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Bachelor live

Die Mündliche

Autor:
Luisa

Rubrik:
studium

19.09.2017

Der Tag der mündlichen Prüfung war endlich gekommen. Ich hatte ziemlich entspannt geschlafen und war bereit, diese wirklich letzte Prüfung meines Jurastudiums anzupacken.

Um 8 Uhr habe ich mich vor dem Prüfungsamt mit meiner Prüfungsgruppe getroffen, dann sind wir zum Aufenthalts- und Vorbereitungsraum gelaufen, wo auch die anderen Prüfungsteilnehmer schon warteten. Um 8.45 Uhr bekam ich meinen Fall vorgelegt. In Hamburg weiß man nicht, in welchem Fach der Fallvortrag stattfindet, und dementsprechend gespannt war ich, als ich das Blatt mit der Aufgabenstellung umdrehte. Zivilrecht, der sogenannte „Fremdbesitzer-Exzess“ im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis. Damit konnte ich arbeiten. Nach einer Stunde intensiver Vorbereitung bin ich dann in den Prüfungsraum gegangen. Einige neugierige Studierende waren da und die Prüfer schauten mich erwartungsvoll an. Es ging los.

Die ersten paar Minuten konnte ich meine Aufregung kaum verbergen, dies legte sich aber bald und ich konnte den Rest meines Vortrags entspannt halten.

Und dann war der erste Prüfungsteil auch schon vorbei. Und die nervenaufreibende Warterei vor den Prüfungsgesprächen ging los. Um 10.45 Uhr ging es weiter mit den Prüfungsgesprächen – erst Zivilrecht, dann öffentliches Recht, dann Strafrecht. Die Prüfer waren äußerst nett, haben immer wieder beruhigend gelächelt und die richtigen Fragen gestellt, falls einer der Prüflinge mal auf eine falsche Fährte geraten war. Ein paar der Fragen hatte ich schon in meiner Lerngruppe besprochen oder in der aktuellen Rechtsprechung gelesen. Ich saß immer auf glühenden Kohlen, wenn ich die Antwort auf eine Frage wusste, die leider nicht mir, sondern meinem Nachbarn gestellt worden war. Zwischen den verschiedenen Rechtsgebieten gab es immer wieder Pausen qualvollen Wartens, aber insgesamt ging die Zeit bis zum Prüfungsende ziemlich schnell vorbei. Erlöst konnten wir als letzte Prüfungsgruppe in den Vorraum gehen, wo schon Verwandte und Freunde mit Sekt und Umarmungen auf uns warteten. Eine halbe Stunde wurden wir zur Notenbekanntgabe wieder in den Prüfungsraum gerufen. Kurz und schmerzlos wurden die Noten bekannt gegeben. Mein Gefühl hatte sich bestätigt: Es war für mich gut gelaufen.

Ich kann es noch kaum glauben: Nach so viel Quälerei habe ich das erste Staatsexamen endlich hinter mir.

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