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Bachelor live

Theater in der Finsternis

Autor:
Franziska

Rubrik:
studium

24.10.2017

Ich gehe sehr gerne ins Theater und habe schon viele verschiedene Stücke gesehen, darunter auch Musicals, Open-Air-Aufführungen, Produktionen des Theaterjugendclubs und klassische Stücke. Eine ganz neue Theatererfahrung habe ich vergangene Woche gemacht, als ich mit einer Freundin das Spiel „20.000 Meilen unter dem Meer“ besuchte. Das Besondere an dieser Aufführung: Sie fand komplett im Dunkeln statt. Bevor es losging, konnte ich mir kaum vorstellen, etwa 70 Minuten lang ruhig in der Finsternis zu sitzen. Als dann alle Lichter ausgingen und uns tatsächlich völlige Dunkelheit umgab, dauerte es zunächst einen kleinen Moment, bis meine Augen aufhörten, vergeblich einen Lichtpunkt zu suchen und ich mich auf einen einzigen Sinn konzentrieren konnte: das Hören.
Mit einer Mischung aus reiner Erzählung und Rollenspiel wurde die Geschichte des Professor Aronnax, seines Dieners Conseil und Kapitän Nemo erzählt. Das Publikum saß in der Mitte des Raumes, während sich die Schauspieler um uns herum bewegten. Gleichzeitig waren an verschiedenen Stellen Lautsprecher befestigt, durch die Hintergrundgeräusche wie Meeresrauschen elektronisch eingespielt wurde. Es hat sich wirklich ein bisschen angefühlt wie eine Traumreise, bei der man die Augen schließt und sich gedanklich an einen anderen Ort oder in eine bestimmte Situation begibt. Obwohl wir als Publikum nur zuhören konnten und anders als bei normalen Theateraufführungen Mimik, Gestik und Requisiten keine Rolle spielten, war die Aufführung sehr mitreißend. An der Stelle, an der in der Geschichte die Luft in der Kabine des U-Bootes knapp wurde, schnappten auch einige Personen im Publikum nach Luft. Als schließlich die Lichter wieder angingen, fühlte ich mich, als würde ich aus einem Traum erwachen und in die Realität zurückkommen.
Das Theater in der Finsternis war mal etwas ganz anderes und eine sehr coole neue Erfahrung. Ich finde es beeindruckend, wie die Schauspieler es geschafft haben, allein mit ihren Stimmen so viele Emotionen rüberzubringen und sich zusätzlich noch im Dunkeln zu orientierten.

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