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Im Rollstuhl durch Berlin

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

16.01.2018

Im März darf ich mit dem Tagesspiegel im Rahmen des Projekts „Paralympics Zeitung“ zu den Paralympischen Spiele nach Pyeongchang in Südkorea fliegen, um von dort aus zu berichten. Damit wir als Redaktionsteam zusammenwachsen und das Projekt kennenlernen, durften wir bereits eine Woche in der Berliner Redaktion des Tagesspiegels verbringen: Workshops zu Inklusion, ein Ausflug ins Druckhaus und Abende mit Pizza und Recherche standen auf dem Programm.
Außerdem nicht zu vergessen: eine Tour im Rollstuhl durch Berlin. Ein dort ansässiger Hersteller von Prothesen und Rollstühlen bietet diese Touren in Kooperation mit einem gemeinnützigen Verein an. Menschen, die sich in die Lage von Menschen mit Behinderungen versetzen möchten, können neben dem Rollstuhl auch einen Blindenstock samt Augenbinde ausprobieren.
Als ich versuchte, im Rollstuhl über einen Berliner Platz zu fahren, merkte ich, wie schwierig das ist: Das Lenken selbst wirkte zuerst recht intuitiv, aber Unebenheiten waren schwer zu bewältigen. Die erfahrenen Rollstuhlfahrer, die uns dabei begleiteten, meisterten all diese Hürden ohne Anstrengung und sagten, dass dieser Platz noch zu den Gegenden in Berlin gehör, in denen es vergleichsweise einfach sei, sich mit dem Rollstuhl fortzubewegen. Für uns Anfänger war es trotzdem schwer.
Auch spürt man, dass Cafés, Restaurants und Imbissbuden häufig nicht darauf ausgelegt sind: Im Rollstuhl konnte ich kaum über den Tisch eines Getränkestandes blicken, im Café waren die Gänge zu eng, um zu einen Tisch zu gelangen, und am Imbissstand hing die Speisekarte so hoch, dass mir der Tresen den Blick darauf versperrte.
Herausgefunden habe ich dabei vor allem, dass Inklusion nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig ist: Die Tür des Einkaufszentrums, die sich auf Knopfdruck öffnen lässt, wurde immer wieder auch von Müttern mit Kinderwagen genutzt. Auch sie brauchen beispielsweise breitere Wege in Cafés. Mir ist dabei gewusst geworden: Inklusion ist für alle da.

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