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Bachelor live

Stille Zeit

Es fällt mir oft schwer, die Besuche in meiner Heimat in Ruhe zu genießen. Während der Vorlesungszeit schaffe ich es leider nur alle sechs bis acht Wochen für ein Wochenende heim. In den Ferien nicht unbedingt öfter, dafür aber länger. Insgesamt bin ich jedoch sehr selten in meiner Heimat. Die Sehnsucht ist aber immer groß.
Wenn ich dann zu Hause bin, möchte ich möglichst viel unter einen Hut bekommen. Wann treffe ich mich mit wem? Wie teile ich meine Zeit zwischen Familie und Freunden auf? Neben dem organisatorischen Stress, der wahrscheinlich gar nicht so immens ist, wie es scheint, ist es für mich vor allem der emotionale Stress der mich stört. Meine Eltern, meine Freundin und Freunde wollen alle etwas von der knapp bemessenen Zeit abhaben. Sobald ich aber mit der- oder demjenigen Zeit verbringe, vernachlässige ich den anderen. Daher plane ich meine Zeit zu Hause meist sehr akribisch, um kein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
So ging es mir auch in den Weihnachtsferien. Alle sind bei der Familie, haben Zeit ohne Ende und haben sie irgendwie auch doch nicht. Nachdem ich nun seit drei Jahren von Zuhause weg bin, glaube ich, dass man die Zeit, die man getrennt verbringt, nicht quantitativ aufwiegen kann, sondern nur qualitativ. Die wenigen Momente, die man miteinander hat, sollte man wertschätzen und bewusst erleben, ohne zu große Erwartungen in sie zu setzen. Nicht jedes Wiedersehen kann von Freude, Harmonie und Abenteuer geprägt sein. Die Realität ist da doch meist etwas langweiliger. Aber das ist gut so, schätze ich.
Karl Valentin hat mal gesagt: „Wenn die stille Zeit vorbei ist, dann wird es auch endlich wieder ruhiger.“ Wieder zurück in München glaube ich nicht an diese versprochene Ruhe. Der Uni-Stress und der Alltag gehen wieder los und die Sehnsucht wird wieder wachsen.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2019

Bachelor live

Hilfskraft in der ZAS

Seit Beginn des Semesters arbeite ich als studentische Hilfskraft in der Zentralen Allgemeinen Studienberatung, kurz ZAS. Die ZAS dient als Anlaufstelle bei sämtlichen Fragen rund um das Studium. Eine meiner Hauptaufgaben ist es, Informationsmaterialien aktuell zu halten. Beispielsweise gibt es für jeden einzelnen Studiengang eine Broschüre, in der Informationen für die Studierenden zusammengefasst sind. Da es häufig vorkommt, dass sich die Studienordnung, der empfohlene Musterstundenplan oder auch nur die Ansprechpersonen ändern, müssen diese Broschüren permanent aktualisiert werden. Das bedeutet, dass ich ständig Rücksprache mit den einzelnen Fachbereichsleitungen halte, nach Korrekturen frage und die Änderungen übernehme, bevor ich die aktualisierte Version auf der Uni-Webseite hochlade und einen Druckauftrag an die Druckerei schicke. Um zum Hochladen von Inhalten auf der Uni-Webseite befugt zu sein, musste ich erst einmal eine Schulung besuchen, in der ich den Umgang mit unserem Content-Management-System gelernt habe. Dabei habe ich festgestellt, dass dieses System stellenweise ziemlich komplex ist.
Da die Universität Marburg außerdem regelmäßig auf Studieninformationsmessen vertreten ist, werden vor Ort genügend Informationsmaterialien und Give-aways gebraucht. Dafür packe ich Kisten mit den benötigten Materialien und sorge dafür, dass immer ausreichend Broschüren und Flyer vorrätig sind.
Insgesamt macht mir meine studentische Hilfstätigkeit in der ZAS viel Spaß. Besonders angenehm finde ich, dass sich der Job sehr gut mit meinem Studium vereinbaren lässt. Ich habe zwei feste Tage in der Woche, an denen ich direkt vor oder nach der Uni arbeiten gehen kann.

 

Bachelor live

Früher war mehr Lametta

Bald ist Weihnachten. In den Fenstern unserer Nachbarn leuchten bereits farbenfroh die Weihnachtsdekorationen. Im sonst so besinnlich strahlenden Hinterhof war nur unser Fenster ein wahrlich blinder Fleck. Keine Lichter, keine Kerzen, keine Deko – das einzige, was in unserer WG daran erinnerte, dass bald Heiligabend sein könnte, war eine Teepackung mit der Aufschrift „Weihnachtszauber – Süßer Bratapfel“. Darin befanden sich noch vier Teebeutel, einer für jeden von uns.
Um diesem traurigen Spektakel ein Ende zu bereiten, beschloss ich heute spontan: „Ein Baum muss her!“ Damit wenigstens etwas Weihnachtsstimmung aufkommt. Über die Feiertage werden wir ja sowieso alle ausgeflogen sein und die große Wohnung wird leer stehen. Ich ging also in den nächsten Supermarkt, um einen Tannenbaum zu kaufen. Der Baum soll aus der WG-Kasse bezahlt werden, zu der jeder von uns monatlich zehn Euro beiträgt. Allzu teuer sollte er nicht also nicht sein. So entschied ich mich recht schnell für ein etwa ein Meter hohes Exemplar im Topf für 15 Euro, das sich zudem auch noch gut alleine in den dritten Stock tragen ließ.
Bei meinen Eltern zu Hause schmücken wir den Baum immer erst an Heiligabend in der Früh. Der Baum ist mindestens zwei Meter hoch und das Aufstellen und Schmücken nimmt manchmal den ganzen Vormittag in Anspruch. In der eigenen Wohnung sind das alles etwas andere Dimensionen. Ein Platz für die kleine Tanne ist schnell gefunden, nämlich am Ende unseres großen WG-Flurs, damit auch alle etwas vom Baum haben. Ich hängte ein paar rote Mini-Kugeln sowie eine Lichterkette daran, die im Nikolaus-Paket meiner Eltern drin waren, und auch mein Mitbewohner hat noch drei weiße Christbaumkugeln gefunden. Nach zehn Minuten waren wir zufrieden. Ja, früher war mehr Lametta, es war auch mehr Baum, aber jetzt ist es unser erster eigener Weihnachtsbaum – und das ist doch auch etwas!

 

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Dec 20, 2018