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Bachelor live

Snapchat statt Tagesschau

Autor:
Marie

Rubrik:
studium

26.07.2018

Die Medienlandschaft ändert sich jeden Tag: Einige von uns haben noch ein Zeitungsabo, andere lesen vor allem die Nachrichten, die unser Facebook-Feed anzeigt. Immer weniger Studierende haben Fernseher, viele Sender stellen ihre Angebote deshalb auch im Internet zur Verfügung. In meinem ersten Semester haben wir viel darüber gesprochen, wie sich die Medienlandschaft historisch gesehen entwickelt hat. Unser Medienkonsum hat sich ständig verändert und wird das auch weiterhin tun.
Im Juli war ich bei der Future News Worldwide-Konferenz in Schottland: Das British Council organisiert dort jedes Jahr Vorträge und Workshops für Nachwuchsjournalisten. Ein wichtiges Thema in diesem Jahr: Welche neuen Chancen bieten sich uns im Internet, welche Herausforderungen müssen wir dadurch aber auch meistern?
Besonders beschäftigt hat mich zum Beispiel Yusuf Omar, der mit journalistischen Inhalten vor allem auf Sozialen Netzwerken wie Snapchat, Facebook und Instagram unterwegs ist. Für eine indische Zeitung hat er Journalisten zu sogenannten Mobile Journalists, also Journalisten, die Inhalte mit ihren Handys erstellen, ausgebildet. In seinem Vortrag hat er einige kurze Sequenzen gefilmt und innerhalb von fünf Minuten fertig gestellt. Die meisten Videos, die sich auf seinen Social Media-Accounts befinden, sind zwar bedeutend aufwendiger, aber mich hat es trotzdem beeindruckt, wie schnell ein solches Video gemacht werden kann.
Ich habe einige journalistische Formate auf Instagram abonniert, deren Stories ich auch verfolge: Um politische oder tagesaktuelle Nachrichten handelt es sich dabei aber eher nicht. Auch finde ich es schwierig, wie sehr sich der Journalismus damit abhängig von Riesen wie Facebook und Snapchat macht: Auch bleibt die Frage offen, womit Journalisten Geld verdienen sollen, wenn die meisten Inhalte kostenlos auf Social Media gestellt werden: Oft wird dann auf gesponserte Inhalte gesetzt, also Inhalte, bei denen Unternehmen das jeweilige Medium dafür bezahlen, sie zu veröffentlichen. Da ist es mir dann doch lieber, für meine Abos zu zahlen und dafür Nachrichten ohne Werbung und gesponserte Inhalte lesen zu können.

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