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Bachelor live

Die Mischung macht‘s

Diesen Sommer habe ich vor allem damit verbracht, meinen Zweitjahresfilm an der Filmhochschule in München fertig zu stellen. Nachdem wir abgedreht hatten, ging es direkt in die Schnittphase. Das gesamte Material musste zunächst in ein schnittfähiges Format konvertiert und danach Bild und Ton miteinander synchronisiert werden.
Fünf Wochen sind von unserer Hochschule für diesen Schnittprozess vorgesehen. Hierfür durften wir mit einer professionellen Editorin zusammenarbeiten, die den Film mit uns schneiden sollte. Im Gebäude der HFF gibt es einige Einzelschnitträume mit richtigen Schneidetischen, Bildschirmen und Lautsprechern. Einer davon war also tagsüber unser Zuhause in diesem Sommer. Allein anderthalb Wochen verbrachten wir mit dem Sichten des Materials. Bis der fertige Schnitt Mitte September stand, verbrachten wir unzählige Stunden mit dem Anschauen, Diskutieren und Ausprobieren sämtlicher Ideen. Die Aufgabe lautete also aus vielen tollen Ideen, einen Konsens zu schaffen. Meiner Meinung nach ist uns das gut gelungen und ich bin tatsächlich sehr zufrieden mit dem Endprodukt. Natürlich hätten wir noch viel länger schneiden können. Fünf Wochen klingen ja erstmal nach viel Zeit, aber für einen fast 40-minütigen Dokumentarfilm war das schon eine sehr sportliche Aufgabe.
Außerdem drängte ein Anschlusstermin, auf welchen ich mich persönlich sehr freute. Da ich bei dem Projekt neben der Regie, vor allem den Ton übernommen habe, lag mir die Tonmischung ganz besonders am Herzen. Unsere Hochschule ermöglichte uns auch hier wunderbare Dinge: fünf Tage professionelle Tonmischung im Haus, natürlich inklusive Tonmeister. Aufgabe der Mischung ist es, den am Originalschauplatz aufgenommenen Ton für das Kino zu verbessern, zu ergänzen und technisch korrekt umzuwandeln. Hier werden also Störgeräusche entfernt, Töne aus dem Soundarchiv hinzugefügt und auch eine 5.1-Surround-Mischung erstellt. Im Kino hat man dadurch das Gefühl, dass die Geräusche nicht nur von vorne kommen, sondern auch von der Seite und von hinten. Außerdem nahmen wir sogenannte Foleys auf, sprich künstlich nachgemachte Töne wie zum Beispiel Schritte, Griffe oder Atmen, um unseren Film auf der Tonebene noch voller und detailreicher klingen zu lassen. Der Unterschied ist immens. Der Zuschauer ist noch näher an den Protagonisten dran und das ganze Geschehen wirkt viel realistischer. Für mich war die Haupterkenntnis unserer Tonmischung, dass es nicht nur ein technisch notwendiger Prozess beim Filmemachen ist, sondern hier wirklich noch kreativ Einfluss genommen werden kann auf das Endprodukt.

