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Bachelor live

McLuhan mal Anders

Autor:
Conny

Rubrik:
studium

05.12.2018

Im zweiten Semester meines Studiums an der Filmhochschule hatten wir Unterricht in Medientheorie. Der Stoff dieser Woche wurde nun zu Beginn des dritten Semesters in einer mündlichen Prüfung abgefragt, deren Bewertung schon unsere Vordiplomsnote in der Abteilung Medienwissenschaft bildet. Im Sommer musste ich also das mehrere hundert Seiten starke Skript lesen und natürlich auch verstehen. Im Unterricht hatten wir lediglich vereinzelte Ausschnitte besprochen. Jeder Jura- oder Medizinstudent würde darüber lachen, für mich war es aber ein harter Brocken.
Die Texte untersuchen vor allem, welchen Einfluss Fernsehen und Kino auf den Menschen und die Gesellschaft haben, wobei die verschiedenen Autoren höchst unterschiedlicher Ansicht sind. Die Apokalyptiker Theodor Adorno und Günther Anders etwa sehen im Fernsehen eine rein profitorientierte Kulturindustrie, die das menschliche Zusammenleben zerstört und unsere Gesellschaft durch die Fesselung an den TV-Apparat unmündig macht. Und während der berühmte Medienwissenschaftlicher Marshall McLuhan behauptet, dass die Inhalte des Fernsehens irrelevant sind, da uns allein die Tatsache prägt und erzieht, dass wir fernschauen, vertritt der sozialistische Enzensberger die Position, dass die Gesellschaft das Fernsehen nutzen soll, um politische Inhalte gleichermaßen empfangen und senden zu können. Damit entwarf er ein erstes theoretisches Modell von YouTube: Jeder wird zum Sender und zum Empfänger von Inhalten, nicht nur die großen Fernsehanstalten. In einem der moderneren Texte geht es um die Frage, weshalb wir das Gefühl haben, dass die Zeit immer schneller vergeht, aber trotzdem nie das tun, was uns eigentlich wichtig ist, sondern doch meist vor dem Smart Phone oder Fernseher landen, was uns nur noch unbefriedigter sein lässt. Das ließ mich auch über meine eigene Mediennutzung nachdenken.
Insgesamt war es dann also doch sehr interessant, sich mit diesen Texten zu befassen.

 

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