interaktiv

Bachelor live

Beschnuppern

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

25.04.2017

Der erste Schultag beginnt damit, dass mein „père d’accueil“ – mein Gastvater – mich wie eine kleine Erstklässlerin zur Sprachschule bringt. Im Aufenthaltsraum der Schule findet ein erstes gegenseitiges Beschnuppern der Sprachschüler statt, bevor wir den Aufnahmetest machen müssen: ein paar Aufgaben am Computer lösen, ein Gespräch und einen kleinen Essay schreiben. Oh je, das letzte Mal, das ich Französisch gesprochen habe, ist schon lange her! Aber wundersamerweise lande ich im Kurs B2/C1 und freue mich aufs Durchstarten.
Das gestaltet sich allerdings erst mal schwierig: Catherine, unsere superliebe Französischlehrerin, wiederholt und bespricht jede Aufgabe fünfmal mit uns. Mein Effizienzdenken geht auf die Barrikaden, aber zum Glück lässt Catherine mit sich reden und ab jetzt haben wir Sprachschüler viel von dem Tempo und den Themen selbst in der Hand. Perfekt, nach diesem klärenden Gespräch macht der Unterricht richtig viel Spaß!
Auch die anderen Sprachschüler sind sehr nett. Dabei sind eine Kolumbianerin und eine Türkin, ansonsten dominieren wir Deutschen das Klassenbild. In den kleinen Gruppen von acht Leuten kann man gut arbeiten – hochmotiviert reden wir am Anfang sogar in den Pausen Französisch, auch, um die Nicht-Deutschen nicht auszuschließen. Zum Mittagessen gibt es Baguette mit Camembert oder eine Quiche vom Bäcker, bevor wir tatsächlich bis 16.30 Uhr mit dem Unterricht weitermachen. Oh là là, mir war nicht klar, dass der Kurs so zeitaufwändig werden würde!
Aber dadurch kommt man so richtig in die Sprache rein. Ein paar französischintensive Tage später höre ich mich bei der Aufnahme von Sprachnachrichten an meine Freunde bestimmt reichlich gestelzt an, wie ich den französischen Satzbau ins Deutsche übernehme. Den Gesprächen zwischen meinen Gasteltern kann ich immer besser folgen und morgens verquatsche ich mich regelmäßig so sehr mit meinem Gastvater, dass ich fast zu spät zur Sprachschule komme. Zwischenbilanz: Wenn ich mit dem Fahrrad durch das kleine Städtchen Blois radle – am besten mit Baguette im Korb – fühle ich mich schon très française.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.