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Bachelor live

Auf den Spuren der Prager deutschen Autoren

Eigentlich bin ich ja Slawist, dennoch nahm ich jüngst aus persönlichem Interesse an einer Exkursion der Germanistik nach Prag teil. Das Thema: die Prager deutsche Literatur. Dies ist eine der bedeutendsten Schaffensphasen deutschsprachiger Autoren außerdem Deutschlands. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts – bis 1939, als Prag von den Nationalsozialisten eingenommen wurde und damit das gesamte Gebiet des heutigen Tschechiens besetzt war – lebten in Prag drei große Bevölkerungsgruppen: die Tschechen, die Deutschen und die Juden. Klar, jeder kennt Franz Kafka, aber das war bei Weitem nicht der einzige Vertreter der Prager deutschen Literatur. In der Moldaustadt gab es zu jener Zeit eine literarische Community, die sich in den Kaffeehäusern traf und austauschte.
Die Germanistik-Institute der Leipziger und der Prager Uni widmen sich seit sieben Jahren jährlich je einem Autor des Prager Kreises. Die Projektteilnehmer aus beiden Ländern arbeiten in kleinen Gruppen zusammen und schreiben einen wissenschaftlichen Essay zu einem Aspekt. Am Ende erscheint ein Sammelband mit allen Texten.
Zum Prager Kreis zählte auch Oskar Baum. In Pilsen geboren, erblindete er als Kind und besuchte ein Blindeninternat in Wien. Er wurde Klavier- und Orgellehrer und schrieb Musikkritiken sowie Literatur in seiner Muttersprache. Zurück in Prag, traf er sich regelmäßig mit Kafka, Max Brod und anderen.
Vor Kurzem begann für uns in Prag die Arbeit am Projekt. Wir diskutierten über Motive und unsere Eindrücke, bildeten anschließend Kleingruppen zu verschiedenen Aspekten zweier ausgewählter Erzählungen Oskar Baums und seinem Leben. Die Recherche in Archiven und nach Texten geht für mich richtig los, wenn ich die Rolle und Position Baums innerhalb des Prager Kreises herausarbeiten werde. Im April stellen dann alle Teilnehmer des Projekts in einem Kolloquium in Leipzig ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor. Danach werden die Texte für die Veröffentlichung verfasst, welche nächsten Herbst erscheinen soll.
Wir befassen uns aber nicht nur mit Oskar Baum, sondern auch mit Deutschen und Juden im Prag des 20. Jahrhunderts. Daher machten wir einen literarischen Spaziergang. Dabei besuchten wir auch das „Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren“, das die letzte deutsche Prager Autorin, Lenka Reinerová, einst gründete, um die Erinnerungen an die Zeit aufrechtzuerhalten. In einem Dokumentarfilm und der wunderbaren Dauerausstellung erfuhren wir eine Menge über den zeitlichen Kontext Baums.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  Dec 19, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
Dec 19, 2017

Bachelor live

Studium oder Praxiserfahrung?

Zwei Semester meines Publizistikstudiums, die sich längst nicht wie ein ganzes Jahr angefühlt haben, sind bereits vorbei. Inzwischen konnte ich einen ganz guten Einblick in meinen Fachbereich gewinnen und erste spezifischere Interessen entwickeln. Was genau ich mit meinem Bachelor in Publizistik mal anfangen werde steht, jedoch noch in den Sternen. Das liegt vor allem daran, dass ich keinen blassen Schimmer habe, wie es in der Berufswelt dieses Fachbereichs aussieht.
Im Studium ist mir schnell aufgefallen, dass hauptsächlich Theorie vermittelt wird. Einen praktischen Bezug gibt es – zumindest bei meinem Studiengang – leider kaum, obwohl gerade eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis meiner Meinung nach extrem wichtig ist, um sich eine realitätsnahe Vorstellung von einem Beruf machen zu können. Mit dem Wissen, das ich bisher in der Uni mit auf den Weg bekommen habe, würde ich mich in einem Unternehmen relativ nutzlos fühlen. Wir lernen Fakten über die Mediengeschichte, Theorien zur Nachrichtenauswahl, Konzepte, die die politische Kommunikation beeinflussen, und wie man theoretisch eine Inhaltsanalyse oder ein Experiment durchführen würde – man beachte den Konjunktiv …
Bei diesem Konzept wird schnell klar, warum jeder Studierende ein dreimonatiges Pflichtpraktikum absolvieren muss. Inzwischen bin ich sehr gespannt darauf, wie mein späteres Berufsleben aussehen könnte und welche Möglichkeiten ich überhaupt habe. Deshalb habe ich mir für meine nächsten Semesterferien ein vorgenommen, ein Praktikum zu absolvieren. Bis jetzt stand dies nicht besonders weit oben auf meiner To-Do-Liste, da ich erst mal einen Einblick in den Studiengang gewinnen und mir klar darüber werden wollte, wo meine Interessen liegen. Jetzt steht das Praktikum ziemlich weit oben auf der Liste und wird mein nächstes kleines Projekt werden.

