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Bachelor live

Ich bin B.A. - Teil 2

2015. Die Fristen für die Bewerbung auf die Bachelorstudiengänge nahten. Was sollte nur aus mir werden? Nach dem Abi zog es mich in den künstlerischen Bereich, am liebsten zum Theater. Etwas anderes konnte ich mir gar nicht vorstellen. Doch ich scheiterte an den Aufnahmeprüfungen für die ersehnten theaterwissenschaftlichen Studiengänge. Die Erleuchtung kam, als mir eine Freundin erzählte, sie wolle in Leipzig Tschechisch studieren. Gute Idee, dachte ich mir, schrieb mich ein und ging nach Leipzig – und tat mir zunächst schwer. Zum Glück hatte ich eine Freundin an meiner Seite, die bereits im Master war und mich vom Beginn bis zum Ende des Studiums begleitete. Ohne sie? Vermutlich hätte ich das Studium abgebrochen.
Im Studium habe ich eine Menge gelernt. Mein vor drei Jahren noch recht rudimentäres Tschechisch ist mittlerweile auf einem Niveau, das man „fließend“ nennen darf. Ich habe Polnisch gelernt und neben Sprach- und Literaturwissenschaft auch einen Einblick in andere wissenschaftliche Disziplinen gewinnen können – vor allem Deutsch als Fremdsprache und Translatologie begeisterten mich.
Zum Glück bot das Studium der Westslawistik auch genügend Raum für Projekte außerhalb der Uni. Ich arbeitete in einer Senioren-WG, dann im Theater, inszenierte Theateraufführungen und spielte selbst mit, drehte Filme und war Komparse in Spielfilmen. Außerdem war ich im Deutsch-tschechischen Jugendforum aktiv, unterrichtete Tschechisch an der Volkshochschule, schrieb einen Reiseführer für Prag, nahm an Sommerschulen in Leipzig, Prag und Olomouc teil. Ich absolvierte ein Praktikum an einem Theater in Tschechien und war auch sonst viel unterwegs. Ich bin mit dem Zug nach Kiew gefahren und mit dem Boot durch Venedigs Wasserstraßen. Ich stand auf dem Dach des Mailänder Doms und fuhr an die französische Atlantikküste. Ich trank belgisches Bier in Brüssel und Cola im verrauchten Bistro der kosovarischen Nationalbibliothek. Ich habe also so einiges erlebt als angehender Bachelor of Arts.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Nov 7, 2018

Bachelor live

Die glorreichen Sieben

An der Hochschule für Fernsehen und Film München studiere ich Dokumentarfilm- und Fernsehpublizistik. Es ist also ein Regie-Studium für Filme, die mit der Realität, nicht mit Drehbüchern oder Schauspielern arbeiten. Wir lernen nicht nur, was man als Regisseur können muss, sondern übernehmen im Laufe der Zeit auch immer wieder Kamera, Schnitt, Ton und sonstige Aufgaben, die bei einer Filmproduktion wichtig sind.
Jedes Jahr werden in meinem Studiengang etwa zehn neue Studierende angenommen, wobei die Bewerber ein mehrstufiges Verfahren durchlaufen müssen. In meinem Jahrgang sind wir nur zu siebt. Der Zusammenhalt ist daher gut, obwohl in künstlerischer wie auch in persönlicher Hinsicht sehr verschiedene Charaktere aufeinandertreffen. Mit 21 Jahren bin ich das Küken der Gruppe, die Jahrgangsälteste ist 27 Jahre alt – wir sind also gut durchgemischt, was eine große Stärke unserer Gruppendynamik ausmacht. Ähnlich sieht es mit den jeweiligen Vorerfahrungen aus. Einige arbeiten sehr professionell, haben vorher studiert oder bereits für große Fernsehsender gedreht. Andere, wie zum Beispiel ich, haben vor der HFF vor allem eigene kleinere Filmprojekte realisiert und sich darüber technische Fähigkeiten erarbeitet.
Im Unterricht unserer Abteilung befassen wir uns mit verschiedenen Themen: Lichtsetzung, Kameraauflösung, Schnitt, aber auch weniger technische Fächer wie Gesprächsführung, Rechercheübungen und Filmanalysen. Insgesamt ist das Angebot also sehr breit gefächert und vor allem auf das praktische Erlernen der Filmproduktion ausgerichtet. Jedes Jahr wird von uns ein Film gedreht. Für den nächsten Film bilden sich aktuell die Teams – neben Sympathie geht es dabei vor allem um gemeinsame Themenvorstellungen. Sich die kreative Leitung über ein Jahr hinweg zu teilen, ist eine beachtliche Aufgabe, bei der man den Partner mit Bedacht wählen sollte.

 

Bachelor live

Die goldene Stadt

Bevor die Vorlesungen und damit das neue Semester anfingen, stand für mich noch eine Reise an. Es ging zusammen mit meinem Freund nach San Francisco, die goldene Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien. Wir hatten vor einigen Monaten ein günstiges Angebot gefunden, die Reise war also schon lange geplant und entsprechend groß daher auch die Vorfreude.
Wir wohnten in einem Zimmer, das wir über Airbnb gebucht hatten. Glücklicherweise lag die Unterkunft ziemlich zentral, sodass wir die meisten Sehenswürdigkeiten gut fußläufig erreichen konnten. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die typischen Tourismusattraktionen abzuklappern. Beispielsweise spazierten wir die kurvigste Straße der Welt entlang, die Lombard Street. Wir bestaunten die Seelöwen am Pier 39 und besuchten die „Painted Ladies“, eine berühmte viktorianische Häuserzeile, die ein bekanntes Postkartenmotiv ist. Auch die Filbert Street, die steilste Straße der Welt, schleppten wir uns hoch. Besonders gut gefallen haben mir die Twin-Peaks-Hügel, denn von dort oben bot sich ein wunderbarer Blick über die ganze Stadt.
Für einen Tag liehen wir uns Fahrräder und radelten querfeldein durch den Golden Gate Park und über die berühmte Golden-Gate-Bridge bis nach Sausalito, einer Nachbarstadt von San Francisco. Unterwegs hielten wir immer wieder an, um Fotos zu machen. An einem anderen Tag sahen wir uns ein Footballspiel an. Da sich mein Freund sehr für Football interessiert und Fan der „San Francisco 49ers“ ist, ging für ihn ein kleiner Traum in Erfüllung. Für einen weiteren Tag nahmen wir uns einen Mietwagen, um auch die Umgebung von San Francisco zu erkunden. Unter anderem besuchten wir das „Muir Woods National Monument“, wo es Küstenmammutbäume, die höchsten Bäume der Erde, zu bestaunen gab.
Wieder zurück in Deutschland konnte ich mich dann gut erholt auf das nächste Semester vorbereiten, das unmittelbar bevorstand.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 30, 2018
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
Oct 30, 2018