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Bachelor live

Der Blick zurück

Autor:
Bo

Rubrik:
orientieren

30.07.2018

Vor ein paar Tagen klickte ich mich durch die Vielzahl meiner abi» Blogeinträge und war hin- und hergerissen zwischen laut loslachen und in Erinnerungen schwelgen. New York, Abitur, Jura, Heidelberg, Berlin – da kommt einiges zusammen. Es war ein schönes Gefühl, mich durch die Blogeinträge wieder in meine situative Gefühlswelt hineinzuversetzen. Meist wirkt im Rückblick alles rosiger und einfacher, als es tatsächlich war, oder? Wer erinnert sich noch so genau an die zähen Physikstunden in der Schule? Stattdessen schwärmt man von den Freistunden im Kreise der schnatternden Freundinnen. Durch meine wöchentlichen Beiträge hier im abi» Blog erinnere ich mich aber auch daran, wie sehr ich ineffiziente Freistunden gehasst habe.
Wenn ich mir Beiträge aus der Zeit durchlese, bekomme ich ein Gefühl dafür, wer ich damals war, was mich bewegt hat, wie meine Träume aussahen und was mir Angst gemacht hat. Manche Träume meines 18-jährigen Ichs habe ich bereits erfüllt, die meisten meiner Wünsche haben sich jedoch drei Jahre später geändert. Einige erscheinen mir heute nicht mehr erstrebenswert oder sinnvoll, andere sind entweder weniger realitätsfern oder auch etwas schlichter geworden.
Macht das meine jetzigen Träume weniger wertvoll? Ganz und gar nicht! Heute habe ich mehr Erfahrung und weiß besser, was ich will. Ich muss nicht mehr überall dabei sein, weiß, wo ich mich wohlfühle und wo ich mich auf keinen Fall sehe. Es ist nicht schwer, nun mit 21 weiser als mein 18-jähriges Ich zu sein, schließlich war ich, wie die meisten in diesem Alter, ein wenig naiv. Es tut gut, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken, auf die Fehler, die Tränen, die Glücksmomente – und zu wissen, da wo ich heute bin, fühle ich mich wohl.

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