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Bachelor live

Politikwissenschaftler unter sich

Vor einigen Tagen habe ich eine Webseite gefunden, die Dinge listete, die nur Politikwissenschaftler verstehen würden – und ich musste sehr schmunzeln. Seit dem Wintersemester studiere ich Politik- und Medienwissenschaften. Nach meinem ersten Semester habe ich bereits eine ähnliche Liste für Medienwissenschaftler im Internet gefunden und fand, dass kein einziges der Klischees, das dort stand, wirklich stimmte. Ich werfe jedenfalls nicht mit Begriffen wie „audiovisuell“ und „Multimedia“ um mich, schaue in meiner Freizeit auch keine japanischen Kurzfilme aus den 80ern und Snapchat habe ich zwar einmal installiert, aber schon kurze Zeit später wieder von meinem Handy gelöscht.
Weil die zweite Liste mit Klischees über Politikwissenschaftler jedoch so unglaublich wahr und außerdem witzig war, habe ich hier einige meiner persönlichen Favoriten gesammelt: Zuerst einmal möchten die wenigsten von uns Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin werden – und wir sind alle genervt, das so oft gefragt zu werden. Viele wollen überhaupt nicht in die Politik, sind aber bei Nichtregierungsorganisationen oder Jugendgruppen aktiv oder haben einfach Spaß daran, herauszufinden, wie unsere Welt funktioniert.
Gefragt werden wir zudem ständig nach Nachrichten, die jemand am Tag zuvor bei der Tagesschau gesehen hat. Ich habe Freunde, die nicht mit mir studieren und bei denen ich mir sicher bin, sie glauben, ich würde in der Uni Wahlkampfprogramme lesen und studieren. Tatsächlich versucht man, so oft wie möglich einen aktuellen Bezug herzustellen – allzu oft gelingt das aber nicht: Über die anstehenden Bundestagswahlen habe ich beispielsweise noch in keinem Seminar gesprochen und auch in keiner Vorlesung etwas dazu gehört.
Ein negatives Klischee stimmt meiner Meinung nach aber absolut: Wenn jemand im Seminar oder auch in jedem anderen Gespräch nicht weiter weiß, dann zitiert er einfach jemanden. Wir lesen viel in unserem Studium, mal ganze Bücher, mal nur Ausschnitte, und von einigen Autoren weiß man, dass jeder Kommilitone sie gelesen hat. Wenn man dann in einer Diskussion einmal noch keine feste Meinung hat oder eine Antwort auf eine Frage nicht weiß, ist diese Lektüre eine Wunderwaffe: Zitate gehen immer – glauben jedenfalls Politikwissenschaftler.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Sep 26, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Sep 26, 2017

