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Bachelor live

Gibt es ein Wintertief?

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

09.03.2018

Vor einigen Tagen saß ich in der Bibliothek und wartete auf eine Freundin, mit der ich zum Lernen verabredet war. Zwei Studentinnen gingen an mir vorbei und unterhielten sich darüber, wie nervig sie den Winter finden. Es sei dunkel, kalt und es gäbe nicht viel Abwechslung, obwohl man die zwischen dem Lernen oder dem Schreiben von Hausarbeiten gut gebrauchen könnte.
Gibt es so ein Wintertief wirklich? Aus eigener Erfahrung würde ich sagen: ja. In meiner Schulzeit habe ich ein Jahr lang an einem Sport-Projektkurs teilgenommen, bei dem ich jede Woche beim Sportunterricht an einer Förderschule in der Nähe meines Gymnasiums ausgeholfen habe. Da gibt es Auf und Abs, mal verstanden sich die Schüler besser, mal weniger. In dem Quartal zwischen den Weihnachts- und Osterferien war es aber auf jeden Fall am anstrengendsten: Zum einen werden da die Halbjahreszeugnisse vergeben, die Schüler und Lehrer unter Druck setzen. Zum anderen folgen darauf keine Ferien – stattdessen ist es das längste Quartal, sodass bald die Luft raus ist.
Bevor ich nach meinem Abitur meinen Freiwilligendienst begann, erzählte man uns auf einem Seminar, dass es normal ist, sich gegen Mitte des Freiwilligendienstes schlecht zu fühlen. Am Anfang ist man noch begeistert von all dem Neuen und gegen Ende zählt man den Countdown herunter. In der Mitte spürt man jedoch, dass alles zuvor Schöne und Neue doch nicht so toll ist – oder zumindest anders als gewohnt. Der Tipp: Augen zu und durch. Es gibt Phasen, in denen nicht alles glatt läuft, und das sollte man von Anfang an wissen und akzeptieren.
In der Uni ist es nicht anders. Wir wohnen alleine oder mit WG-Mitbewohnern, die ähnlich viel Zeit wie wir selbst mit Lernen verbringen müssen. Es gibt im Winter kaum etwas anderes zu tun, man kann zwischen Seminaren nicht draußen Zeit verbummeln, möchte eigentlich nur in Cafés oder zuhause sitzen. Und dann sind da noch die Klausuren!
Ein Wintertief? Das konnte ich definitiv schon bei einigen Studierenden beobachten. Meine Tipps? Serien, Tee und Wärmflaschen.

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