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Bachelor live

Die Entscheidung ist gefallen

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich nach meinem Abitur einen Freiwilligendienst für eine Stiftung in Spanien machte und dort einen Vortrag an einer Privatschule hielt. Ich stellte dort unsere Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung vor. Als die Lehrerin erklären wollte, was genau ich in Spanien machte, dachten schon die Dritt- und Viertklässler als Erstes an Erasmus, also daran, dass man dank des Programms ein Auslandssemester absolvieren kann.
Ich dagegen kam damals zum ersten Mal auf den Gedanken an ein Auslandssemester. Ein Großteil der anderen, die wie ich einen Europäischen Freiwilligendienst machten, war bereits älter und hatten den Bachelor oder sogar schon den Master hinter sich. Für viele war es nicht ihr erster Auslandsaufenthalt, einige hatten etwa vor ihrem Freiwilligendienst bereits ein Auslandssemester in Spanien gemacht. Als ich dann selbst ins Studium startete, machte ich mir Gedanken, wohin ich für ein Auslandssemester gehen wollte. Zuerst dachte ich an Irland, dann an Rumänien, zwischenzeitlich an die USA, dann wiederum an Asien und zuletzt an Frankreich.
Deshalb habe ich schon einmal einen Französischkurs an meiner Uni belegt. Der hat mich zwar weitergebracht, aber ich merkte, dass mich die Sprache einfach nicht begeistert. Parallel zu Frankreich habe ich mich daher auch über Studierendenaustausche mit asiatischen Unis informiert und je länger ich mich mit diesen auseinandergesetzt habe, desto mehr faszinierten mich die Studienmöglichkeiten dort. Nach dem Einsenden meiner Bewerbung und dem Auswahlgespräch aktualisierte ich einige Tage lang im Minutentakt meine E-Mails, bis endlich eine Antwort eintrudelte. Und siehe da: Ich erhielt die Zusage für ein Auslandssemester an einer Universität in Taipeh, Taiwan!
Heute freue ich mich unglaublich auf das Semester dort: Ich hoffe auf einen Chinesischsprachkurs, Austauschstudierende aus der ganzen Welt, warmes Klima und Wochenendausflüge. Und ich freue mich schon darauf, hier über Taiwan zu schreiben!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Apr 11, 2018

Bachelor live

Grüße aus Lissabon

Das Leben unter der prallen Sonne ist fantastisch! Seit Montag haben wir hier in Lissabon schönstes Wetter mit einem kühlenden Wind. Seit Anfang der Woche mache ich mit meiner Familie in der Hauptstadt Portugals Urlaub. Nach den tristen, grauen Frühlingswochen in Deutschland sind diese warmen Tage hier eine Wohltat. Der leichte Sonnenbrand auf meiner Nasenspitze prickelt fröhlich und das Wetter hier verführt mich zum Träumen.
Neben typischen Sehenswürdigkeiten wie dem Aussichtsaufzug und den Museen ist mir eine andere Sache aufgefallen: Obwohl wir uns in Europa befinden, ist die Armut überall deutlich zu erkennen. Wenn man mit der historischen 28er Tram durch die kleinen Gassen der Stadt fährt, scheint jedes fünfte Haus heruntergekommen und unbewohnbar zu sein. Nebst wunderschönen, mit bemalten Ziegeln verzierten Häusern stehen zugemauerte Bauten ohne Dach. Selbst direkt neben den Wahrzeichen der Stadt sieht man verfallende Gebäude.
Ein Einwohner erzählte uns, dass in der Hauptstadt Lissabon viele Studierte mit einem erfolgreichen Abschluss nicht mehr als circa 850 Euro im Monat verdienen. Es mag sein, dass die Lebenshaltungskosten hier niedriger sind als etwa in Deutschland. Aber dass selbst Ärzte, Lehrer und Juristen einen solch niedrigen Lohn haben, ist doch erschreckend. Und Lissabon hat wenigstens noch den Tourismus als wirtschaftliche Bereicherung – wie sieht es wohl erst in ländlicheren Gegenden Portugals aus? Dieser Urlaub hat mir gezeigt, welches Glück ich habe, in Deutschland zu leben. Ich kann auf eine gute Infrastruktur mit relativ stabilen Straßen und robusten Häusern zählen und eine hohe Lebensqualität genießen.
Besonders positiv ist mir dagegen – neben dem tollen Wetter und den schmackhaften Speisen – die Freundlichkeit der Portugiesen aufgefallen. Bei der kleinsten Frage nach dem Weg wurden uns intensive Beschreibungen zuteil. In dieser Woche wurden wir außerdem zehnmal darauf hingewiesen, dass wir auf Taschendiebe Acht geben sollten.
Insgesamt war es ein gelungener Urlaub und eine schöne Familienzeit, die mich von der verhassten Hausarbeit ablenkte. Die ist direkt nach dem Urlaub wieder dran!

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Apr 11, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Apr 11, 2018

Bachelor live

Über Asyl diskutieren

Seit meinem ersten Semester an der Uni gehe ich zusammen mit anderen Trainern im Namen der Schwarzkopf-Stiftung an Schulen in NRW und spreche mit Schulklassen über die Europäische Union und über Asylrecht. Das ist immer wieder spannend: In jeder Klasse agieren die Schüler anders miteinander, jedes Mal höre ich neue Meinungen. Wir versuchen, ihnen eine Chance zu geben, alles zu sagen, was in ihren Köpfen herumschwirrt. Vor einem Lehrer, der sie später benoten wird, möchten sie ihre Meinung vielleicht nicht so offen kundtun, aber uns sehen sie nie wieder. Wir schaffen einen sicheren Raum.
In meinem ersten Jahr an der Uni habe ich solche Kurse nur zum Thema Europäische Union gehalten, dieses Semester kam das Thema Asylrecht dazu. Einfach finde ich das noch nicht: Es gibt Schüler, die einen Bezug dazu haben, beispielsweise weil sie sich selbst in der Hausaufgabenbetreuung für geflüchtete Minderjährige engagieren. Andere haben sich noch keine Meinung zu dem Thema gebildet.
Außerdem ist es nicht einfach, zu verstehen, auf welcher Basis die politischen Entscheidungen getroffen werden: Genfer Flüchtlingskonvention, Grundgesetz, subsidiärer Schutz – all das sind wichtige Begriffe, um zum Beispiel die Diskussion rund um den Familiennachzug zu verstehen. Wenn wir am Ende des Kurses die Fragen der Schüler besprechen oder sie in verschiedene Rollen – vom Regierungschef der Slowakei bis zum Menschenrechtsaktivisten – schlüpfen lassen, können sie das Wissen meist bereits gut anwenden.
Auch ethische Aspekte sind heikel. Es geht um die Frage, ob jemand ein neues Leben an einem anderen Ort beginnen darf. Es geht um Menschen, die im Mittelmeer ertrinken. Und es geht um Grenzen und Gesetze, die manchmal willkürlich erscheinen. Ich fühle mich da oft sehr privilegiert – schließlich habe ich nichts dafür getan, in einem Land geboren worden zu sein, das sicher ist, das mir Perspektiven für meine Zukunft eröffnet und aus dem ich niemals fliehen musste. Und doch sitzen wir ganz entspannt in dem so sicheren Umfeld einer Schule und diskutieren zwischen der Frühstückspause und dem Schulgong über Fragen, die für andere Menschen unglaublich viel bedeuten.