Bachelor live

Alte Knochen, moderne Fabriken: Kutná Hora

Eine Zugstunde von Prag entfernt liegt das Örtchen Kutná Hora (Kuttenberg). Für mich war es auch bei meinem zweiten Besuch der 20.000-Einwohner-Stadt eine wahre Freude, über das mittelalterliche Pflaster zu wandern und mich in den engen Gassen zu verlaufen.
In Kutná Hora ist man auf die Ausflügler aus Prag gut eingestellt, am Bahnhof ertönen die relevanten Ansagen auf Tschechisch und auch Englisch. Magnet für die Besucherscharen ist vor allem das Beinhaus, ein Kirchenraum vollgepackt mit menschlichen Überresten. Es gibt adelige Wappen aus Knochen, Knochenkronleuchter und nicht zu vergessen die vier großen Schädelberge. Die Überreste stammen vor allem von Pestopfern und Gefallenen aus den Hussitenkriegen. Aber noch bizarrer als all die Knochen an den Wänden, sind die Lebendigen, die mit ihren Fotoapparaten alles festhalten und mit den Selfiesticks posieren. Und auch ich komme nicht darum herum, einige Aufnahmen zu schießen, brauche ich doch noch Bildmaterial für meinen Reiseführer.
Ein weiteres Highlight Kutná Horas ist der Dom mit seinem äußerst sehenswerten Gewölbe und dem Vorplatz, von dem man einen ausgezeichneten Blick über die Stadt genießt. Ein Besuch in dieser Stadt ist eine einzige Zeitreise ins Mittelalter.
Doch auch hier ist das 21. Jahrhundert längst angekommen. Das viertgrößte tschechische Unternehmen hat hier seinen Sitz: Foxconn CZ, der tschechische Ableger des asiatischen Apple-Zulieferers. Und in der Stadt erzählt man mir, wie regelmäßig die Arbeiter in der Tabakfabrik von Philip Morris Schachteln klauen, bevor sie registriert werden, um sie zu verkaufen.
Als ich die Stadt verlassen will, spricht mich vor dem Bahnhof ein netter, älterer Herr in neon-orange-farbener Arbeitskleidung an: „Du hast aber einen schönen Koffer“, meint er und zeigt auf meinen metallenen Reisebegleiter. Er stellt sich mir vor. Vor ein paar Wochen ist er aus dem Gefängnis gekommen. Ursprünglich aus dem Nachbardorf, fegt er nun die Straßen hier in Kutná Hora. Er bittet mich um ein paar Kronen. Die bekommt er und einen lieben Handschlag, ehe ich in den Zug steige und wieder zurück gen Hauptstadt fahre.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Sep 22, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Sep 22, 2017

Bachelor live

Wie viel Wasser brauchst du?

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Wasser du brauchst? Das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit listet als Teil seiner Länderinfos für viele verschiedene Länder, welcher prozentualer Anteil der Bevölkerung dort einen ausreichenden Zugang zu Wasser hat. Aber wie viel Wasser braucht ein Mensch? Ungefähr drei Liter zum Trinken, dachte ich zuerst, dann noch etwas zum Kochen, Zähneputzen, Händewaschen, Duschen – da wird die Liste plötzlich immer länger. Das Ministerium bezeichnet es als ausreichend, wenn jemandem 20 Liter pro Tag aus einer sicheren Quellen zustehen. Klingt nach viel? Das ist es eigentlich gar nicht.
In diesem Sommer möchte ich meine Semesterferien nutzen, um für ein Workcamp nach Kapstadt zu fliegen. Zum einen habe ich Lust, mal etwas anderes zu machen und von der Uni abschalten zu können, zum anderen habe ich jede Menge Fernweh. Seit einigen Monaten arbeite ich in einer PR-Agentur, die viel mit internationalen Freiwilligendiensten kooperiert, sodass ich auf einigen Seminaren war, unsere Projekte vorgestellt habe und die typischen Lernspiele inzwischen kenne.
Einige überraschen mich trotzdem: Am schönsten finde ich das Spiel, bei dem die vier Ecken und die Mitte eines Raums für die fünf Kontinente stehen. Die Teilnehmer müssen sich selbst auf die Kontinente aufteilen, je nachdem, wie sie meinen, wie viele Menschen wo wohnen. Dann müssen sie Stühle auf die Kontinente stellen, die für Vermögen stehen, und anschließend Wasserflaschen, die für Wasserressourcen stehen. Manche Zahlen haben mich sehr überrascht!
Es ist wirklich verrückt, in einer so globalisierten Welt zu leben. Es gibt zu viele Verbindungen zwischen den Kontinenten, an die wir gar nicht denken, die wir auch fast vergessen haben. Südafrika beispielsweise war ab Mitte des 17. Jahrhunderts eine niederländische und später dann eine britische Kolonie, weshalb auch die Sprache Afrikaans dem Niederländischen sehr ähnelt, außerdem ist Englisch weit verbreitet. In meinem Geschichtsunterricht in der Schule war die Kolonialzeit oder Weltgeschichte kaum ein Thema – da hoffe ich doch, dass ich vielleicht in Südafrika etwas Zeit haben werde, um das ein oder andere Buch zu lesen und mich zu informieren!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Sep 20, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Sep 20, 2017