Autor: Nadine  |  Rubrik: studium  |  Dec 18, 2017
Autor: Nadine
Rubrik: studium
Dec 18, 2017

Bachelor live

Zurückkehren ist nicht einfach

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich zu Schulzeiten von Klassenfahrten, Skifreizeiten und meinem Schüleraustausch zurück zu nach Hause gekommen bin: Jedes Mal habe ich mich unglaublich gefreut! Meine Eltern, meine Schwester, mein eigenes Bett, die vertraute Umgebung – egal wie schön die Zeit woanders war, mein Zuhause habe ich doch immer etwas vermisst.
Das hat sich geändert, als ich nach dem Abitur für neun Monate einen Freiwilligendienst in Madrid absolviert habe. Schon nach knapp drei Monaten als ich über die Weihnachtsferien zurück nach Deutschland geflogen bin, fühlte sich Madrid eher wie mein Zuhause an. In Deutschland hingegen erschienen mir die Menschen seltsam kühl. Weitere sechs Monate später ging mein Freiwilligendienst in Spanien zu Ende. Kaum war ich zurück in Deutschland, ging es für ein Seminar nach Berlin. Das klingt zunächst sehr stressig, aber im Endeffekt war es super. Denn in der Zeit nach meinem Freiwilligendienst wollte ich nicht wahrhaben, dass ich Madrid nicht so schnell wiedersehen würde. Mir fehlten der Rotwein und die Tortilla, meine französische Mitbewohnerin und meine beste Freundin, die Menschen, mit denen ich gearbeitet hatte, die Siesta und die durchgemachten Nächte. Sonst hätte ich wahrscheinlich mein Unvermögen, mit dem Ende meiner Spanienzeit umzugehen, direkt an meinen Eltern ausgelassen.
Im Sommer verbrachte ich vier Wochen in einem Workcamp in Südafrika. Das ist keine lange Zeit und es war auch anstrengend, da wir uns immer wieder auf Neues einlassen mussten. Aber zurückkehren ist trotzdem nicht einfach, merkte ich nun wieder. Auch würden mir zurück in Deutschland erst die Unterschiede bewusst. In unserem Viertel bei Kapstadt war der Elektrozaun um unser Grundstück normal und auch, dass ich nicht alleine auf die Straße ging. Zurück bei meinen Eltern war es seltsam und befremdlich, einfach so allein aus dem Haus zu gehen und im Wald zu spazieren. Viel Zeit zum Nachdenken blieb mir aber nicht: Zwei Hausarbeiten wollten abgegeben werden und in der Woche nach dem Rückflug fing ich wieder an zu arbeiten. Auch das war stressig – und wohl gut so. Sobald ich wieder in Bonn unter meinen Unifreunden war, war es beinahe so, als wäre ich nie in Südafrika gewesen. Erst nach und nach fiel mir das Rückkehren wieder schwer, etwa wenn ich Menschen von Südafrika erzählen sollte und selbst noch kein Fazit von der Reise gezogen hatte.
Ich glaube, dass es zu einem Auslandsaufenthalt dazugehört, mit der Rückkehr zu hadern. Sonst hätten wir uns in der Zeit schließlich nicht verändert und nichts dazugelernt.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2017
Autor: Marie
Rubrik: studium
Dec 14, 2017