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Bachelor live

Reisepass und Netzadapter

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

04.10.2017

Als ich nach meinem Abitur für einen Freiwilligendienst nach Spanien ging, wusste ich schon recht früh, dass alles klappen würde: Bereits im Februar hatte ich die Zusage von dem Projekt, in dem ich arbeiten würde, und bis Mai warteten wir dann noch auf die Zusage, dass die Fördergelder für dieses Projekt bewilligt werden. Im Juni war mein Abiball und im Oktober ging es erst los: jede Menge Zeit also, um sich Gedanken zu machen. Und welche Frage stellt man sich zuerst? Na klar: Was soll ich mitnehmen?
Für ein ganzes Jahr einen Koffer zu packen, das ist eine verrückte Aufgabe. Eine Freundin, die nach ihrem Abitur ein Jahr in Bolivien verbracht hat, hat mir damals geraten, einfach für drei Wochen Urlaub zu packen und davon auszugehen, dass ich spätestens danach irgendwo wohne, wo ich entweder eine Waschmaschine habe oder wo es in meiner Nähe einen Waschsalon gibt. Beinahe noch schwieriger war es, als ich zurückflog: Eine Freundin, die mich zuvor besucht hatte, hatte mir meinen Reiserucksack mitgebracht und im Gegenzug meinen Koffer mit nach Hause genommen. Der Rucksack war jedoch kleiner als der Koffer und ich hatte eine Menge Mitbringsel sowie Erinnerungsstücke im Gepäck. Damals habe ich einen Großteil meiner Kleidung gespendet – das war wohl die einfachste Lösung.
In diesem Sommer werde ich vier Wochen in einem Workcamp in Südafrika verbringen und dieses Mal war es relativ einfach: Die Organisation, mit der ich dort sein werde, hat uns Packlisten ausgehändigt. Ganz so einfach stelle ich mir all das bisher trotzdem nicht vor: Eine Bauchtasche habe ich zwar noch von meinem Italienurlaub und den Reisepass beantragt, der Netzadapter für die Steckdose ist zumindest bestellt und meine Kleidung bereits herausgelegt. Aber was, wenn man etwas vergisst? Oder viel schlimmer: Was, wenn die Airline den Koffer vergisst?
Wenn ich ehrlich bin, hasse ich es, zu packen. Ich finde es unglaublich stressig, mir jetzt schon überlegen zu müssen, welches T-Shirt ich in drei Wochen anziehen möchte. Und das Wetter? In Kapstadt sind die Jahreszeiten andersherum als bei uns und im August, wenn wir ankommen, ist gerade der Winter zu Ende und der Frühling beginnt. Kälte heißt das trotzdem noch nicht, außer vielleicht nachts – die Wärmflasche steht deshalb auch schon auf der Packliste.

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