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Bachelor live

Ein neues Kapitel

Ein bisschen ehrfürchtig betrete ich den Campus der Goethe-Universität Frankfurt – es ist die Woche vor Vorlesungsbeginn. Zuvor war ich erst ein einziges Mal hier um meinen neuen Studierendenausweis abzuholen. Noch habe ich keine Ahnung, was sich in den ganzen Gebäuden befindet, doch es gefällt mir gut. Die Gebäude sind umgeben von Grünflächen, Bäumen und Beeten, die den Unicampus fast wie einen Park aussehen lassen. Auf dem Campus herrscht bereits reges Treiben, die meisten Sitzgelegenheiten sind belegt und viele Studierende laufen in kleinen Gruppen über das Gelände. Die meisten Studenten, die sich jetzt schon auf dem Campus befinden, sind vermutlich Erstsemester, die an den Orientierungsveranstaltungen teilnehmen. Das ist nämlich auch der Grund, warum ich hier bin. Heute beginnt ein neues Kapitel! Das Gebäude, das ich suche, finde ich zum Glück schnell: Das Hörsaalzentrum befindet sich in der Mitte des Campus. Als ich den Hörsaal betrete, in dem die Begrüßung für alle Master-Erstsemester des Fachbereichs der Gesellschaftswissenschaften stattfindet, schaue ich mich um. Keines der Gesichter kommt mir bekannt vor, aber damit habe ich schon gerechnet. Nach der zentralen Begrüßung werden wir in Kleingruppen eingeteilt. Mit meiner Gruppe werde ich in den folgenden Tagen das Programm der Orientierungswoche gemeinsam absolvieren. So wird es uns zum Glück sehr einfach gemacht, neue Bekannt- und Freundschaften zu knüpfen! Wir spielen Kennenlernspiele, werden über den Campus und durch die Fachbereichsbibliothek geführt, erstellen gemeinsam unsere Stundenpläne, trinken zwischendurch in der Caféteria einen Kaffee und essen mittags zusammen in der Mensa. Außerdem gibt es verschiedene Infoveranstaltungen und Fragerunden mit Mentoren aus den höheren Semestern, die sehr hilfreich und informativ sind. Daneben findet eine Messe statt, bei der sich sämtliche Institutionen, Initiativen und Einrichtungen der Uni und in Frankfurt vorstellen. Die Abende verbringen wir ganz entspannt in den Frankfurter Kneipen oder dem Studierendencafé auf dem Campus. Nach der Orientierungswoche freue ich mich richtig auf das neue Semester! Ich bin gespannt, was mich an der neuen Uni noch erwartet.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 21, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
Oct 21, 2019

Bachelor live

Goldene Wiesn

Meine liebste Jahreszeit ist der Herbstanfang. Wenn die Blätter schon anfangen bunt zu werden und der letzte Rest Sommer noch durch die Äste scheint – da fühle ich mich allgemeinhin am wohlsten. In meinem Wohn- und Studienort München allerdings, wird diese Idylle jedes Jahr durch ein brachiales Ereignis unterbrochen: das Oktoberfest. Millionen von Menschen strömen innerhalb von drei Wochen auf die Theresienwiese, die U-Bahnen sind komplett überfüllt und der Massentourismus kleidet sich in den Deckmantel der Tradition – er trägt Lederhosn und Dirndl. Ich selbst wohne in unmittelbarer Reichweite all dessen. Wenn also in den Zelten das Bier strömt, dann weiß ich, es ist Zeit für mich, diese sonst zu schöne Stadt zu verlassen.
Deshalb habe ich mir zwei Wochen Urlaub verschrieben. Wenn ich Leuten davon erzähle, dass ich mir im Oktober vierzehn Tage Pause gönne, staunen die meisten sehr und sind überrascht. Dann berichte ich von meinen vergangenen Wochen und Monaten, dass ich seit Mai auch an den Wochenenden quasi durchgearbeitet habe und jetzt, am Ende dieses Sommers, selbst ziemlich am Ende bin.
Seit Juli habe ich zwei Dokumentarfilm-Projekte gedreht, eines davon fertig geschnitten und nebenher noch für meinen Nebenjob kleinere Sachen gedreht. Insgesamt war das für mich ein noch nie da gewesenes Pensum. Es hat mir alles große Freude bereitet, aber Energie hat es natürlich trotzdem gezogen. Mit meinen Kommilitonen habe ich ab und zu darüber gesprochen, dass man vor allem in unserem Bereich aufpassen muss, nicht zu viel zu machen. Tatendrang und eigenes Befinden lassen sich manchmal nicht leicht in Einklang bringen. Was das angeht, habe ich meine Grenze nicht überschritten, glaube ich. Aber für diese Gratwanderung habe ich in diesem Sommer ganz gute Messinstrumente ausgebildet und auch viel über mich selber gelernt.
So lautet eine alte und doch immer wieder neue Erkenntnis: Für mein Gemüt ist es besser, die Wiesn nicht zu betreten oder einfach gleich in den Urlaub ab zu düsen. Neue Energie für anstehende Aufgaben und Projekte lohnt es sich definitiv zu sammeln.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2019
Autor: Conny
Rubrik: studium
Oct 11, 2019

Bachelor live

Brillenschlange

Als ich von meinem Praktikum aus Zypern zurückgekommen bin, hatte ich einige Dinge, die ich erledigen wollte, bevor mein Pflichtpraktikum in Deutschland anfing. Auf der Liste stand auch: eine neue Brille zu kaufen. Ich habe zwar Kontaktlinsen, aber im Moment nerven sie mich total. Gerade wenn ich müde bin, habe ich gar keine Lust, sie morgens einzusetzen. Meine Brille mag ich zwar, aber manchmal finde ich es einfach ohne Brille schöner. Sobald ich in eine Bar gehe oder eine besondere Veranstaltung auf der Arbeit ansteht, habe ich mir in den vergangenen Monaten Kontaktlinsen eingesetzt, obwohl ich das eigentlich eher unangenehm finde.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, woran das liegt, und bin zu dem Schluss gekommen, dass auch Filme und Serien eine Rolle spielen. Wenn ich mir meine Lieblingstitel auf Netflix anschaue, gibt es dort keine einzige Hauptfigur, die eine Brille trägt. Manche setzen ab und zu mal eine Brille auf, entweder wenn sie besonders schlau wirken wollen oder wenn es schon spät ist und sie keinen Besuch mehr erwarten. In der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr das auf mich abgefärbt hat: Ich verbinde meine Brille total mit dem Klischee einer Brillenschlange – schlau und ein bisschen langweilig.
Auch spielt es wohl eine Rolle, ob die Brille im eigenen Umfeld etwas Normales ist: Als ich mein Auslandssemester in Taiwan gemacht habe, hatte ich ganz viele Freunde, die eine Brille trugen: Da war es plötzlich ganz normal. In meiner Zeit auf Zypern war das nicht so und ich habe wieder öfters zu den Kontaktlinsen gegriffen. In meiner Familie tragen alle Brillen: Wenn ich übers Wochenende zu meinen Eltern fahre, würde ich auch nie auf die Idee kommen, Kontaktlinsen zu benutzen.
Für die nächste Zeit habe ich mir vorgenommen, öfters meine Brille in Situationen zu tragen, in denen ich früher Kontaktlinsen eingesetzt habe. Wenn ich nicht mehr die Einzige sein will, die auch mit Brille auf der Nase feiern geht und die Brille eigentlich auch ganz cool findet, muss ich wohl den ersten Schritt machen.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 10, 2019