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Bachelor live

Bewegung an der Grenze

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

05.10.2018

Es war ein laues Spätsommerwochenende, als wieder einmal junge Menschen aus Deutschland und Tschechien zusammenkamen, um gemeinsam zu diskutieren, zu arbeiten und voneinander zu lernen. Es war das nunmehr dritte Plenartreffen des Deutsch-tschechischen Jugendforums, das im oberpfälzischen Waldmünchen stattfand und auf dem ich als Sprecher des Forums dabei war.
Einen passenderen Ort konnte es für das Treffen mit dem Oberthema „Grenzen“ wohl kaum geben, denn Waldmünchen liegt unweit der tschechischen Grenze. Dem Thema näherten wir uns aus verschiedenen Blickwinkeln an. So gab es Workshops zur Landschaftsarchitektur im deutsch-tschechischen Grenzgebiet und zu den ökologischen Grenzen unseres Planeten.
Höhepunkt war aber vor allem das World-Café: Hier stellten verschiedene Vertreter der deutsch-tschechischen und der bayerisch-tschechischen Zusammenarbeit ihre Projekte vor. Ein Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes erklärte zum Beispiel, wie es dazu kam, dass eine Frau einmal auf Deutsch und einmal auf Tschechisch für tot erklärt werden musste. Außerdem erzählte er, dass man, wenn man als Deutscher hinter der Grenze in Tschechien verunglückt und in ein deutsches Krankenhaus gebracht werden möchte, an der Grenze von einem tschechischen in einen deutschen Krankenwagen verladen werden muss, da die Krankenwagen nicht einfach ins Nachbarland fahren dürfen. Hier herrscht doch definitiv noch Nachholbedarf bei der Zusammenarbeit beider Länder. Außerdem gut zu wissen: Als deutscher Tourist in Tschechien wird man automatisch Organspender, da in Tschechien das Widerrufsrecht gilt.
Sehr interessant war auch die Vorstellung der Arbeit des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-tschechischen Polizei- und Zollzusammenarbeit Petrovice-Schwandorf. Das Zentrum ermöglicht zum Beispiel Einblicke in Akten und kümmert sich darum, dass ein Verbrecher, der mit dem Auto über die Grenze fährt, weiter verfolgt wird.

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