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Bachelor live

Beschnuppern

Der erste Schultag beginnt damit, dass mein „père d’accueil“ – mein Gastvater – mich wie eine kleine Erstklässlerin zur Sprachschule bringt. Im Aufenthaltsraum der Schule findet ein erstes gegenseitiges Beschnuppern der Sprachschüler statt, bevor wir den Aufnahmetest machen müssen: ein paar Aufgaben am Computer lösen, ein Gespräch und einen kleinen Essay schreiben. Oh je, das letzte Mal, das ich Französisch gesprochen habe, ist schon lange her! Aber wundersamerweise lande ich im Kurs B2/C1 und freue mich aufs Durchstarten.
Das gestaltet sich allerdings erst mal schwierig: Catherine, unsere superliebe Französischlehrerin, wiederholt und bespricht jede Aufgabe fünfmal mit uns. Mein Effizienzdenken geht auf die Barrikaden, aber zum Glück lässt Catherine mit sich reden und ab jetzt haben wir Sprachschüler viel von dem Tempo und den Themen selbst in der Hand. Perfekt, nach diesem klärenden Gespräch macht der Unterricht richtig viel Spaß!
Auch die anderen Sprachschüler sind sehr nett. Dabei sind eine Kolumbianerin und eine Türkin, ansonsten dominieren wir Deutschen das Klassenbild. In den kleinen Gruppen von acht Leuten kann man gut arbeiten – hochmotiviert reden wir am Anfang sogar in den Pausen Französisch, auch, um die Nicht-Deutschen nicht auszuschließen. Zum Mittagessen gibt es Baguette mit Camembert oder eine Quiche vom Bäcker, bevor wir tatsächlich bis 16.30 Uhr mit dem Unterricht weitermachen. Oh là là, mir war nicht klar, dass der Kurs so zeitaufwändig werden würde!
Aber dadurch kommt man so richtig in die Sprache rein. Ein paar französischintensive Tage später höre ich mich bei der Aufnahme von Sprachnachrichten an meine Freunde bestimmt reichlich gestelzt an, wie ich den französischen Satzbau ins Deutsche übernehme. Den Gesprächen zwischen meinen Gasteltern kann ich immer besser folgen und morgens verquatsche ich mich regelmäßig so sehr mit meinem Gastvater, dass ich fast zu spät zur Sprachschule komme. Zwischenbilanz: Wenn ich mit dem Fahrrad durch das kleine Städtchen Blois radle – am besten mit Baguette im Korb – fühle ich mich schon très française.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 25, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 25, 2017

Bachelor live

Ein bisschen Meer

Die ersten Wochen der Semesterferien sind bei mir vor sich hingeplätschert. Ich habe mich oft mit Freunden getroffen und viel unternommen, so wie ich es mir vorgenommen hatte. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto mehr ärgerte ich mich, dass ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin, ein paar Tage wegzufahren. Zeit hatte ich auf jeden Fall genug, aber selbst Flüge der billigen Anbieter waren kurzfristig zu teuer, sodass ich mir keinen spontanen Flug irgendwohin ins Warme leisten konnte. Hätte ich ein paar Monate früher gebucht, hätte ich bestimmt ein gutes Angebot gefunden, aber dafür war es leider zu spät.
Doch unverhofft kommt oft: Kaum hatte ich mich damit abgefunden, meine Semesterferien weiterhin auf Balkonien zu verbringen, schlug ein Freund von mir vor, einfach mit dem Auto ans Meer zu fahren – und genau das haben wir dann auch getan. In kürzester Zeit haben wir noch eine preiswerte Unterkunft gefunden und direkt gebucht, sodass wir schon ein paar Tage später auf dem Weg an die holländische Küste waren. Wir sind nur ein Wochenende lang geblieben, aber die drei Tage am Meer haben für ein bisschen Urlaubsgefühl allemal gereicht. Unsere Unterkunft war klein, aber dafür nur wenige Minuten zu Fuß vom Strand entfernt. Und sogar das Wetter hat sich von seiner besten Seite gezeigt, sodass wir im schönsten Sonnenschein am Strand sitzen und grillen konnten. Abends haben wir uns den Sonnenuntergang angeschaut und einen Spaziergang über die Strandpromenade gemacht.
Wie immer ging das Wochenende viel zu schnell vorbei. Aber es tat auf jeden Fall gut, einfach mal rauszukommen und ich habe festgestellt, dass Spontanität für eine kurze Auszeit oft schon ausreicht.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Apr 21, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Apr 21, 2017

Bachelor live

Je ne comprends pas

Ankunft im französischen Blois. Ich werde hier einen Sprachkurs belegen. Unsicher steige ich aus dem Zug aus und werfe fragende Blicke auf alle, die mit mir am Bahnhof stehen, denn ich kenne nur den Namen meiner Gasteltern und weiß nicht, wie sie aussehen. Zum Glück spricht mich aber irgendwann eine Frau mit ihrem Ehemann an und ja, ich bin Luisa. Schon auf der Autofahrt zu ihrem Zuhause verstehen wir uns sehr gut: Sie reden schön langsam Französisch mit mir und sind sehr herzlich.
Blois wirkt wie ein typisches französisches, verschlafenes Städtchen. Ein großes Schloss überragt die restlichen Häuser, viele Menschen laufen mit einem Baguette unter dem Arm herum und ansonsten ist hier wenig los. Das Haus, in denen ich die nächsten drei Wochen wohnen werde, gefällt mir gut, und aus meinem Zimmer habe ich einen herrlichen Blick in den Garten mit seinem blühenden Kirschbaum direkt vor meinem Fenster.
Und jetzt? Es ist Sonntagvormittag, der Sprachkurs fängt erst morgen an, ich kenne hier niemanden und mit den Gasteltern bin ich noch nicht so dicke. Ich entschließe mich dazu, die Stadt zu entdecken, aber da gibt es nicht viel: Nach 30 Minuten habe ich die gesamte Innenstadt gesehen. Alors, zurück nach Hause und lesen, während mein Bauchgrummeln immer stärker wird. „Wann essen die denn endlich zu Abend?“, frage ich mich. Es wird 18.30, 19 und 19.30 Uhr – meine Stimmung sinkt. Meine Gasteltern haben gerade Besuch, da kann ich ja wohl schlecht verlangen, dass sie die rausschmeißen und mit mir essen.
Um 20 Uhr höre ich dann das langersehnte Klappern des Geschirrs – mein Stichwort. Der Besuch bleibt zum Essen, es gibt – très français – Quiche, Käse und Baguette. Aber ich bin total verloren und verstehe bei dem Gespräch unter den vier Erwachsenen fast gar nichts außer einzelne Wortfetzen. Sonst bin ich eine sehr gesprächige Person, aber die Sprachbarriere ist effektiver als jedes Pflaster auf dem Mund.
Naja, bald wird’s bestimmt besser!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Apr 20, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Apr 20, 2017