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Bachelor live

Der Masterplan

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

14.08.2017

Vor Kurzem fand mein Kennlernwochenende vom College of Europe in Berlin statt. Am Anfang war es wie jedes Mal bei solch einer Veranstaltung: Man führt ein bisschen Smalltalk, fühlt sich etwas fehl am Platz und fragt sich, was der eine oder andere Vortrag eigentlich soll. An diesen eineinhalb Kennlerntagen erzählten Alumni von ihrer Arbeit. Außerdem durfte ich bei einem Botschaftsempfang bei Pommes und Leffe-Bier mit dem belgischen Botschafter über den Zusammenhalt in Europa und der Welt diskutieren.
Nach und nach kristallisierten sich an diesen Tagen die Grüppchen heraus, die sich besonders gut verstanden, und schon bald hatte ich das Gefühl, meine „neuen Mädels“ und auch sonst viele nette Leute kennengelernt zu haben. Und anders, als es der Ruf des Colleges vermuten lässt, nicht nur Studierende, die unbedingt Karriere machen wollen, sondern auch solche, die Neues erleben und über den Tellerrand schauen möchten.
Die Alumni haben uns vor Augen geführt, welche Bandbreite das Leben hat. Von der alle Vorurteile erfüllenden Finanzministeriumsbeamtin über den Angestellten beim Auswärtigen Amt, der am Thema „Brexit“ mitwirkt, bis hin zum OSZE-Mitarbeiter, der in der Ukraine den Durchmesser von Bombenkratern ausgemessen hat, war wirklich alles dabei. Als beruhigend empfand ich zum einen den Absolventen des Jahrgangs 1975, der ebenso wie ich erst Jura studiert, am College die Politik-Option gewählt und sich dann ziemlich gut in der (Arbeits-)Welt zurechtgefunden hat. Zum anderen gefiel mir die Aussage eines weiteren Alumni, dass die Note nicht so wichtig sei, denn die Lerninhalte hätte man nach 20 Jahren vergessen – das Gefühl, das aus Brügge zurückbleibt, und die Diskussionen, die man dort führte, jedoch nie. Er regte an, querzudenken und gegen den Strom zu schwimmen.
Und das habe ich mir ganz fest vorgenommen: Mich nicht in der (Lern-)Mühle fangen zu lassen, sondern das Lebensgefühl in Brügge mitzunehmen und von dem zu profitieren, was das College ausmacht: Die Menschen. Und noch eine Gewissheit habe ich: Es gibt keinen Masterplan für das Leben. Es wird immer unvorhergesehene Ereignisse wie den Brexit geben. Es wird Türen geben, die sich schließen und welche, die sich öffnen. Man muss einfach neugierig, hartnäckig und mutig bleiben.

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