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Bachelor live

Snapchat und Co.

Ich wehre mich meist gegen alles, was mir zu „Mainstream“ erscheint. Ich hatte jahrelang kein Handy mit einem fähigen App-Store, war die letzte aus meinem Freundeskreis, die sich ein Profil auf Facebook zulegte, und Instagram fand ich lange Zeit ziemlich angeberisch. Inzwischen finde ich es schwierig, mir ein Leben ohne ein Handy mit Apps vorzustellen, die Facebook-App öffne ich auch täglich und Instagram-süchtig bin ich sowieso. Wenn mich Freunde aus meiner Schulzeit damit necken, kann ich aber meist darüber lachen – und sage immer, dass ich halt Medienwissenschaft studiere und sich das so gehört.
In meinem Studium geht es eher um traditionelle Medien wie Radio, Film und Fernsehen, um Zeitungen, Bücher und Webseiten. Social Media taucht immer mal wieder in Seminaren auf, aber das Studium ist auf jeden Fall mehr als nur Facebook und Co. Ich glaube, dass trotzdem viele von uns Lust haben, nach ihrem Studium im Bereich Social Media zu arbeiten. Ich habe seit ein paar Monaten eine Stelle als studentische Hilfskraft und füttere als solche auch fleißig die Facebook-, Instagram- und Twitteraccounts verschiedener Kunden. Das macht mir Spaß, weil man so unkompliziert mit den Leuten in Kontakt treten kann.
Nur Snapchat verstehe ich bisher noch nicht. Bei Instagram bleibt immer noch das Gefühl, dass ich mit jedem Foto, das ich poste, eine Art Fotowand basteln kann. Snapchat ist aber vergänglich. Jedes Foto, das ich poste, ist einen Tag später gelöscht. Aus reiner Neugier habe ich mir die App aber doch installiert. Genau zwei meiner eingespeicherten Kontakte sind dort aktiv: Meine jüngere Schwester schickte mir einige Tage lang Fotos von ihren Füßen in Turnschuhen kurz vor dem Sportunterricht und von selbstgekochten Nudelgerichten. Und eine Freundin aus der Uni versorgte mich mehrmals täglich mit Bildern aus ihrem Leben.
Mein Fazit: Ich verstehe diesen Trend immer noch nicht. Warum muss jemand wissen, was ich gegessen habe, selbst wenn das Foto kein bisschen schön aussieht? Warum muss ich all meinen Freunden zeigen, dass ich mit zwei von ihnen abends im Kino war? Gleichzeitig frage ich mich aber auch, wie das meine berufliche Zukunft verändern wird: Werden die PR-Agenturen in zehn Jahren zunehmend Fotos auf Snapchat stellen? Je länger ich Medienwissenschaft studiere, desto mehr frage ich mich, was es sowohl für die Werbung aber auch die Öffentlichkeitsarbeit bedeutet, wenn alles, was wir ins Internet stellen, immer vergänglicher wird.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 9, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 9, 2017

