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Bachelor live

Trennungsschmerz

Autor:
Nele

Rubrik:
studium

19.07.2017

Die Trennung von meinem ersten Freund ist nun gut zwei Monate her. Anfangs haben wir noch regelmäßig Kontakt gehalten, aber inzwischen habe ich ihn abgebrochen, um einfach erstmal die Geschehnisse der vergangenen Jahre verarbeiten zu können. Im Nachhinein fällt einem dann schon so manches auf: Wo war man sich selbst nicht treu? Welche Erwartungen hat man an einen Partner? Welche Prinzipien bestimmen das eigene Leben?
Im Großen und Ganzen habe ich gelernt, dass man sich durchaus mit jemandem verbunden fühlen kann und es dann trotzdem nicht passt, weil die jeweiligen Moralvorstellungen beziehungsweise die Erwartungen zu weit auseinandergehen. Das ist schade, aber menschlich.
Ein wenig fühlt es sich für mich noch an, als wäre jemand gestorben. Ich verstehe jetzt, warum nach einer Trennung eine Trauerphase folgt. Ganz wichtig ist es hierbei, sich nicht darin zu verlieren, wer woran genau Schuld ist. Solche Gedanken führen zu nichts. Trotzdem fällt es mir momentan schwer, an meiner Bachelorarbeit zu arbeiten – doch der Abgabetermin rückt immer näher. Ich werde mein Bestes geben, mehr kann ich sowieso nicht tun.
Inmitten des Gefühlschaos von Wut, Trauer und Schmerz gibt es allerdings auch Lichtblicke: Ich entdecke längst vergessene Hobbies wieder, spüre eine innere Ruhe und Klarheit darüber, wer ich bin und was ich möchte, und lache endlich wieder aus vollem Hals. Das tut gut. Der Schlafmangel und der Heißhunger auf Schokolade werden sich schon noch legen. Und schlussendlich gelange ich zu der Erkenntnis, dass Liebe nichts mit Kompatibilität zu tun hat oder ob man eine gewisse Person in seinem Leben behält. Es gilt eine gesunde Balance zwischen der Liebe zu anderen und der Selbstliebe zu finden. Nichtsdestotrotz ist Liebe nicht von äußeren Umständen abhängig. Liebe ist.

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