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Bachelor live

Schichtarbeit

Seit einigen Wochen ist mein Leben etwas unstet verlaufen. An der Filmhochschule arbeiten wir meist an Projekten, die wir selbst organisieren müssen. Phasen, in denen ich nur zu Hause bin und zum Beispiel lernen muss, sind selten. Vor allem seit Mai hatte ich so viel zu tun und war viel unterwegs. Der Dreh und die Vorbereitung meines Zweitjahresfilms hat mich voll in Beschlag genommen. Außerdem recherchiere und plane ich seit einigen Monaten noch für ein Sonderprojekt an der bayerisch-tschechischen Grenze. Parallel dazu jobbe ich immer wieder, sollte langsam mal meine Hausarbeit schreiben und ein Privatleben inklusive Fernbeziehung möchte auch auf die Reihe gebracht werden.
Seit drei Tagen hat sich das ruckartig geändert. Der Zweitjahresfilm ist abgedreht und wir sitzen im Schnitt. Das bedeutet acht Stunden pro Tag Schichtarbeit, fünf Wochen lang kein Entkommen aus München. Mit weniger Arbeit ist das nicht unbedingt verbunden, aber mit mehr Sesshaftigkeit, was ich gerade gut gebrauchen kann. Auch wenn die Phase davor stressig war und ich die Wochenenden und den Sommer durcharbeiten muss, merke ich doch immer mehr, dass mir diese Arbeit viel Freude und Erfüllung bereitet. Arbeitszeit ist Lebenszeit und beides könnte für mich gerade genauso gut Stress pur bedeuten. Dass dem nicht so ist, freut mich sehr. Ich glaube, das ist eine Leidenschaft und die gehört ja auch zum Studium dazu!
Nächstes Jahr möchte ich nichtsdestotrotz darauf achten, mein Leben etwas ausgewogener zu planen und mir ein paar mehr Ruheinseln zu gönnen. Zwischen all dem Tatendrang und der schönen Aufregung, kann ein wenig Stillstand nicht schaden. Ab einem gewissen Punkt muss ich mich selbst ein bisschen ausbremsen.
Nun arbeite ich auf den Oktober und zwei freie Wochen hin. Zu spüren, dass Projekte einen Abschluss finden, hat für mich etwas Befreiendes und gleichzeitig Beängstigendes. Da kommt schon ab und zu die Frage auf, was eigentlich danach kommen mag. Diesen Gedanken jedoch, erlaube ich mir gerade, auf die lange Bank zu schieben.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Aug 22, 2019

Bachelor live

Kirche oder Ente?

Mein Professor in Geschichte würde glatt als Komiker durchgehen. Die Bühne nutzt er vollends aus, um die gesamte Vorlesung über unsere Aufmerksamkeit zu behal-ten. Gerne nimmt er zum Beispiel Studierende, die zu spät kommen, aufs Korn. Ne-ben Architektur hat er auch Philosophie studiert und das merkt man seinen Vorle-sungen an.
Kürzlich ging es um zwei beliebte Architekturstile in der Moderne, „the decorated shed“ und „the duck“. Decorated sheds sind Gebäude, auf denen steht, um was es sich handelt. Zum Beispiel „Restaurant“. Bei "the Duck" handelt es sich um Gebäude, die genauso aussehen, wie der Nutzen, den sie erfüllen. Namensgeber ist ein Geschäft für den Verkauf von Enten in Form einer Ente. Daraus folgerte er dann, eine gotische Kathedrale sei inzwischen auch nur eine Ente, da jeder aufgrund der Form wisse, was darin steckt. Damit hat er auf jeden Fall für Lacher gesorgt. Nach kurzem Überlegen stimme ich ihm zu. Dieses Gedankenkonstrukt erinnerte mich an die erste Schulstunde Philosophie, in der wir das bekannte Bild "Ceci n'est pas une pipe" besprachen, auf dem eine Pfeife abgebildet ist und eben jener scheinbar widersprüchliche Spruch darunter steht „Dies ist keine Pfeife“, was sich vermutlich darauf bezieht, dass es sich lediglich um ein Abbild einer Pfeife handelt und nicht um eine echte.
Was nehmen wir inzwischen einfach so hin, ohne es zu überdenken? Wie sehr sind wir mit unseren Gedanken gefangen und sehen nur, was uns vorgelebt wurde? Wie würden wir unsere Umgebung wahrnehmen, wenn wir mit offenerem Blick durch die Welt gingen? Im Grunde macht es jeder als Kind richtig, doch im Erwachsenenalter geht es einem verloren, was man als Kind macht: einfach mal fragen „wieso, weshalb, warum?".
Ich werde nicht in eine gotische Kathedrale gehen und erwarten, dass dort ein Waschsalon drin ist, aber ich will darauf achten, mir regelmäßiger bewusst darüber zu werden, wie automatisiert ich durch die Welt renne und mir Sachen entgehen, die eigentlich ziemlich spannend sind.

Autor: Pia  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2019
Autor: Pia
Rubrik: studium
Aug 21, 2019

Bachelor live

Manhattan so weit man sehen kann

Wenn man Manhattan auf der Google Maps-Karte aufruft, sieht es auf den ersten Blick aus wie eine kleine Insel. Doch die Wege sind lang, die Metro schnell dein bester Freund. Für eine Woche war ich im Rahmen eines Fellowship der Austauschorganisation Cultural Vistas in den USA. Um mir New York in Ruhe anschauen zu können hatte ich meinen Rückflug auf ein paar Tage nach dem Ende des Seminars gelegt. Um Kosten zu sparen, zog ich für diese Zeit vom Hotel in ein Hostel, das fünfzehn Minuten Fußweg entfernt lag. Das klingt nach wenig, aber mit meinem riesigen Reiserucksack auf dem Rücken und meinen schweren Koffer wurde die Strecke zum Hindernislauf. Als ich in meinem Hostel ankam, musste ich außerdem feststellen, dass es im dritten Stock lag und keinen Aufzug hatte.
New York ist eine viel buntere Stadt, als ich erwartet hatte. Zuvor waren wir in Washington D.C. und in Annapolis, einer kleineren Stadt in Maryland, gewesen. Gerade nach dem sauberen Washington D.C. ist New York ein buntes Durcheinander: Auch außerhalb des Times Squares hängen überall riesige Werbeplakate, die gelben Taxis quetschen sich über die Straßen und auch die Menschen sind fröhlicher und bunter gekleideter.
Total begeistert hat mich in New York Chinatown: Wenn ich in Deutschland in einem chinesischen Restaurant bin, fühle ich mich meist nicht an mein Auslandssemester in Taiwan erinnert. In New Yorker fühlte sich das jedoch sehr authentisch an. Toll fand ich auch das Museum of Chinese in America, weil es mit der Geschichte der chinesischen Migranten in den USA eine ganz andere Seite der US-amerikanischen Geschichte erzählt als die, die ich zum Beispiel im Englischunterricht in der Schule gelernt habe.
Ein weiteres meiner persönlichen Highlights: das Rockefeller Center. Ich würde die Aussichtsplattform dort immer wieder der des Empire State Buildings vorziehen. Steht man auf dem sogenannten „Top of the Rock“, erstreckt sich vor einem Manhattan so weit man sehen kann. Auf der einen Seite blickt man runter auf die Spitze der Insel, auf der anderen auf den gewaltigen Central Park. Auch wenn der Eintritt nicht gerade billig ist, ist es echt empfehlenswert!

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Aug 21, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Aug 21, 2019