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Bachelor live

Vintage oder Karneval?

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

16.02.2018

Mit 15 besuchte ich mit meinen Eltern Bekannte in Köln und überredete meine Mutter, mit mir in zwei Vintageläden zu fahren. Doch ich fand beide recht enttäuschend. Zum einen, weil mir die Größen meist nicht passten, zum anderen weil es schwierig ist, auf den Wühltischen etwas zu finden.
In Köln gibt es unzählige Vintage- und Secondhand-Läden. Einige davon sind sogenannte Kilo-Stores, was bedeutet, dass man sich Kleidungsstücke heraussucht, sie wiegt und einen festen Preis pro Kilo bezahlt – wobei man natürlich nicht unbedingt ein ganzes Kilo kaufen muss. Läden zu besuchen, deren Kleiderstangen mit einer scheinbar endlosen Zahl an Kleidungsstücken gefüllt sind, unter denen mit Sicherheit keine zwei gleichen sind, ist ein verrücktes Gefühl.
Wir sind so sehr daran gewöhnt, jedes T-Shirt und jede Hose an derselben Kleiderstange in verschiedenen Größen und in mehrfacher Ausführung hängen zu haben, dass es inzwischen beinahe normal ist, dass wir zufällig dieselben Sachen kaufen. Woher kommen aber die ganzen Klamotten in Secondhand- und Vintage-Läden? Genau weiß ich es nicht. Mir hat es jedoch gezeigt, dass unglaublich viele Kleidungsstücke produziert werden, die wenig oder gar nicht getragen werden.
Ich fand außerdem jüngst heraus, warum diese Läden gerade im Rheinland so beliebt sind: Als eine Freundin von mir Kleidungsstücke in einem Secondhand- und Vintageladen anprobierte, runzelte eine Frau bei ihrem Anblick die Stirn, lächelte und meinte: „An Karneval kann man doch alles anziehen.“ Aber sind Secondhand- und Vintageläden wirklich nur etwas für die Karnevalszeit? Ich glaube nein, denn niemand braucht all die Kleidungsstücke, die täglich produziert werden. Viel zu viele von ihnen landen ungetragen hinten im Kleiderschrank oder gar in der Mülltonne.

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