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Bachelor live

Stereotypen

Studierenden eines bestimmten Studienfachs eilt häufig ein gewisser Ruf voraus. Ob gewollt oder nicht, manche Stereotypen haben wir fast alle in unseren Köpfen. Zum Beispiel verbinde ich Informatiker und Maschinenbauer unweigerlich mit karierten Hemden und blasser Haut. Unter Kulturwissenschaftlern und Philosophen stelle ich mir barfüßige Personen mit einem alternativen Lifestyle vor. Und Juristen tragen natürlich stets einen Anzug und wollen ständig Recht haben.
In diesem Semester habe ich mich für BWL im Profilfach entschieden. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, denn auch die Vorurteile über BWL-Studierende häufen sich: Kinder reicher Eltern, verwöhnt, eingebildet, schnöselig und zu erkennen an Seitenscheitel und Polohemd. Natürlich weiß ich, dass diese Klischees nicht für alle Studierende gelten und dass Vorurteile häufig in keinster Weise der Wahrheit entsprechen. Denn auch ich muss mich damit herumschlagen – schon öfter ist es mir passiert, dass ich für mein Studium der Sozialwissenschaften belächelt wurde. Nicht selten geht mein Gegenüber davon aus, dass ich quasi die Arbeitslosigkeit studiere und später bestenfalls als Taxifahrerin enden werde. Fast überflüssig ist es also zu erwähnen, dass die allermeisten Studierenden bei uns im Hörsaal völlig normal und fast unscheinbar aussehen.
Ein paar Wochen später saß ich in der BWL-Vorlesung dann aber in der Reihe vor ein paar Jungs, die mir vor allem deswegen aufgefallen sind, da sie die ganze Zeit über quasselten. Ausführlich sprachen sie über ihre Urlaubspläne in den Semesterferien: Der eine hatte eine Kreuzfahrt vor, der andere wollte in das Ferienhaus seiner Eltern an die amerikanische Westküste fliegen. Ganz schön gut betucht, dachte ich, als ich diese Konversation zwangsläufig mithörte. Als ich nach der Vorlesung aufstand und mich zu ihnen umdrehte, musste ich dann doch ein bisschen schmunzeln: Jeder von ihnen trug Seitenscheitel und Hemd sowie eine edel aussehende Armbanduhr, was mir auffiel, als sie ihre teuren Laptops in Ledertaschen verstauten. Diese lebendig gewordenen Stereotypen bleiben aber trotzdem die Ausnahme.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Jun 19, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Jun 19, 2017

Bachelor live

Lost

Woher weiß man eigentlich, was man mit seinem Leben machen will? Einige wissen von Anfang an, wohin es für sie gehen soll. Für viele andere folgt die individuelle Sinnsuche wohl eher der Trial-and-Error-Methode. Ich stehe irgendwo dazwischen. Es gibt ein paar Sachen, die ich definitiv nicht machen möchte, und andere Dinge kann ich mir hingegen sehr gut vorstellen. Und viele Möglichkeiten kennt man noch gar nicht – wie soll man sich da entscheiden?
Die Arbeit bei der Europäischen Union reizt mich beispielsweise sehr, da ich ein großer Anhänger der europäischen Idee bin. Hierfür ist das College of Europe in Brügge das Sprungbrett. Es ist für mich ein unglaubliches Privileg, dort studieren zu können. Studium und Umfeld sind extrem spannend, es werden viele interessante Redner und Dozenten eingeladen. Aber dieses Privileg hat auch seinen Preis: Arbeit. Wie viel, das lässt sich von außen nur schwer einschätzen. Eine Studentin sagte mir jedoch, es sei nicht ganz so anstrengend wie das erste juristische Staatsexamen. Aber neben den üblichen Vorlesungen in drei Monaten eine Masterarbeit zu schreiben, hört sich nicht gerade nach einem Spaziergang an. Und so kurz nach dem Staatsexamen kann ich mir ein Leben nur mit Lernen schwer vorstellen.
Wäre eventuell der Richterberuf etwas für mich? Hier könnte ich meine eigene Meinung vertreten und hätte das letzte Wort (bis das Berufungsgericht kommt). Sicherlich eine herausfordernde Arbeit. Dann könnte ich zunächst promovieren und danach ins Referendariat. Denn die Vorstellung, jetzt sofort ins Ref zu gehen, schreckt mich ab – nicht so bald noch ein Staatsexamen! Auch dieser Weg hört sich verlockend an: Zunächst ein selbstbestimmtes Leben, in dem ich über Büchern brüte, endlich mal tief in ein Thema einsteigen kann und dann hoffentlich „erleuchtet“ bin. Auch die Aussicht auf ein ausgeprägtes Sozialleben mit viel ehrenamtlichem Engagement ist eine schöne Aussicht. Aber ist das eine gute Motivation für eine Promotion? Habe ich wirklich Lust, zwei bis fünf Jahre für ein einziges Thema aufzuwenden? Würde ich ein Thema finden? Würde ich die Dissertation überhaupt zu Ende bringen?
Wie bei der Studienwahl stehe ich an einem Wendepunkt in meinem Leben und muss mich zwischen zwei sehr attraktiven Optionen entscheiden. Vielleicht hilft mir ja ein bisschen Abstand und Ausruhen, deswegen heißt es nun: ab in den Urlaub!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jun 13, 2017

Bachelor live

Neuer Blick auf die eigene Sprache

Im Wahlbereich belege ich gerade ein Modul des Bereichs „Deutsch als Fremdsprache“. Dabei geht es unter anderem um die richtige Aussprache des Deutschen und um typische Fehler von Nicht-Muttersprachlern. Meine erste Erkenntnis war: „Hilfe, ich bin ein Dialektsprecher!“ Denn wer Chemie nicht mit „ch“ oder „k“ sagt, sondern von „Schemie“ spricht, der spricht offiziell nämlich schon kein Standarddeutsch mehr.
Das Kernstück des Moduls ist das Seminar „Kontrastive Phonetik“. Hier vergleichen wir die phonetischen Besonderheiten des Deutschen mit denen anderer Sprachen. Jeder der Studierenden muss eine umfangreiche Fehleranalyse erarbeiten und sie im Seminar vorstellen. Dazu nehmen wir zunächst einen Deutschlerner auf, der einen Text vorliest. Mit dem Schnittprogramm zerlegen wir die Aufnahme in einzelne Sätze und hören uns diese gefühlt hunderte Male an. Teilweise sind es nur Sekundenbruchteile, in denen man erkennen muss, ob das „a“ nun zu offen oder gespannt gesprochen wurde und ähnliches.
Ich habe mich bei meiner Analyse – natürlich – für eine tschechische Muttersprachlerin entschieden. Da sie schon sehr fortgeschrittenes Deutsch sprach, war es für mich gar nicht so leicht, die Fehler herauszuhören. Dennoch habe ich die typischen Auffälligkeiten eines tschechischen Muttersprachlers erkennen können: das gerollte Zungenspitzen-R und, dass die Endungen der Worte immer voll gesprochen werden, wobei diese ja in der Regel oft verschluckt werden.
Alles in allem bin ich sehr froh mit der Veranstaltungswahl und genieße es, den Blick auf die eigene Sprache wieder um einen Blickwinkel erweitern zu können.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Jun 13, 2017