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Bachelor live

Stürme dauern nicht ewig

Autor:
Noah

Rubrik:
studium

07.04.2020

Kennt ihr das, wenn man denkt, das Leben wäre gerade gegen einen? So fühlte ich mich, als ich die Note von meiner Klausur im Fach „Empirische Methoden“ zurückbekam. Während alle anderen Fächer wirklich gut liefen, war es hier etwas anders. Ich habe nämlich nicht bestanden. Was die Sache besonders ärgerlich gemacht hat, ist, dass mir nur ein Punkt zum Bestehen gefehlt hätte. Ermutigt von älteren Kommilitonen ging ich zur Noteneinsicht, um vielleicht noch den einen Punkt zu bekommen. Doch mein Professor hatte immer sehr gute Antworten auf meine Einwände und so ging ich dann mit Verständnis aber ohne den so dringend benötigten Punkt aus der Noteneinsicht. Nun ja, dachte ich mir, ein Zweitversuch ist keine Schande. So ging ich relativ ausgeglichen nach Hause in meinen Heimatort, um dort ein wenig zu entspannen und zumindest für kurze Zeit die Klausuren zu vergessen. Um das zu tun, ging ich in den Wald zu einem Jagdstand, den ich freundlicherweise mitbenutzen darf. Ich habe mich also auf dem Weg dorthin gemacht, hatte aber schon ein komisches Gefühl im Bauch, als ich überall die am Boden liegenden Äste gesehen habe. Es kam, wie es kommen musste, der Jagdstand, mein kleiner Naherholungsort, hatte bei den vielen Stürmen im Februar den Kürzeren gezogen und lag nun auch auf dem Waldboden. Die nächsten Tage ging die Suche nach einem Ersatz los. Währenddessen bekam ich von meinem Kommilitonen die Nachricht, dass manche Methodennoten nach oben korrigiert wurden, aber dreimal dürft ihr raten, welche Note unerbittlich bei 5,0 mit 49 Punkten gleich blieb. Diese Nachricht traf mich irgendwie härter, als ich dachte, denn ich hatte mich schon mit meinem Schicksal abgefunden. Doch als mir dann die kurz aufkeimende Hoffnung direkt wieder genommen wurde, hatte ich das Gefühl, dass alles gerade gegen mich ist. Das stimmt natürlich nicht. Aber manchmal kommen wir alle in Situationen, in denen wir nur das Schlechte sehen. Auch wenn es so scheint, man kann immer dankbar sein und nach vorne blicken. Diese Zeilen schreibe ich übrigens in einem neuen Jagdstand, der nur einem Steinwurf von meinem alten Jagdstand, entfernt ist.

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