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Bachelor live

Gesucht und gefunden

Mein Mitbewohner zieht in wenigen Wochen wegen eines Auslandsaufenthalts aus unserer WG aus. Das hieß für meine beiden Mitbewohnerinnen und mich, uns auf die Suche nach einem Nachmieter zu machen. Also fotografierten wir die komplette Wohnung und schalteten online eine Anzeige, auf die wir schon nach kurzer Zeit einige Anfragen bekamen. Da die Klausurphase naht und wir keine Zeit hatten, jeden Einzelnen kennenzulernen, trafen wir eine Vorauswahl und luden schließlich drei Personen zur Besichtigung ein.
Die erste Interessentin war ein Mädchen, das nach Marburg ziehen wollte, um einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren. Leider verschwieg sie uns bis zum Treffen ihr Alter, weswegen wir dann auch etwas überrascht waren, als ein 17-jähriges Mädchen vor uns stand, das allerdings deutlich jünger aussah und – wie sich schnell herausstellte – auch so benahm. Sie war zwar freundlich, aber auch sehr schüchtern und traute sich kaum, richtig mit uns zu reden.
Das genaue Gegenteil davon waren dann die beiden anderen Interessenten. Bei der ersten Person handelte es sich sich um eine Sportstudentin, die ganz neu nach Marburg zog. Der dritte und letzte war ein Medizinstudent, der schon länger in Marburg wohnte. Beide waren sehr offen und kommunikativ, erzählten einiges von sich und stellten uns viele Fragen. Mit beiden verstanden wir uns auf Anhieb gut, weswegen uns die Entscheidung am Ende gar nicht leicht fiel.
Unsere Wahl fiel schließlich auf den Medizinstudenten. Meine Mitbewohnerinnen und ich waren uns nämlich einig, dass es nicht schaden würde, wenn wir weiterhin einen Mann in der Wohnung hätten und zu keiner reinen Mädels-WG werden.
Ab September werde ich dann also mit drei Medizinern unter einem Dach wohnen und bin schon sehr gespannt darauf!

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Jul 21, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Jul 21, 2017

Bachelor live

Trennungsschmerz

Die Trennung von meinem ersten Freund ist nun gut zwei Monate her. Anfangs haben wir noch regelmäßig Kontakt gehalten, aber inzwischen habe ich ihn abgebrochen, um einfach erstmal die Geschehnisse der vergangenen Jahre verarbeiten zu können. Im Nachhinein fällt einem dann schon so manches auf: Wo war man sich selbst nicht treu? Welche Erwartungen hat man an einen Partner? Welche Prinzipien bestimmen das eigene Leben?
Im Großen und Ganzen habe ich gelernt, dass man sich durchaus mit jemandem verbunden fühlen kann und es dann trotzdem nicht passt, weil die jeweiligen Moralvorstellungen beziehungsweise die Erwartungen zu weit auseinandergehen. Das ist schade, aber menschlich.
Ein wenig fühlt es sich für mich noch an, als wäre jemand gestorben. Ich verstehe jetzt, warum nach einer Trennung eine Trauerphase folgt. Ganz wichtig ist es hierbei, sich nicht darin zu verlieren, wer woran genau Schuld ist. Solche Gedanken führen zu nichts. Trotzdem fällt es mir momentan schwer, an meiner Bachelorarbeit zu arbeiten – doch der Abgabetermin rückt immer näher. Ich werde mein Bestes geben, mehr kann ich sowieso nicht tun.
Inmitten des Gefühlschaos von Wut, Trauer und Schmerz gibt es allerdings auch Lichtblicke: Ich entdecke längst vergessene Hobbies wieder, spüre eine innere Ruhe und Klarheit darüber, wer ich bin und was ich möchte, und lache endlich wieder aus vollem Hals. Das tut gut. Der Schlafmangel und der Heißhunger auf Schokolade werden sich schon noch legen. Und schlussendlich gelange ich zu der Erkenntnis, dass Liebe nichts mit Kompatibilität zu tun hat oder ob man eine gewisse Person in seinem Leben behält. Es gilt eine gesunde Balance zwischen der Liebe zu anderen und der Selbstliebe zu finden. Nichtsdestotrotz ist Liebe nicht von äußeren Umständen abhängig. Liebe ist.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
Jul 19, 2017

Bachelor live

Es wird ernst

Nach vier wunderbaren Urlaubswochen bin ich zum Lernen nach Hamburg zurückgekehrt. Um ganz ehrlich zu sein: Lust darauf hatte ich keine. Aber irgendwie hatte ich nach so viel Freizeit nicht das Recht, mich zu beschweren. Und schließlich ist auch diese Abscheu nicht mehr da, die mich nach dem Examen jedes Mal überfallen hatte, wenn ich die Uni betrat. Deswegen sind die Voraussetzungen zum Durchstarten perfekt. Und nach ein paar Tagen des Eingewöhnens ging es mit dem Lernen auch wieder ganz gut.
Das einzige wirklich Doofe war die Ungewissheit. Ich wusste, dass irgendwann im Juli die Noten bekanntgegeben werden sollten. Der Stichtag ist Ende Juli – aber wer weiß, vielleicht ist eine Behörde auch mal schneller und schickt die Examensergebnisse vorher raus? Dazu kommt, dass auch der Termin der mündlichen Prüfung nicht feststeht. Ich habe nur zwei Gewissheiten: Meine Prüfung kann ab jetzt bis Ende August jederzeit stattfinden und ich bekomme spätestens zwei Wochen vorher Bescheid. Das heißt, schön auf Abruf im Ungewissen in Hamburg herumhängen und lernen – und sich den Spekulationen aller anderen Mit-Schreiber aussetzen: „Hat das Prüfungsamt nicht den Termin für die Notenbekanntgabe vorgezogen, um früher prüfen zu können?“ „Sind die mündlichen Prüfungen für das zweite Staatsexamen nicht schon durch?“ „Werden die nicht ein Interesse daran haben, so früh wie möglich mit den mündlichen Prüfungen anzufangen, damit der volle Termin auch rechtzeitig über die Runden geht?“ Was für eine nervige Ungewissheit! Wenn ich an den Moment denke, an dem ich den Brief oder das PDF-Dokument mit meinen Noten öffnen werde, kriege ich ganz schön Herzrasen. Deswegen besser nicht zu viel daran denken!
Dazu kommt, dass ich den Studienplatz am College of Europe auch nur dann annehmen kann, wenn ich das Examen nicht nochmal schreiben muss. Von dieser Examensnote hängt ganz schön viel ab: College of Europe, meine späteren Berufschancen, ob sich das Jahr Knechterei gelohnt hat. Da hilft eigentlich nur ignorieren. Die Noten kommen halt irgendwann. Und an den Ergebnissen kann ich jetzt sowieso nichts mehr ändern.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  Jul 19, 2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
Jul 19, 2017