleiben also noch mindestens zehn Stunden zum Lernen und da kein Mensch es durchhält einen Monat am Stück jeden Tag zehn Stunden zu lernen, bleibt noch viel Zeit für Hobbys.
Seit zwei Wochen fühle ich mich eher gestresst, um mit meinem Alltags-Pensum hinterher zu kommen. Aber wenn ich jetzt diesen Plan so lese, finde ich das durchaus machbar. Anscheinend habe ich in den vergangenen Wochen meine Zeit nicht besonders effektiv eingeteilt. Eines lernt man im Fernstudium definitiv schon einmal: Zeitmanagement. Ansonsten könnte man dieses Studium und den Alltag auch als Vollzeit-Fernstudentin nicht unter einen Hut bringen.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
Mar 6, 2017