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Bachelor live

Politikwissenschaftler unter sich

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

26.09.2017

Vor einigen Tagen habe ich eine Webseite gefunden, die Dinge listete, die nur Politikwissenschaftler verstehen würden – und ich musste sehr schmunzeln. Seit dem Wintersemester studiere ich Politik- und Medienwissenschaften. Nach meinem ersten Semester habe ich bereits eine ähnliche Liste für Medienwissenschaftler im Internet gefunden und fand, dass kein einziges der Klischees, das dort stand, wirklich stimmte. Ich werfe jedenfalls nicht mit Begriffen wie „audiovisuell“ und „Multimedia“ um mich, schaue in meiner Freizeit auch keine japanischen Kurzfilme aus den 80ern und Snapchat habe ich zwar einmal installiert, aber schon kurze Zeit später wieder von meinem Handy gelöscht.
Weil die zweite Liste mit Klischees über Politikwissenschaftler jedoch so unglaublich wahr und außerdem witzig war, habe ich hier einige meiner persönlichen Favoriten gesammelt: Zuerst einmal möchten die wenigsten von uns Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin werden – und wir sind alle genervt, das so oft gefragt zu werden. Viele wollen überhaupt nicht in die Politik, sind aber bei Nichtregierungsorganisationen oder Jugendgruppen aktiv oder haben einfach Spaß daran, herauszufinden, wie unsere Welt funktioniert.
Gefragt werden wir zudem ständig nach Nachrichten, die jemand am Tag zuvor bei der Tagesschau gesehen hat. Ich habe Freunde, die nicht mit mir studieren und bei denen ich mir sicher bin, sie glauben, ich würde in der Uni Wahlkampfprogramme lesen und studieren. Tatsächlich versucht man, so oft wie möglich einen aktuellen Bezug herzustellen – allzu oft gelingt das aber nicht: Über die anstehenden Bundestagswahlen habe ich beispielsweise noch in keinem Seminar gesprochen und auch in keiner Vorlesung etwas dazu gehört.
Ein negatives Klischee stimmt meiner Meinung nach aber absolut: Wenn jemand im Seminar oder auch in jedem anderen Gespräch nicht weiter weiß, dann zitiert er einfach jemanden. Wir lesen viel in unserem Studium, mal ganze Bücher, mal nur Ausschnitte, und von einigen Autoren weiß man, dass jeder Kommilitone sie gelesen hat. Wenn man dann in einer Diskussion einmal noch keine feste Meinung hat oder eine Antwort auf eine Frage nicht weiß, ist diese Lektüre eine Wunderwaffe: Zitate gehen immer – glauben jedenfalls Politikwissenschaftler.

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