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Bachelor live

Mein eigenes Ding

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

08.05.2017

In meiner französischen Gastfamilie fühle ich mich pudelwohl, aber in der Sprachschule komme ich nicht so richtig an. Mit meinen 25 Jahren gehöre ich zu den ältesten der Sprachschüler. Irgendwie finde ich keinen Anschluss und ich fing an, mich einzuigeln. Verstärkt wurde dies durch die Nachricht, dass ich während des Sprachkurses nach Berlin fahren sollte, weil ich zum Auswahlgespräch beim „College of Europe“ eingeladen war, wo ich mich für den Master „European Political and Administrative Studies“ beworben hatte.
Somit versank ich in Gedanken, wiederholte Französischvokabeln und bereitete mich auf das Vorstellungsgespräch vor. Zum Glück war gerade Jahrestag der Gründungsverträge der EU, sodass meine Vorbereitung gemütlich mit Beiträgen des Senders Arte stattfinden konnte. Mit steigender Nervosität sank allerdings auch mein Wille, beim Abendessen neue Gesprächsthemen aufzubringen. Kurzum: Das anstehende Bewerbungsgespräch riss mich ziemlich aus meiner französischen Welt.
Nach zwei Wochen Sprachschule setzte ich mich ins Flugzeug nach Berlin. Ein paar Tagen zuvor hatte ich die Liste meiner Auswahlkommission zugesandt bekommen und musste schwer schlucken: 13 Leute werden vor mir sitzen, darunter acht Professoren – am Morgen vor dem Gespräch schlug mir das Herz bis zum Hals. Zum Glück lieh mir mein Onkel sein Rennrad und ich konnte im Berliner Sonnenschein zum Tagungshotel rasen. Das entspannte mich, genauso wie das Gespräch mit der Frau, die die Kandidaten im Vorraum der Prüfungskommission empfing. Und dann war ich an der Reihe.
In einem riesigen „U“ saßen meine Prüfer vor mir. Sie stellten mir einige Fragen zu meinem Lebenslauf und meiner Motivation, aber auch ein paar Fragen, die man gefühlt nur beantworten kann, wenn man in den vergangenen drei Jahren täglich fünf Zeitungen gelesen hat. Ich wusste die Antwort also nicht immer. So ging es weiter, in häufigen Wechseln zwischen Englisch und Deutsch, auch einer Frage auf Französisch. Die Zeit verging wie im Flug und dann war das Gespräch auch schon vorbei.
Mein Gefühl? Naja. Einige Fragen konnte ich nicht beantworten, dafür habe ich nicht gestottert. Ich bereite mich also auf alles vor.

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