Bachelor live

Final Countdown

Donnerstag ist es soweit und meine Bachelorprüfung steht an. Es handelt sich absolut um keine Übertreibung, wenn ich sage, dass ich seit dem ersten Semester keine Lust auf diese Abschlussprüfung habe. Bachelorabschluss bedeutet für die allermeisten eine leidvolle Bachelorarbeit und im höchsten Falle folgt noch eine Verteidigung. Den tieferen Sinn einer Verteidigung kann ich noch nachvollziehen, schließlich gehört es zum akademischen Arbeiten auch dazu, seine Ergebnisse zu präsentieren und auf Nachfragen vorbereitet zu sein. Die meisten meiner Freunde mussten Ihre Bachelor-Arbeit nicht einmal vor einem Gremium verteidigen, sondern waren mit Abgabe der Arbeit durch. In meinem Fall ist das (leider) ganz anders. Mein Institut hat eine verpflichtende Bachelorprüfung am Ende des Studiums. Spätestens vier Wochen nach der erfolgreichen Abgabe der Bachelor-Arbeit wird jeder Absolvent von seinem Betreuer in einem mündlichen Test so ziemlich das gesamt Wissen des Studiums abgefragt. Der „Postkartentest“ besteht aus etwa 40 Fotos von Gemälden, Skulpturen, Architektur oder Kunsthandwerk und der Prüfling muss eine Datierung, Verortung und am besten noch den Künstler, die Epoche und die speziellen Merkmale des Werkes nennen. Leider handelt es sich dabei eher weniger um bekannte Beispiele wie die Mona Lisa oder die Sixtinische Kapelle, sondern um Nischenwerke. Weder kann ich den Sinn dieser Prüfung verstehen noch die Gründe, warum man die Absolventen mit so viel Druck entlassen muss. Eine Bachelorarbeit zu schreiben ist schon kein großer Spaß, aber im Hinterkopf diese Prüfung herumgeistern zu haben, macht es wahrlich nicht besser. Ich schaue mir momentan in jeder freien Sekunde alle möglichen Gemälde an und versuche mir die Dinge einfach so gut wie möglich einzuprägen. Donnerstagmittag ist dann der Spuk vorbei und ich könnte nicht glücklicher sein.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  Oct 1, 2019
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
Oct 1, 2019

Bachelor live

Wie geht es weiter?

Vor ein paar Monaten habe ich euch von meinen Plänen nach dem Bachelor erzählt. Ich habe mich dazu entschieden, direkt im Anschluss ein Masterstudium zu beginnen, weswegen ich mich an verschiedenen Universitäten für unterschiedliche Studiengänge beworben habe.
Für den Master in Sozialer Arbeit habe ich leider eine Absage bekommen. Die Begründung: der Bachelor im Fach Sozialwissenschaften qualifiziert nicht ausreichend für dieses Fach, trotz praktischer Arbeitserfahrungen im sozialen und pädagogischen Bereich. Damit ist eine meiner drei Optionen leider direkt ausgeschieden.
Dafür waren meine beiden anderen Bewerbungen erfolgreich, für Soziologie und Wirtschaftssoziologie habe ich einen Zulassungsbescheid bekommen. Und damit stand ich dann vor der Frage aller Fragen: Welches Studienfach ist das richtige? Da ich wirklich nicht gut darin bin, Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen, habe ich mich wochenlang mit dieser Frage herumgeschlagen, Vor- und Nachteile der beiden Fächer gegeneinander aufgewogen und mir die Vorlesungsverzeichnisse angeschaut. Tatsächlich fiel mir die Entscheidung am Ende dann aber gar nicht mehr so schwer. Meine Wahl fiel auf Soziologie!
Der Vorteil an Soziologie ist zum einen, dass es eine große Auswahl an Seminaren gibt. Zum anderen kann ich mich trotzdem auf die Wirtschaftssoziologie spezialisieren. Doch statt auf diesen Teilbereich der Soziologie festgenagelt zu sein, habe ich die Möglichkeit, noch einen weiteren Schwerpunkt zu setzen. Anfangs dachte ich, dass es wichtig ist, dass ich mich in meinem Masterstudium endlich auf eine klare Richtung festlege. Das Fach Soziologie ist allerdings wieder eher breit gefächert – doch genau das gefällt mir mittlerweile daran, da ich so mehrere meiner Interessen miteinander verknüpfen kann und keine vernachlässigen muss. Zudem kann ich mir für das Studium ein Praktikum anrechnen lassen und problemlos ein Auslandssemester integrieren – weitere Argumente, die mir bei meiner Entscheidung geholfen haben.
Im Oktober geht es los. Besonders gespannt bin ich auf die Orientierungswoche, da ich für das Masterstudium von Marburg nach Frankfurt gewechselt habe und ich bisher weder die Uni, noch meine neuen Kommilitonen kenne.

Autor: Franziska  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 27, 2019