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Geschichte und Philosophie

Ein morgendlicher Weg zur Uni

Die Haustür fällt ins Schloss. Vier mal halte ich mich mit der linken Hand am Geländer fest, um in der Drehung mit der Fliehkraft zu spielen. Ich ergreife mein Fahrrad, steige mit dem linken Fuß auf die Pedale, stoße mich mit dem rechten kräftig ab und schwinge mich so schon die ersten Meter rollend auf den Sattel. Der eisige Wind pfeift mir um die Ohren – der Rest ist gut eingepackt.

Auf meinem kurzen Weg auf der Straße komme ich an vier Bäckereien vorbei. Ich selber halte bei dem Obst- und Gemüseladen einer vietnamesischen Familie und kaufe große weiße Trauben, fast ein Kilogramm wiegen sie. Die kleine Frau lächelt mich an, legt die Tüte auf die Waage, schaut gar nicht hinein. Sie kennt mich und weiß, dass ich in den letzten Wochen jeden Morgen das gleiche in meine Tüte getan habe.

Kurz darauf biege ich in den Park ein. Kleiner, feiner Schotter knirscht und spritzt ab und zu gegen das Schutzblech. Kurz darauf fängt wieder der Asphalt an – die „Stadtautobahn für Fahrradfahrer“. Mein ganzer Weg zur Uni ist eine Parkdurchquerung. Die Ruhe und die Erhabenheit der großen Bäume lässt mich tiefer atmen, je nach Laune genieße ich den Anblick oder ich versinke in Gedanken – und keine Autos, die mich für die damit einhergehende Unaufmerksamkeit strafend überfahren.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Nov 2, 2010
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Nov 2, 2010

Geschichte und Philosophie

Mein Hiwi Büro

Die letzen hundert Meter vor dem GWZ (Geisteswissenschaftliches Zentrum) stehen Fahrräder über Fahrräder und irgendwo findet auch meines noch Platz. Dann ins Foyer, die Treppen hoch, nach rechts, nach links und nach rechts. Den Schlüsselbund aus der Hosentasche und ein Druck auf den Transponder. Ein hallendes Biep und ich kann mit doppelter Umdrehung der Sicherung die Tür zu meinem Büro öffnen.

Mütze auf den Tisch, Rucksack auf den Boden, vier Schritte zum Fenster und wieder frische Luft. Der Blick in die Krone einer herrlichen, sich schon verfärbenden Platane. Damit das Fenster nicht von alleine wieder zufällt, lehne ich die Schreibtischlampe dagegen. Mit der Fußspitze lege ich den Schalter des Stromverteilers um und klappe den Laptop auf. Der Drucker macht sich mit einem Surren und Brummen kurz bemerkbar und verstummt dann wieder. Ich gebe kurz unserer Sekretärin Bescheid, dass ich da bin. Sie meint, es gäbe noch nichts zu tun, vielleicht nachher einen Botengang.

Ihr Gesicht hellt sich auf, als ich ihr sage, dass ich auch noch einiges für die Uni zu tun habe, womit ich mich derweil beschäftigen werde. Ich nehme die Trauben mit zur kleinen Küche, fülle etwas Wasser in den Kocher, wasche und lege sie auf einen Teller. Ein Teebeutel in eine Tasse, das Wasser darüber und alles mit zurück ins Büro. Die Arbeit kann beginnen.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 25, 2010
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Oct 25, 2010

Geschichte und Philosophie

Student und Tutor

Ein geheimer Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Im Geschichtsstudium habe ich mich über den Mangel an Theorie geärgert und mir dann ausgemalt, all jenen, die noch an Helden, an Geschichtsschreibung im Sinne der „Ritter der Tafelrunde“ glauben, ihre Naivität auszutreiben. Tutor wollte ich werden und den Geschichtsstudenten eine Philosophie der Geschichte vermitteln.

Als ich vor ein paar Tagen meinen Hiwi-Vertrag erneuerte, stellte ich beglückt fest, dass meine Wünsche erhört wurden und, dass im Vertrag meine Tätigkeit nicht mehr als „studentische Hilfskraft“, sondern als „Tutor“ bezeichnet wurde, was einer Beförderung gleicht. Und zusätzlich acht statt fünf Wochenstunden. Gestern hatte ich die Gelegenheit, meinem Prof die Honneurs zu machen und meine Verbundenheit auszudrücken. Eine Geste, die ihm sichtlich gefiel.

Ich freue mich schon darauf, den Studenten, die unter Geschichte eine Chronologie, eine Reihe von Heldentaten großer Persönlichkeiten oder ähnliches sehen, in diesem Tutorium die Leviten zu lesen.

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Oct 18, 2010
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Rubrik: studium
Oct 18, 2010