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Bachelor live

Freud und Leid

Vor dem Beginn meines Physikstudiums in Jena belegten wir Erstsemester einen Vorbereitungskurs. Was als Auffrischungskurs gedacht war, bot jedoch viel mehr Neues als erwartet. Da wurde plötzlich von komplexen Zahlen philosophiert, Polynomdivision gepaukt und vieles mehr – Dinge, von denen ich das erste Mal hörte. Entsprechend überfordert fühlte ich mich in den ersten drei Tagen.
Zum Glück ging es nicht nur mir so, beinahe alle angehenden Physikstudierenden machten diese Erfahrung. Das Gute daran war, dass uns diese Situation zusammenschweißte.
Doch trotz dieses Gemeinschaftsgefühls hatten wir, noch bevor die „richtigen“ Vorlesungen überhaupt losgingen, die ersten Verluste zu beklagen. Einige fühlten sich vom Vorbereitungskurs so abgeschreckt, dass sie die Reißleine zogen – ein Trend, der sich im weiteren Verlauf des Semesters fortsetzen sollte.
Als es richtig losging, wurde unser Stundenplan mit einem Grundpraktikum, Algebra und Analysis komplettiert, diese Fächer stellen sozusagen unseren Werkzeugkasten dar.
Den Rest des Semesters schwankte ich zwischen Faszination und Verzweiflung. Fasziniert war ich häufig von den Gesetzen der Physik: Habt ihr zum Beispiel gewusst, dass man sich mathematische Körper bauen kann, in denen 1 + 1 = 0 ist? Oder das sich reibungsfrei gelagerte Gewichte tatsächlich auf Grund von Gravitation anziehen? Verzweiflung erfuhr ich hingegen wegen der Fülle an Aufgaben, dem endlosem Durchforsten von Mathe-Foren im Internet auf der Suche nach der richtigen Lösung und den kryptischen Tafelaufschrieben des Analysis-Profs.
Jetzt, am Ende des Semesters kann man wohl sagen, dass sich die ganze Plackerei in Anbetracht des neuen Wissens doch gelohnt hat. Ob sich das nun auch in meinen Noten widerspiegelt, bleibt abzuwarten: Die Klausuren stehen noch an.

 

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2019
Autor: Hannes
Rubrik: studium
Feb 25, 2019

Bachelor live

München auf links

In Halle an der Saale, wo ich aufgewachsen bin, ist die Club- und Bar-Szene sehr alternativ – ein wenig schmuddelig, aber auch gemütlich. Mein aktueller Wohnort München ist da eher für das genaue Gegenteil bekannt: schicke Clubs, in denen man Hemd trägt und wo das Highlight des Abends die Konfettikanonen sind.
Bevor ich nach München zog hörte ich die Geschichte eines Designers, der einmal einen Auftrag in München hatte: Er sollte die Toiletten eines Clubs auf authentische Weise so aussehen lassen wie in einem Berliner Club. Das heißt die Wände beschmieren und Sticker und Kaugummis als Wandschmuck anbringen.
Bis zum vergangenen Wochenende hielt ich diese Geschichte für halbwegs exemplarisch und zutreffend für das Münchner Nachtleben. Als ich dann aber mit meinen Mitbewohnern ins „Kafe Marat“ ging, war ich davon nicht mehr überzeugt. Denn hier sehen die Toiletten tatsächlich so aus „wie in Berlin“. Die Wände sind schwarz gestrichen, überall kleben Sticker mit politischen Statements. Getreu des Mottos „für mehr Krach und Unordnung in unserer Stadt“ wird hier bester Underground-Punk gespielt. Und auch die Getränkepreise liegen weit unter dem Münchner Durchschnitt. Für das ausschließlich vegane und vegetarische Essen darf man so viel geben, wie es einem wert ist. Neben dem normalen Barbetrieb am Wochenende finden hier außerdem auch Vorträge, Konzerte und sonstige kulturelle Veranstaltungen statt. Dass es so einen Ort in München gibt, hat mich total überrascht. Ich habe mich aber sofort wohlgefühlt und mit meinen Mitbewohnern beschlossen, dass das nicht unser letzter Besuch war.
München ist vor allem für seine urigen Biergärten, das Oktoberfest oder die schicken und teuren Läden bekannt. Aber eine alternative Szene gibt es hier trotzdem, auch wenn man sie aktiv suchen muss. Trotz oder gerade wegen seiner konservativen Dominanz ist München auch eine Stadt der Gegenkultur und Weltoffenheit.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Feb 20, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
Feb 20, 2019

Bachelor live

Klausurvorbereitung

Verlässlich wie eh und je klopft sie auch in diesem Semester wieder an die Tür: die Klausurenphase. Ich kann mich gut erinnern, wie ich am Anfang meines Studiums regelrecht ratlos war und keine Ahnung hatte, wie ich den Berg an klausurrelevanten Inhalten bewältigen sollte. Tatsächlich ist der Stoff für eine einzelne Klausur an der Uni oft mehr als das, was ich für das gesamte Abitur lernen musste. Mittlerweile habe ich aber eine Methode gefunden, mit der ich den Stoff gut bewältigen kann.
Da ich mir angewöhnt habe, die wöchentlichen Vorlesungen zeitnah nachzuarbeiten, setze ich mich schon im Laufe des Semesters mit dem Stoff auseinander. Dabei lese ich mir zu Hause immer noch einmal die Vorlesungsfolien durch und tippe Zusammenfassungen, sodass ich mir am Ende Lernzettel mit allen Vorlesungsinhalten ausdrucken kann. Das klingt vielleicht nach Fleißarbeit und möglicherweise ist es das auch. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich mit solchen Lernzetteln wesentlich besser klarkomme als mit dem uns zur Verfügung gestellten Foliensatz. Die Lernzettel gehe ich dann nacheinander durch, markiere die wichtigsten Stellen und schreibe handschriftliche Stichpunkte und Schlagwörter auf die Rückseite des jeweiligen Lernzettel. Wenn es kurz vor den Klausuren dann ans Auswendiglernen geht, orientiere ich mich größtenteils an meinen eigenen Notizen, wobei ich auf der Vorderseite der Zettel immer noch einmal genauer nachlesen kann, wenn ich etwas nicht ganz verstehe.
Positiv an dieser Methode ist, dass ich kurz vor den Klausuren nicht von einem riesigen Berg an Lernstoff erschlagen werde. Negativ ist jedoch, dass es ziemlich aufwendig ist. Da ich unter Zeitdruck häufig leider ganz und gar unproduktiv werde, bleibt mir jedoch nichts anderes übrig.