interaktiv

Bachelor live

Lost

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

13.06.2017

Woher weiß man eigentlich, was man mit seinem Leben machen will? Einige wissen von Anfang an, wohin es für sie gehen soll. Für viele andere folgt die individuelle Sinnsuche wohl eher der Trial-and-Error-Methode. Ich stehe irgendwo dazwischen. Es gibt ein paar Sachen, die ich definitiv nicht machen möchte, und andere Dinge kann ich mir hingegen sehr gut vorstellen. Und viele Möglichkeiten kennt man noch gar nicht – wie soll man sich da entscheiden?
Die Arbeit bei der Europäischen Union reizt mich beispielsweise sehr, da ich ein großer Anhänger der europäischen Idee bin. Hierfür ist das College of Europe in Brügge das Sprungbrett. Es ist für mich ein unglaubliches Privileg, dort studieren zu können. Studium und Umfeld sind extrem spannend, es werden viele interessante Redner und Dozenten eingeladen. Aber dieses Privileg hat auch seinen Preis: Arbeit. Wie viel, das lässt sich von außen nur schwer einschätzen. Eine Studentin sagte mir jedoch, es sei nicht ganz so anstrengend wie das erste juristische Staatsexamen. Aber neben den üblichen Vorlesungen in drei Monaten eine Masterarbeit zu schreiben, hört sich nicht gerade nach einem Spaziergang an. Und so kurz nach dem Staatsexamen kann ich mir ein Leben nur mit Lernen schwer vorstellen.
Wäre eventuell der Richterberuf etwas für mich? Hier könnte ich meine eigene Meinung vertreten und hätte das letzte Wort (bis das Berufungsgericht kommt). Sicherlich eine herausfordernde Arbeit. Dann könnte ich zunächst promovieren und danach ins Referendariat. Denn die Vorstellung, jetzt sofort ins Ref zu gehen, schreckt mich ab – nicht so bald noch ein Staatsexamen! Auch dieser Weg hört sich verlockend an: Zunächst ein selbstbestimmtes Leben, in dem ich über Büchern brüte, endlich mal tief in ein Thema einsteigen kann und dann hoffentlich „erleuchtet“ bin. Auch die Aussicht auf ein ausgeprägtes Sozialleben mit viel ehrenamtlichem Engagement ist eine schöne Aussicht. Aber ist das eine gute Motivation für eine Promotion? Habe ich wirklich Lust, zwei bis fünf Jahre für ein einziges Thema aufzuwenden? Würde ich ein Thema finden? Würde ich die Dissertation überhaupt zu Ende bringen?
Wie bei der Studienwahl stehe ich an einem Wendepunkt in meinem Leben und muss mich zwischen zwei sehr attraktiven Optionen entscheiden. Vielleicht hilft mir ja ein bisschen Abstand und Ausruhen, deswegen heißt es nun: ab in den Urlaub!

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.