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Bachelor live

Früher war mehr Lametta

Autor:
Conny

Rubrik:
studium

20.12.2018

Bald ist Weihnachten. In den Fenstern unserer Nachbarn leuchten bereits farbenfroh die Weihnachtsdekorationen. Im sonst so besinnlich strahlenden Hinterhof war nur unser Fenster ein wahrlich blinder Fleck. Keine Lichter, keine Kerzen, keine Deko – das einzige, was in unserer WG daran erinnerte, dass bald Heiligabend sein könnte, war eine Teepackung mit der Aufschrift „Weihnachtszauber – Süßer Bratapfel“. Darin befanden sich noch vier Teebeutel, einer für jeden von uns.
Um diesem traurigen Spektakel ein Ende zu bereiten, beschloss ich heute spontan: „Ein Baum muss her!“ Damit wenigstens etwas Weihnachtsstimmung aufkommt. Über die Feiertage werden wir ja sowieso alle ausgeflogen sein und die große Wohnung wird leer stehen. Ich ging also in den nächsten Supermarkt, um einen Tannenbaum zu kaufen. Der Baum soll aus der WG-Kasse bezahlt werden, zu der jeder von uns monatlich zehn Euro beiträgt. Allzu teuer sollte er nicht also nicht sein. So entschied ich mich recht schnell für ein etwa ein Meter hohes Exemplar im Topf für 15 Euro, das sich zudem auch noch gut alleine in den dritten Stock tragen ließ.
Bei meinen Eltern zu Hause schmücken wir den Baum immer erst an Heiligabend in der Früh. Der Baum ist mindestens zwei Meter hoch und das Aufstellen und Schmücken nimmt manchmal den ganzen Vormittag in Anspruch. In der eigenen Wohnung sind das alles etwas andere Dimensionen. Ein Platz für die kleine Tanne ist schnell gefunden, nämlich am Ende unseres großen WG-Flurs, damit auch alle etwas vom Baum haben. Ich hängte ein paar rote Mini-Kugeln sowie eine Lichterkette daran, die im Nikolaus-Paket meiner Eltern drin waren, und auch mein Mitbewohner hat noch drei weiße Christbaumkugeln gefunden. Nach zehn Minuten waren wir zufrieden. Ja, früher war mehr Lametta, es war auch mehr Baum, aber jetzt ist es unser erster eigener Weihnachtsbaum – und das ist doch auch etwas!

 

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