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Bachelor live

Bauhaus

Autor:
Conny

Rubrik:
studium

12.07.2019

Vor ein paar Wochen kaufte ich mir das Magazin zum 100-jährigen Bauhaus-Jubiläum. Ich wusste nicht sehr viel über diese Bewegung, die 1919 von Walter Gropius in Weimar begründet wurde und bis heute weltweit großen Einfluss auf moderne Kunst, Architektur und Design hat. Ich finde auch die didaktischen Ansätze, die damals praktiziert wurden, sehr spannend. Zum Beispiel die Idee des Lernens an der Praxis, die Vorbild für den Unterricht an Kunsthochschule in der ganzen Welt wurde. Geprägt waren die Ideen vor allem durch ein fortwährendes Hinterfragen der Kunstwerke, das Suchen nach neuen Formen und den nächsten Schritten in der Moderne. Die Überzeugung, dass jede Kunst einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft hat, finde ich sehr wichtig und inspirierend.
Über das Bauhaus hatte ich also ein bisschen gelesen, aber in Dessau, der Stadt, die von 1925 bis 1932 Heimat der Bauhaus-Kunstschule war, bin ich noch nie gewesen, obwohl es nicht mal eine Stunde von meiner Heimatstadt Halle entfernt ist. An einem wunderbaren sonnigen Wochenende holte ich das nach. Mit meiner Freundin setzte ich mich ins Auto und fuhr nach Dessau, wo gerade das Werkleitz-Festival stattfand, bei dem sich Künstler mit ihren Objekten und Installationen auf ihre Weise mit dem Bauhaus beschäftigten. Die Kunstwerke waren im Dessauer Georgengarten unter freiem Himmel ausgestellt. Das Motto des Festivals lautete „Modell und Ruine“. Dabei ging es um das Aufzeigen von Entwicklungen. Das Modellhafte weist in eine idealisierte Zukunft und drängt damit auf die Veränderung des Aktuellen, während die Ruinen Überreste von Vergangenem sind. Das Werkleitz-Festival brachte also die Vergangenheit des Bauhaus‘ in einen Kontext mit unserer Gegenwart und Zukunft. Zugegebenermaßen hätte ich ohne die Führung mit den Kunstwerken nicht viel anfangen können. Aber so war es sehr interessant, den Interpretationen zuzuhören und die Objekte gleichzeitig zu erleben.
Im Anschluss an die Führung besuchten wir noch die berühmten Meisterhäuser und die Trinkhalle von Mies van der Rohe und gönnten uns zum Abschluss dieses heißen Tages voll moderner Kunst und Theorie noch ein durch und durch simples und klassisches Eis.

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