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Bachelor live

Technik vs. Medienwissenschaft

In meinem Diplomstudium an der Filmhochschule in München belege ich neben meinen studiengangspezifischen Seminaren auch Grundlagenkurse, die für alle verbindlich sind. Das ist zum einen die Abteilung Medienwissenschaften, bei der man vor allem Vorlesungen zur Filmgeschichte und zu Medientheorie besucht. Und zum anderen gibt es Kurse von der Abteilung Technik. Hier erhalten wir sowohl theoretischen als auch praktischen Input, zum Beispiel in den Bereichen Kamera, Licht, Ton, Schnitt. In den ersten beiden Jahren bis zum Vordiplom, im sogenannten Grundstudium, müssen wir beides verpflichtend besuchen. Dies hat den Sinn, allen Studierenden egal welchen Fachs, Grundkenntnisse in beiden Bereichen zu vermitteln. Eine gewisse Basis in Theorie und Technik ist beim Filmemachen nie von Nachteil.
Mein Vordiplom habe ich nun im fünften Semester erhalten und bin damit im Hauptstudium angekommen - Halbzeit! Einen großen Vorteil, den das mit sich bringt ist, dass ich ab jetzt weniger Lehrveranstaltungen habe und mir diese auch freier aussuchen darf. Unter anderem müssen wir uns nun auf eine der beiden Grundlagenabteilungen spezialisieren: Technik oder Medienwissenschaften Meine Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht und sie bis auf den letzten Tag hinausgezögert. Mich hätte beides sehr interessiert. Was die Technik angeht habe ich auf jeden Fall noch Ausbaumöglichkeiten, auch wenn meine Leistungen bisher ziemlich gut waren. Beim Abschluss ist man in der Technik relativ frei, denn man kann ihn durch verschiedene technische Experimente und Projekte erreichen. Im Bereich der Medienwissenschaften müssen wir eine wissenschaftliche Arbeit schreiben. Das Thema ist hier frei wählbar, dazu gibt es dann Exkursionen und Seminare. Ich entschied mich letztendlich für Medienwissenschaften.
Über das Filme schauen bin ich zum Filmemachen gekommen und schätze die Inspiration aus den Filmen und der Literatur, die wir behandeln, sehr. Die Spezialisierungsseminare beginnen erst im Frühjahr, aber ich bin jetzt schon sehr gespannt darauf, was mich dort erwartet.

Autor: Conny   |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2020

Bachelor live

FH oder Uni?

Der Hochschulstandort Weihenstephan zeichnet sich durch eine seltsame Eigenschaft aus: Er besitzt eine Art von Studiengangsdualismus, den es sonst nur selten gibt. Neben dem Wissenschaftscampus (oder wie es künftig heißen soll: School of Life Sciences) der Technischen Universität München (TUM) gibt es noch die Fakultäten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Beinahe jeden Studiengang, der bei uns an der Uni angeboten wird, kann man so oder so ähnlich auch an der Fachhochschule studieren. Lediglich die Namen sind anders. Da heißt es zum Beispiel Agrarwissenschaften einerseits und Landwirtschaft andererseits. Oder Brauwesen beziehungsweise Brau- und Getränketechnologie.
Ich persönlich habe mich für Forstwissenschaften und Ressourcenmanagement an der TUM entschieden. Im Wesentlichen war meine Entscheidung von einer einzigen Überlegung geprägt. Ich wollte nach dem Studium möglichst viele Optionen offen haben. Und da ich im Vorfeld von verschiedenen Quellen gehört hatte, das man an einer Fachhochschule sehr auf den Dienst als Revierförster vorbereitet werden würde und es demzufolge schwer haben könnte zum Beispiel weiter in der Forschung zu verbleiben, fiel mir meine Wahl dann nicht sonderlich schwer. Und trotzdem erwischte ich mich dabei, wie ich immer wieder ein wenig eifersüchtig den Geschichten der „FH-Förster“ lauschte. Ihr enormer Praxis-Bezug sorgt dafür, dass sie mehrmals die Woche in den Wald gehen. Wenn ich mit meinem Mitbewohner plauschte, der mir hauptsächlich davon erzählte, Knospen gemeinsam zu bestimmen, musste ich regelmäßig mit den Achseln zucken, während bei ihm die lateinischen Namen der Bäume wie aus der Pistole geschossen kamen.
Das Ganze war aber auch wenig verwunderlich – die TUM-Fakultät verfolgte einen ganz anderen Ansatz mit uns. Statt ständig mit der konkreten Anwendung konfrontiert zu werden, sollten wir vielmehr die Grundlagen erlernen, um später dann auf einer breiten Wissensbasis Entscheidungen treffen zu können. So musste ich mich jetzt im ersten Semester durch Vorlesungen wie Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre quälen. Auch die Module zur organischen und allgemeinen Chemie waren mir eher lästig: Und doch: die interessanten Veranstaltungen wie zum Beispiel Holzbestimmung, zoologischen Systematik oder Forstgeschichte sorgten dafür, dass ich meine Entscheidung auf keinen Fall bereue.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Jan 3, 2020

Bachelor live

Die ersten Tage

Pünktlich am Sonntag vor Beginn des Semesters, kam ich in Freising mit Fahrrad und Wanderrucksack an.
Da meine WG zehn Kilometer außerhalb von Freising liegt und der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Bayern vor allem sonntags mehr als bescheiden ist, blieb mir nichts anderes übrig, als mein Gepäck zu schultern und mich mit dem Rad durch die Wälder zu schlagen. Doch jammern half nichts, tatsächlich hatte ich mich darauf schon eingestellt. Ich wollte von nun an sogar jeden Tag den Weg zur Uni mit dem Drahtesel zurücklegen.
Verschwitzt erreichte ich schließlich mein Ziel. Von meinen neuen Mitbewohnern kannte ich bislang nur drei vom WG-Casting, die anderen sechs lernte ich jetzt kennen.
Ein bunter Haufen hatte sich da zusammengefunden. Die Studiengänge reichten von Landschaftsarchitektur über Brauwesen bis hin zu Agrarwissenschaften. Mein größtes Glück jedoch war Torid: Im Laufe unseres ersten Gespräches stellte sich heraus, dass auch sie Forst-Ersti war, genau wie ich! Mein Vorhaben, jeden Tag zur Uni zu radeln, verpuffte damit, denn ihr Auto dient mir seither als Taxi.
Den restlichen Sonntag verbrachte ich damit, mein Bett aufzubauen, Umzugskartons auszupacken und mich nochmal kräftig auszuschlafen.
Die ersten Wochen des Studiums waren geprägt von allerlei Einführungsveranstaltungen und einem fortdauernden Angebot an Abendveranstaltungen, um uns verschüchterte Erstis aus der Reserve zu locken.
Und mit Erfolg: Bald schon hatte ich den ein oder anderen, bayrisch „Spezl" genannten Freund gefunden – Bekanntschaften, die sich bis zum heutigen Tage fortsetzen und vertiefen.

Autor: Hannes  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2019