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Bachelor live

Prokrastination

Pro-kras-ti-na-ti-on, laut Duden das Aufschieben von anstehenden Aufgaben. Ein Wort, das mir regelmäßig den Schweiß auf die Stirn treibt. Prokrastination, auch als Aufschieberitis bekannt, ist für mich wie ein Pickel, der aus dem Nichts auftaucht oder wie ein Stein, der schwer in meinem Magen liegt. Genauso ging es mir in den letzten Tagen. Die Vorbereitungen für mein Erasmus-Semester waren abgeschlossen, ein paar Tage hat mir das ein wohliges Gefühl im Magen bereitet. Wochen lang war ich beschäftigt mit dem Besorgen von Dokumenten. Mir viel ein Stern vom Herzen, als ich eine Wohnung gefunden und einen Flug gebucht hatte. Ich schwelgte also eine Weile in dieser Sorglosigkeit, bis ich in die Realität zurückgeworfen wurde, als mich eine Kommilitonin fragte, wie weit ich denn schon mit meiner Hausarbeit sei. *Schluck*. Die Hausarbeit. Erfolgreich hatte ich dieses Thema bis dato verdrängt. Dabei hatte ich mich das ganze Semester so tapfer geschlagen. Ich hatte es wirklich eine lange Zeit geschafft, mich vor sowie nach der Uni meinen Studien- und Prüfungsleistungen zu widmen und jedes Mal fühlte ich mich dabei großartig. Vielleicht können es manche nicht nachvollziehen, aber für mich ist es ein unglaublich tolles Gefühl, eine Aufgabe ohne Druck erledigen zu können, weil ich mir genug Zeit dafür eingeplant hatte. Mein Kalender wurde daher zu meinem besten Freund. So manche durchwachte Nächte meiner Schulzeit, in denen ich einen Vortrag in letzter Minute fertigstellte oder gerade erst anfing, für eine Klausur zu lernen, hatten mich wahrscheinlich nachhaltig traumatisiert. Die größte Erkenntnis des letzten Jahres war für mich, dass ich die Neigung dazu, etwas aufzuschieben, nicht aus meinem menschlichen Sein verbannen kann. Es kann immer wieder vorkommen, dass ich etwas aufschiebe oder nicht rechtzeitig dazu komme, etwas zu machen. Das ist auch kein Weltuntergang. Wichtig ist, mich immer wieder aufzuraffen und nicht in meiner eigenen Prokrastination stecken zu bleiben.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Aug 30, 2019

Bachelor live

Schmetterlingseffekt

Habt ihr auch schon einmal darüber nachgedacht, wie faszinierend es ist, dass im Leben kontinuierlich das eine zum anderen führt? Man steht vor verschiedenen Alternativen und trifft schließlich eine Entscheidung, woraus neue Möglichkeiten resultieren. Es ist ein ewiger Kreislauf aus unvorhersehbaren Chancen, der unser Leben zeichnet.
Dieser sogenannte Schmetterlingseffekt wird für mich besonders deutlich, wenn ich überlege, wie sich auf meinem Weg nach dem Abitur alles irgendwie gefügt hat, ohne dass ich es hätte planen können. Natürlich spielt bei allem auch immer eine große Portion Glück und Zufall eine Rolle, aber letztendlich ist meine heutige Situation ein Resultat aus all den vielen Entscheidungen, die ich in den vergangenen Jahren treffen musste.
Nach der Schule habe ich mich mit viel Kopfzerbrechen für ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur entschieden. Dadurch entdeckte ich zum einen meine Begeisterung für die Kultur, zum anderen traf auch meine Studienwahl, da eine meiner Kolleginnen ebenfalls das Fach Sozialwissenschaften studiert hatte. Im Studium musste ich dann ein Pflichtpraktikum absolvieren, in dem es mich wieder in Richtung Freiwilligendienste gezogen hat. Durch Zufall stolperte ich über die Stellenausschreibung eines Trägers und bewarb mich kurzerhand. Damals hatte ich noch keine Ahnung, was damit alles zusammenhängen würde. Denn durch dieses Praktikum kam ich an meinen Nebenjob als Seminarassistentin. Dabei habe ich nicht nur eine Tätigkeit gefunden, die mir wirklich Spaß macht, sondern auch eine gute Freundin kennengelernt, mit der ich nun zusammen in einer WG in Frankfurt wohne.
Obwohl ich sehr glücklich über das alles bin, frage mich manchmal, wohin es mich verschlagen hätte, wenn ich mich an irgendeinem Punkt anders entschieden hätte. Vermutlich hätte ich dann ein anderes Fach in einer anderen Stadt studiert, hätte andere Praktika gemacht und dadurch andere Erfahrungen gesammelt und schließlich auch ganz andere Menschen kennengelernt.
All das zeigt mir aber auch, dass es vielleicht ganz gut ist, einfach darauf zu vertrauen, dass sich alles schon irgendwie ergibt. Und dass es manchmal nicht sinnvoll ist, die kommenden Jahre bereits im Voraus detailliert planen zu wollen, weil es häufig dann eben doch anders kommt als erwartet.

Autor: Franziska  |  Rubrik: studium  |  Aug 28, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: studium
Aug 28, 2019

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FOMO – Fear of missing out

FOMO ist die Abkürzung für “Fear of missing out” und bedeutet übersetzt so viel wie: „die Angst, etwas zu verpassen”. Ein ganz simples Beispiel dafür ist die Angst, die coolste Party oder den traumhaftesten Sommerurlaub zu verpassen. Was wenn es der beste Abend des Jahres wird und ich genau den verpasse? Was wenn alle meine Freunde dort sind und ich am nächsten Morgen auf Instagram sehe, was ich alles verpasst habe? Dieses Gefühl und diese Angst kennt ihr vielleicht auch. Niemand verpasst gerne etwas. Bei mir bezieht sich das auch auf Praktika oder Karriereschritte. Wenn ich mitbekomme, dass jemand ein besonders interessantes oder spannendes Praktikum gemacht hat, frage ich mich, ob ich das auch hätte machen sollen. Ist es schlimm, dass ich einen bestimmten Bereich noch nicht abgedeckt habe? Hätte ich doch die Bewerbung schreiben soll? Reicht das was ich tue? Reiche ich?
Auf Karriere-Plattformen wird ständig aktualisiert, welches Erfolgserlebnis man wo verbuchen konnte. Es sollten bitte nicht zu große Pausen zwischen den Praktika sein und natürlich ständig neue dazukommen. Klar generiert das auch einen gewissen Druck. Wenn ich merke, ich bekomme wieder diese Selbstzweifel und Ängste, dann setze ich meine eigene Strategie zur Bewältigung ein. Tief durchatmen, meine eigenen Erfolge aufzählen und daran denken, dass andere die gleichen Ängste haben. Was mir am meisten geholfen hat, ist ehrlich zu sein. Ich rede ehrlich mit anderen über Praktika und tausche mich aus. Wie oft kommt es vor, dass Hochglanzpraktika in Wahrheit ziemlich bescheiden und langweilig sind, aber keiner darüber reden will? Der Schein soll ja schließlich gewahrt werden. Dagegen hilft wirklich nur Reden, Reden und Reden! Für mich hat wahre Größe, wer auch mal von negativen Praktika und Erfahrungen erzählen kann statt alles zu tun, um die Fassade zu wahren und perfekt zu wirken. Das habe ich mir auf die Fahne geschrieben und damit fahre ich deutlich besser.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Aug 23, 2019