interaktiv

Bachelor live

Alles Neu

Autor:
Hannes

Rubrik:
orientieren

23.10.2019

Am Ende kommt immer alles anders als man denkt – dieses Sprichwort nehme ich aus dem letzten halben Jahr mit. Nachdem ich die Klausuren im ersten Semester Physik erfolgreich ablegte, hatte ich die Bestätigung, dass ich intellektuell dazu fähig bin, so einen anspruchsvollen Studiengang zu studieren. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, schmiedete ich also neue Pläne. Meine WG, in der ich bislang nur zur Zwischenmiete gewohnt hatte, bot mir einen richtigen Mietvertrag an, den ich annahm. Der Stromvertrag, der bislang auf meinen Vormieter angemeldet war, ging nun auf mich über. Und Überlegungen, mich ehrenamtlich zu engagieren, begann ich allmählich in die Tat umzusetzen.
Kurzum: Ich begann mich in Jena wohnlich einzurichten und mich auf längere Sicht zu binden. Als das neue Semester begann, kamen wieder die altbekannten Sorgen des Studierens. Wie soll ich das jemals alles verstehen? Wann mache ich all meine Hausarbeiten? Und in welche Vorlesung lohnt es sich zu gehen? Im ersten Semester konnte ich diese Fragen noch mit dem Schwung des Ersti-Daseins beantworten: So lange durchlesen, bis es verstanden ist und zur Not in der Nacht noch Übungen rechnen. Doch jetzt, im zweiten Semester, sorgte meine schwindende Motivation dafür, dass ich diese Fragen nicht mehr so voller Elan beantworten konnte. Ich erwischte mich immer öfter dabei, mich in Vorlesungen nur noch berieseln zu lassen, statt das Gesagte wirklich zu hinterfragen und verstehen zu wollen. Je weiter das Semester vorrückte, desto weniger verstand ich. Selbst wenn ich Aufgaben jetzt selbst hätte lösen wollen, wäre es mir nicht gelungen. Ich befand mich also in einer ziemlichen Zwickmühle. Einerseits hatte ich mich in Jena jetzt erst so richtig eingelebt, andererseits würde ich mit meiner derzeitigen Motivation in den Prüfungen scheitern. In der Mitte des Semesters zog ich also die Reißleine. Zum Glück hatte ich in meinem Hinterkopf noch einen Plan B und dieser lautete: Forstwissenschaften. Ich weihte meine Freunde, meine Eltern und meine Vermieterin (der ich eigentlich unterschrieben hatte, mindestens ein Jahr ihre Wohnung zu mieten) in meine Entscheidung ein. Auch wenn mein Plan B nicht bei jedem auf Begeisterung stieß, sicherten mir am Ende alle ihre Unterstützung zu. Ein neuer Abschnitt konnte beginnen.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.