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Bachelor live

Identitätsfragen

Als Seminarassistentin begleite ich mehrmals jährlich Seminare im Rahmen von Freiwilligendiensten im Bereich Kultur und Bildung. Mitte März stand wieder ein solches Seminar an, diesmal drehte es sich inhaltlich um das Thema Identität. Während der sechs Seminartage konnten und sollten sich die Freiwilligen also Gedanken um ihr individuelles Sein und ihre eigene Persönlichkeit machen.
In der Jugendherberge, in der wir das Seminar durchführten, haben wir sogenannte Identitätsstationen und -räume eingerichtet. An jeder Station und in jedem Raum wurden den Teilnehmern unterschiedliche Fragen und Aufgaben gestellt, die ihnen die Möglichkeit geben sollten, sich mit ihrer eigenen Identität auseinanderzusetzen. Wieso bin ich, wer ich bin? Welche Eigenschaften machen mich aus? Wie bin ich in der Vergangenheit gewesen? Und wie möchte ich vielleicht in Zukunft sein?
In einem der Räume konnten die Freiwilligen einen Brief an ihr Zukunfts-Ich schreiben, den wir ihnen in einem Jahr zusenden werden. Interessant fand ich auch die Wertehierarchie, bei denen jeweils zwei Werte einander gegenüber gestellt wurden. Man musste sich immer entschieden, was einem wichtiger ist: Erfolg oder Glück? Freiheit oder Geld? Familie oder Freunde?
Besonders gut hat mir der Zeitstrahl gefallen, den die Freiwilligen mit wichtigen Ereignissen aus ihrem Leben gefühlt haben. Zu den meist genannten Lebensereignissen zählten beispielsweise der erste Umzug, das erste Taschengeld oder der erste Kuss.
Um das Thema Identität nicht nur theoretisch anzugehen, gab es an einigen Tagen Workshop-Angebote, sodass sich die Freiwilligen in Kunst-, Fotografie-, Tanz- oder Theaterworkshops auch kreativ ausleben konnten.
Auch für mich war diese Seminarwoche wieder eine intensive und sehr schöne Zeit. Obwohl die vielen organisatorischen Aufgaben, die ich als Seminarassistentin übernehme, anstrengend und stressig sein können, mache ich diesen Job sehr gerne und habe die Seminarzeit genossen!

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  May 10, 2019

Bachelor live

Fontane-Besuch

Nach meinem Abitur 2016 arbeitete ich für ein Jahr als FSJler bei den Fontane-Festspielen in Neuruppin. In der Geburtsstadt von Theodor Fontane finden im jährlichen Wechsel die großen Festspiele und das Kinder- und Jugendliteraturfestival statt. Während meiner Zeit war ich für die Vorbereitung des Kinder- und Jugendliteraturfestivals „Querfeldzwei“ zuständig. Ein wenig war ich aber auch an den Vorbereitungen für das große Fontanejahr 2019 beteiligt. Nun jährt sich nämlich der Geburtstag des großen Literaten, am 31. März, zum 200. Mal.
Damals hatte ich eine sehr enge Bindung zu meiner Chefin im FSJ und ihrem Mann, denn ich lebte und arbeitete bei den beiden im Haus, wo auch das Festspiel-Büro eingerichtet war. Mein Jahr in Neuruppin war sehr familiär und es gab viel zu tun. Ich würde also sagen, dass es eine intensive Zeit war, auch weil ich das erste Mal von zu Hause weg war.
Nun, anderthalb Jahre später, fand ich endlich einmal die Möglichkeit, die beiden zu besuchen. Zufällig bot sich gerade das Auftaktwochenende des Fontane-Jahrs an. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete es und auch sonst war viel Prominenz aus Politik und Kultur anwesend. Als ich mittags am Bahnhof ankam, war für die beschauliche Stadt ganz schön viel los. An jeder Ecke spielten Musiker, traten Artisten auf und die Foodtrucks und die Eisdielen waren überlaufen.
Tagsüber traf ich mich mit einem Freund und am Abend ging ich zu meiner ehemaligen Chefin und ihrem Mann. Es gab noch eine Lesung bei ihr im Garten, bei deren Vorbereitung ich etwas mit anpackte, dann wurde es ruhiger und wir fanden Zeit, den Tag gemeinsam ausklingen zu lassen. Lange saßen wir in dem geräumigen Wohnzimmer mit den schweren Ledermöbeln und dem offenen Kamin. Mein Freund kam auch noch dazu. Die Freude über unser Wiedersehen war so groß, dass wir bis zwei Uhr nachts plauderten. Es gab schließlich viel nachzuholen.
Beim anschließenden nächtlichen Spaziergang allein zum See herunter, fühlte ich mich in die Zeit vor zwei Jahren zurückversetzt. Irgendwie sah ich auf einmal sehr klar die Entwicklung vor mir, die ich seitdem durchlaufen hatte. Umzug nach München, Studium an der Filmhochschule – ein ganz anderes Leben. Für mich selbst konnte ich in diesem Moment behaupten: „Ich habe einen großen Schritt gemacht, keinen einfachen, aber einen sehr guten.“ Dort am See, in diesem Moment, war ich glücklich.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  May 8, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
May 8, 2019

Bachelor live

Bachelorarbeit in Sicht

Alle Klausuren sind geschrieben, die Hausarbeiten abgegeben – damit habe ich auch das fünfte Semester meines Studiums abgeschlossen. Nun steht im kommenden Semester die Bachelorarbeit an.
Vor der offiziellen Anmeldung der Bachelorarbeit liegt es bei den Studierenden, eine betreuende Lehrperson zu finden, die die Erstkorrektur der Arbeit vornehmen wird. Daher habe ich mich zunächst über alle Forschungsschwerpunkte und Fachgebiete des sozialwissenschaftlichen Instituts meiner Universität informiert und mir überlegt, welches Gebiet am ehesten zu meinen Interessen und Vorkenntnissen passen würde. Die Wahl fiel mir nicht besonders schwer: Durch meine wirtschaftlichen Studienschwerpunkte interessiere ich mich vorzugsweise für das Fachgebiet Wirtschafts- und Arbeitssoziologie. Also kontaktierte ich ein paar der Lehrpersonen, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben und bei denen ich bereits Seminare besucht und Hausarbeiten geschrieben habe. Die Antworten fielen zunächst eher ernüchternd aus. Zwei der drei kontaktierten Personen können im kommenden Semester aufgrund von Forschungssemestern keine Bachelorarbeiten betreuen, darunter auch eine Professorin, die ich favorisiert hatte. Dafür schrieb mir ein dritter Professor, dass ich gerne mal in seine Sprechstunde kommen könne, um über ein mögliches Thema zu sprechen.
Also machte ich mich ein paar Tage später auf den Weg in die Sprechstunde. Ich erzählte, welche Seminare ich bereits besucht hatte und mit welchen Themen ich mich beschäftigt hatte. Schließlich überlegten wir, welche Gebiete prinzipiell denkbar für meine Abschlussarbeit wären und wie ich diese näher eingrenzen könnte. Ich verließ die Sprechstunde mit einigen neuen Ideen, aber auch mit einigen Fragezeichen. Dafür sicherte mir der Professor zu, meine Bachelorarbeit zu betreuen. Jetzt heißt es aber erst einmal, mit der Literaturrecherche zu beginnen und mir eine spezifische Fragestellung zu überlegen, bevor ich meine Bachelorarbeit in wenigen Wochen verbindlich anmelden muss.

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Apr 30, 2019