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Bachelor live

FH oder Uni?

Der Hochschulstandort Weihenstephan zeichnet sich durch eine seltsame Eigenschaft aus: Er besitzt eine Art von Studiengangsdualismus, den es sonst nur selten gibt. Neben dem Wissenschaftscampus (oder wie es künftig heißen soll: School of Life Sciences) der Technischen Universität München (TUM) gibt es noch die Fakultäten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Beinahe jeden Studiengang, der bei uns an der Uni angeboten wird, kann man so oder so ähnlich auch an der Fachhochschule studieren. Lediglich die Namen sind anders. Da heißt es zum Beispiel Agrarwissenschaften einerseits und Landwirtschaft andererseits. Oder Brauwesen beziehungsweise Brau- und Getränketechnologie.
Ich persönlich habe mich für Forstwissenschaften und Ressourcenmanagement an der TUM entschieden. Im Wesentlichen war meine Entscheidung von einer einzigen Überlegung geprägt. Ich wollte nach dem Studium möglichst viele Optionen offen haben. Und da ich im Vorfeld von verschiedenen Quellen gehört hatte, das man an einer Fachhochschule sehr auf den Dienst als Revierförster vorbereitet werden würde und es demzufolge schwer haben könnte zum Beispiel weiter in der Forschung zu verbleiben, fiel mir meine Wahl dann nicht sonderlich schwer. Und trotzdem erwischte ich mich dabei, wie ich immer wieder ein wenig eifersüchtig den Geschichten der „FH-Förster“ lauschte. Ihr enormer Praxis-Bezug sorgt dafür, dass sie mehrmals die Woche in den Wald gehen. Wenn ich mit meinem Mitbewohner plauschte, der mir hauptsächlich davon erzählte, Knospen gemeinsam zu bestimmen, musste ich regelmäßig mit den Achseln zucken, während bei ihm die lateinischen Namen der Bäume wie aus der Pistole geschossen kamen.
Das Ganze war aber auch wenig verwunderlich – die TUM-Fakultät verfolgte einen ganz anderen Ansatz mit uns. Statt ständig mit der konkreten Anwendung konfrontiert zu werden, sollten wir vielmehr die Grundlagen erlernen, um später dann auf einer breiten Wissensbasis Entscheidungen treffen zu können. So musste ich mich jetzt im ersten Semester durch Vorlesungen wie Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre quälen. Auch die Module zur organischen und allgemeinen Chemie waren mir eher lästig: Und doch: die interessanten Veranstaltungen wie zum Beispiel Holzbestimmung, zoologischen Systematik oder Forstgeschichte sorgten dafür, dass ich meine Entscheidung auf keinen Fall bereue.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 3, 2020

Bachelor live

Die ersten Tage

Pünktlich am Sonntag vor Beginn des Semesters, kam ich in Freising mit Fahrrad und Wanderrucksack an.
Da meine WG zehn Kilometer außerhalb von Freising liegt und der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Bayern vor allem sonntags mehr als bescheiden ist, blieb mir nichts anderes übrig, als mein Gepäck zu schultern und mich mit dem Rad durch die Wälder zu schlagen. Doch jammern half nichts, tatsächlich hatte ich mich darauf schon eingestellt. Ich wollte von nun an sogar jeden Tag den Weg zur Uni mit dem Drahtesel zurücklegen.
Verschwitzt erreichte ich schließlich mein Ziel. Von meinen neuen Mitbewohnern kannte ich bislang nur drei vom WG-Casting, die anderen sechs lernte ich jetzt kennen.
Ein bunter Haufen hatte sich da zusammengefunden. Die Studiengänge reichten von Landschaftsarchitektur über Brauwesen bis hin zu Agrarwissenschaften. Mein größtes Glück jedoch war Torid: Im Laufe unseres ersten Gespräches stellte sich heraus, dass auch sie Forst-Ersti war, genau wie ich! Mein Vorhaben, jeden Tag zur Uni zu radeln, verpuffte damit, denn ihr Auto dient mir seither als Taxi.
Den restlichen Sonntag verbrachte ich damit, mein Bett aufzubauen, Umzugskartons auszupacken und mich nochmal kräftig auszuschlafen.
Die ersten Wochen des Studiums waren geprägt von allerlei Einführungsveranstaltungen und einem fortdauernden Angebot an Abendveranstaltungen, um uns verschüchterte Erstis aus der Reserve zu locken.
Und mit Erfolg: Bald schon hatte ich den ein oder anderen, bayrisch „Spezl" genannten Freund gefunden – Bekanntschaften, die sich bis zum heutigen Tage fortsetzen und vertiefen.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2019

Bachelor live

Die Live-Show

Im Zuge der technischen Ausbildung an der Filmhochschule muss jeder Jahrgang innerhalb von drei Tagen eine Live-Sendung umsetzen. Da ich dieses Pflichtseminar im vergangenen Jahr verpasst habe, musste ich es in dieses Jahr nachholen. Der gesamte Jahrgang wurde in drei Gruppen von circa 15 Leuten unterteilt, die jeweils eine eigene Live-Show umsetzen sollten. Hierzu gab es drei Vorbereitungstermine, in denen der allgemeine Ablauf einer solchen Produktion erklärt wurde. Anschließend machten wir ein Brainstorming, welches Thema wir behandeln könnten. Unsere Gruppe entschied sich relativ schnell dazu, eine satirische Sendung zu inszenieren, in der Verschwörungstheoretiker auftraten, um für ihre Idee Forschungsgelder zu gewinnen.
Dabei sollte die ganze Sendung vor und hinter der Kamera mit Studierenden besetzt werden. Von den Gästen bis zur Regie wurde alles von uns selbst übernommen, wobei wir natürlich professionelle Unterstützung erhielten von Leuten, die regelmäßig große TV-Sendungen ausrichten. Ein TV-Studio, wo die Sendung stattfinden konnte, gibt es bei uns in der Hochschule und auch einen dazugehörigen Live-Regie-Raum.
Nach einer Einführung in die Studiotechnik wurden am ersten Tag der Produktion die Aufgaben ausgelost. Die einzigen Posten, die vorher feststanden, waren die Darsteller vor der Kamera und die Szenenbildnerinnen, die bereits den Aufbau im Studio vorbereitet mussten.
Ich war verantwortlich für den Ton im Studio und assistierte an der Kamera als Kabelhilfe. Konkret sahen meine Aufgaben also so aus, dass ich unsere drei Darsteller mit Ansteckmikrofonen verkabelte sowie bei den Proben und der Aufzeichnung einer Kamerafrau dabei half, nicht über Kabel oder sonstiges zu stolpern.
Insgesamt probten wir den Durchlauf der Sendung fünf Mal, bevor wie am dritten Tag die Live-Aufzeichnung machten. Bis dahin mussten Einspieler gedreht und geschnitten sein und jeder wissen, was er zu tun hatte. Die Generalprobe lief zum Glück nicht allzu gut. Es gab Probleme im Ton und einige Texthänger. Gemäß dem alten Theateraberglauben, konnte einer guten Sendung also nichts mehr im Wege stehen. Und so war es auch. 17 Minuten dauerte der finale aufgezeichnete Durchlauf und er war so gut wie keine Probe davor. Mir machte es großen Spaß, eine solche Sendung umzusetzen.