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Bachelor live

170 00 Praha 7

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

15.10.2018

Seit Februar wohne ich im Norden Prags, in Prag 7, Postleitzahl 170 00. Was macht diesen Stadtteil so besonders? Warum möchte ich hier eigentlich gar nicht weg? Und was werde ich vermissen, wenn es nun doch soweit sein wird?

In Leipzig lebte ich im Norden der Stadt – in Gohlis. Während das eher einen Ruf als Spießer-Viertel hat, kann man dem Prager Viertel Letná, in dem ich seit Februar wohne, einen gewissen Szenecharakter nicht absprechen.

Aus meinem Fenster blicke ich auf die Straße Milady Horákové, eine der Hauptadern des Stadtteils. Wie also auch in Leipzig-Gohlis habe ich das Rattern der Straßenbahn direkt vor der Tür. Stundenlang könnte ich manchmal mit einem Kaffee am Fenster sitzen und dem Treiben zuschauen.

Ach, ich werde Prag 7 vermissen und kann es mir gar nicht vorstellen, hier nicht mehr zu wohnen. Der Blumenladen, der immer auf ein Schild schreibt, wer heute Namenstag hat, der Strossmayerplatz mit seinen vier Tram-Stationen und natürlich das rund um die Uhr geöffnete mexikanische Bistro mit den Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Die Pizzabude in der Metro-Station Vltavská, die große, prächtige Kirche, „mein“ Späti, die vielen Cafés. Wie soll ich das alle nur hinter mir lassen? Ich werde wiederkommen, gewiss.

Zunächst aber muss ich umziehen. Von Prag 7 geht es nach Prag 1. Direkt auf die Kleinseite, in eine der traditionsreichsten Straßen Prags und mittlerweile sicher eine der touristischsten und besten Wohnlagen: In die Nerudova, wo mir im Rahmen meines Praktikums eine Wohnung gestellt wird. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet.

 

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