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Bachelor live

Brillenschlange

Als ich von meinem Praktikum aus Zypern zurückgekommen bin, hatte ich einige Dinge, die ich erledigen wollte, bevor mein Pflichtpraktikum in Deutschland anfing. Auf der Liste stand auch: eine neue Brille zu kaufen. Ich habe zwar Kontaktlinsen, aber im Moment nerven sie mich total. Gerade wenn ich müde bin, habe ich gar keine Lust, sie morgens einzusetzen. Meine Brille mag ich zwar, aber manchmal finde ich es einfach ohne Brille schöner. Sobald ich in eine Bar gehe oder eine besondere Veranstaltung auf der Arbeit ansteht, habe ich mir in den vergangenen Monaten Kontaktlinsen eingesetzt, obwohl ich das eigentlich eher unangenehm finde.
Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, woran das liegt, und bin zu dem Schluss gekommen, dass auch Filme und Serien eine Rolle spielen. Wenn ich mir meine Lieblingstitel auf Netflix anschaue, gibt es dort keine einzige Hauptfigur, die eine Brille trägt. Manche setzen ab und zu mal eine Brille auf, entweder wenn sie besonders schlau wirken wollen oder wenn es schon spät ist und sie keinen Besuch mehr erwarten. In der letzten Zeit ist mir bewusst geworden, wie sehr das auf mich abgefärbt hat: Ich verbinde meine Brille total mit dem Klischee einer Brillenschlange – schlau und ein bisschen langweilig.
Auch spielt es wohl eine Rolle, ob die Brille im eigenen Umfeld etwas Normales ist: Als ich mein Auslandssemester in Taiwan gemacht habe, hatte ich ganz viele Freunde, die eine Brille trugen: Da war es plötzlich ganz normal. In meiner Zeit auf Zypern war das nicht so und ich habe wieder öfters zu den Kontaktlinsen gegriffen. In meiner Familie tragen alle Brillen: Wenn ich übers Wochenende zu meinen Eltern fahre, würde ich auch nie auf die Idee kommen, Kontaktlinsen zu benutzen.
Für die nächste Zeit habe ich mir vorgenommen, öfters meine Brille in Situationen zu tragen, in denen ich früher Kontaktlinsen eingesetzt habe. Wenn ich nicht mehr die Einzige sein will, die auch mit Brille auf der Nase feiern geht und die Brille eigentlich auch ganz cool findet, muss ich wohl den ersten Schritt machen.

Autor: Marie  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 10, 2019

Bachelor Live

Vorbei, vorbei

Es ist vorbei - Ich darf mich offiziell Bachelorette nennen und stolz auf meine mit 1,0 bestandene Bachelorprüfung sein. Für die Prüfung habe ich mir letzte Woche zwei Tage frei genommen und bin mit zitternden Knien nach Heidelberg gefahren. Die Fahrt und auch die Nacht bis zur Prüfung waren alles andere als angenehm. Die schlimmsten und größten Selbstzweifel nagten an mir und ich malte mir alle möglichen Horrorszenarien aus. In diesen wirklich unschönen Stunden habe ich mich bei einigen Freunden gemeldet um meine irrationalen Ängste zu teilen. Ich kann es nachvollziehen, dass es einige nicht ernst nahmen und mir gesagt haben ich soll mich zusammenreißen. Wirklich dankbar bin ich jedoch denen, die empathisch reagiert und mich aufgemuntert haben. In dieser Situation wusste ich auch, dass mir keiner helfen oder mir einen guten Ratschlag geben kann. Das brauchte ich auch gar nicht, sondern nur jemanden, der mir sagt, dass alles gut wird. Die Prüfung selber bin ich ziemlich nervös angetreten, aber durch meinen wirklich sehr sympathischen Betreuer konnte ich mich schnell sammeln und mit Wissen glänzen. Nach der Prüfung hatte ich das Gefühl endlich wieder atmen zu können. Die ganzen Wochen zuvor konnte ich durch das Praktikum und das Lernen wenig schlafen. Auf einmal war das alles vorbei und diese Last von meinen Schultern. Als mir mein Betreuer danach sagte, dass ich die Prüfung mit einer 1,0 bestanden habe, war das ein ziemlich gutes Gefühl. Mit dieser Nachricht im Rücken konnte ich mir dann auch die Muße nehmen, von Heidelberg und meinen dortigen Freunden Abschied zu nehmen und einen ersten Anflug von Traurigkeit zu verspüren. Es waren drei sehr intensive Jahre in dieser kleinen Stadt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 9, 2019
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Oct 9, 2019

Bachelor live

Bella Sardegna

Bevor das neue Semester und damit auch ein ganz neues Studium für mich beginnt, machten mein Freund und ich noch ein paar Tage Urlaub auf Sardinien. Auf Sonne, Strand und Meer hatte ich mich schon lange gefreut! Kaum waren wir im Hotel angekommen, bemerkte ich, dass ich meinen Personalausweis verloren hatte. Glücklicherweise hatte ich zusätzlich meinen Reisepass eingepackt, sodass ich mich trotzdem ausweisen und vor allem auch die Rückreise antreten konnte, ohne Ersatzpapiere beantragen zu müssen. Das war auch der Grund, weswegen ich mir erstmal nicht die Stimmung verderben lassen und den Urlaub trotzdem genießen wollte.

Davon, dass Sardinien die „Karibik Europas“ sein soll, wurde ich vor Ort sehr schnell überzeugt. Türkisfarbenes Meer und ewig lange Küsten konnten wir an vielen Stellen der Insel finden. Wir haben sehr viele, teils etwas versteckt liegende Strände besucht und waren immer wieder erstaunt darüber, wie klar das Wasser ist. Da Sardinien insgesamt sehr bergig ist, bieten sich zudem ziemlich beeindruckende Ausblicke auf die Klippen und das Mittelmeer. Wirklich abenteuerlich war allerdings das Autofahren auf Sardinien. Die Geschwindigkeitsbegrenzung im Straßenverkehr schien eher als Vorschlag, statt als Vorschrift wahrgenommen zu werden, denn so richtig hielt sich niemand daran. Stattdessen wurden wir sogar auf engen und steilen Serpentinen überholt, weswegen ich das ein oder andere Mal wirklich Sorge hatte, jeden Moment Zeugin eines Autounfalls werden zu müssen. Zum Glück war das nicht der Fall. Dafür kam ich kulinarisch voll und ganz auf meine Kosten: Pizza, Pasta, Eis und Kaffee gibt es auf Sardinien an jeder Straßenecke… was will man mehr?

 

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 8, 2019
Autor: Franziska
Rubrik: orientieren
Oct 8, 2019