Bachelor live

Reisepass und Netzadapter

Als ich nach meinem Abitur für einen Freiwilligendienst nach Spanien ging, wusste ich schon recht früh, dass alles klappen würde: Bereits im Februar hatte ich die Zusage von dem Projekt, in dem ich arbeiten würde, und bis Mai warteten wir dann noch auf die Zusage, dass die Fördergelder für dieses Projekt bewilligt werden. Im Juni war mein Abiball und im Oktober ging es erst los: jede Menge Zeit also, um sich Gedanken zu machen. Und welche Frage stellt man sich zuerst? Na klar: Was soll ich mitnehmen?
Für ein ganzes Jahr einen Koffer zu packen, das ist eine verrückte Aufgabe. Eine Freundin, die nach ihrem Abitur ein Jahr in Bolivien verbracht hat, hat mir damals geraten, einfach für drei Wochen Urlaub zu packen und davon auszugehen, dass ich spätestens danach irgendwo wohne, wo ich entweder eine Waschmaschine habe oder wo es in meiner Nähe einen Waschsalon gibt. Beinahe noch schwieriger war es, als ich zurückflog: Eine Freundin, die mich zuvor besucht hatte, hatte mir meinen Reiserucksack mitgebracht und im Gegenzug meinen Koffer mit nach Hause genommen. Der Rucksack war jedoch kleiner als der Koffer und ich hatte eine Menge Mitbringsel sowie Erinnerungsstücke im Gepäck. Damals habe ich einen Großteil meiner Kleidung gespendet – das war wohl die einfachste Lösung.
In diesem Sommer werde ich vier Wochen in einem Workcamp in Südafrika verbringen und dieses Mal war es relativ einfach: Die Organisation, mit der ich dort sein werde, hat uns Packlisten ausgehändigt. Ganz so einfach stelle ich mir all das bisher trotzdem nicht vor: Eine Bauchtasche habe ich zwar noch von meinem Italienurlaub und den Reisepass beantragt, der Netzadapter für die Steckdose ist zumindest bestellt und meine Kleidung bereits herausgelegt. Aber was, wenn man etwas vergisst? Oder viel schlimmer: Was, wenn die Airline den Koffer vergisst?
Wenn ich ehrlich bin, hasse ich es, zu packen. Ich finde es unglaublich stressig, mir jetzt schon überlegen zu müssen, welches T-Shirt ich in drei Wochen anziehen möchte. Und das Wetter? In Kapstadt sind die Jahreszeiten andersherum als bei uns und im August, wenn wir ankommen, ist gerade der Winter zu Ende und der Frühling beginnt. Kälte heißt das trotzdem noch nicht, außer vielleicht nachts – die Wärmflasche steht deshalb auch schon auf der Packliste.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Oct 4, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Oct 4, 2017

Bachelor live

Funzeln, süßer Schoppen und Co.

Als ich im vergangenen Jahr fast 150 Kilometer fern meiner rheinhessischen Heimat nach Marburg gezogen bin, ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, was es bedeutet, in einer Weinregion aufgewachsen zu sein. Viele Dinge, die ich bislang für völlig normal gehalten habe, entpuppten sich plötzlich als regionale Sitten.
Als ich meinen Mitbewohnern beispielsweise einmal erzählte, dass ich am Wochenende mit Freunden funzeln war, sahen sie mich nur fragend an. Auch als ich ihnen erklärte, was eine Funzelfahrt ist (eine Planwagenfahrt durch die Weinberge mit Weinverkostung), konnten sie sich darunter nicht viel vorstellen. Ein anderes Mal schnappten einige meiner Freunde den Begriff „Händkäs mit Musik“ auf und fingen an zu rätseln, was wohl damit gemeint war. Sie hatten viele kreative Ideen: Ein Käse serviert mit einer kleinen Jukebox, die ein gewünschtes Lied spielt? Geigenspieler, die sich neben den Tisch stellen, während man den Käse isst? Dass es sich dabei um Käse in Zwiebelsoße handelt, wusste allerdings niemand. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich auf einer Marburger WG-Party, als ich ein beliebtes Getränk aus meiner Heimat trank: Süßer Schoppen, also Wein mit Limonade. Auch dafür erntete ich irritierte Blicke und mehrmals die Frage: „Schmeckt das überhaupt?!“
Natürlich gibt es überall regionale Besonderheiten – ob Spezialitäten, Bräuche oder Festivitäten. Aber vor allem im Spätsommer lerne ich meine Heimat immer wieder aufs Neue zu schätzen. Zwischen August und Oktober richtet fast jede Stadt und jedes kleine Dorf in der Umgebung ein eigenes Weinfest aus, ebenso veranstalten viele Weingüter Hoffeste. Dort treffe ich nicht nur jedes Mal viele Bekannte, sondern komme auch in den Genuss vieler rheinhessischer Köstlichkeiten, wie einem guten Wein oder Spundekäs mit Bretzelchen. Das fehlt mir manchmal in Marburg.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Sep 26, 2017
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Sep 26, 2017