Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Geschichte und Philosophie

Reise auf die Krim

Gut zehn Tage bin ich nun schon auf der Krim. Der erste Tramp nach Krakau verlief sehr gut. Die Straße ist gut ausgebaut und deswegen stark befahren – zumindest bis Krakau, danach nicht mehr. Ich war überrascht, wie viele Touristen in der Stadt waren. Die Art pauschaler Tourismus, der die ausgetretenen Pfade geht, gefällt mir nicht.

Naja, Krakau habe ich gleich hinter mir gelassen und mich mit dem Nachtzug nach Odessa aufgemacht. Als ich mich im Zug mit einigen Leuten unterhielt und sie erfuhren, dass ich ganz alleine nach Odessa wolle und dort sogar ein, zwei Tage zu verweilen vorhatte, waren sie überrascht und machten sich große Sorgen. Odessa, das sei nicht die Stadt für jemanden wie mich. Ketten würden einem vom Hals gerissen, Taschen aufgeschlitzt und nicht selten verschwände auch jemand. So schlimm erschien mir die Stadt nun gar nicht. Der Bahnhof war äußerst prächtig und die Hitze groß. „Auf dem Markt,“ sagt ein Sprichwort, „kann man alles kaufen, nur seine Großmutter nicht.“ Die Pracht, die Farben und die Gerüche schienen das zu bestätigen. Odessa erschien mir sehr mondän zu sein: Es gab viele Juweliere und mit Prunk protzende russische Touristen.

Die Züge auf die Krim waren alle ausgebucht, die Fähren nicht, dafür sind die aber jenseits meines Budgets. Deshalb entschied ich mich für einen Nachtbus, der abends losfuhr und am nächsten Vormittag ankommen sollte. Die ersten paar Stunden der Fahrt lief auf einem kleinen Bildschirm ein russischer Film: Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion – die Bösen gegen die Guten – eine ungewöhnliche Filmästhetik.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Sep 1, 2010
Autor:
Rubrik: studium
Sep 1, 2010

Geschichte und Philosophie

Entwurf eines schönen Studiums

Ich begeistere mich immer wieder für etwas Neues, am liebsten würde ich mich dann von morgens bis abends nur mit einer Sache beschäftigen und am nächsten Morgen genauso daran anknüpfen, mich dann mit Freunden, anderen Begeisterten und gerne auch mit Skeptikern auseinandersetzen. Nach der Lektüre mich mit einem Freund im Café treffen und meine Begeisterung mitteilen. Sie dabei nähren und wachsen lassen, hoffen, dass das Feuer überspringt, dass die Flammen neue, ungewöhnliche und besondere Farben erhalten. Um dann zu schreiben, Gedanken zu formen, zu bannen, Blätter, Stifte und Tastaturen zu bespielen.

Wie gerne würde ich mich manchmal also nur mit einer Sache beschäftigen, wie ein Besessener oder Goldsucher – alle meine Kräfte auf eine Hoffnung, auf eine Karte setzen, in der Konzentration aller Kräfte in eine Sache besonders tief eindringen, besonders eifrig und bedacht schürfen, alle Ströme zusammenballen – tief und tiefer dringen – durchdringen, spüren, wie Gedanken zu Sedimenten des Körpers werden, wie Seele zu Leib wird.

 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2010
Autor:
Rubrik: studium
Aug 26, 2010

Geschichte und Philosophie

Bauen, bauen, bauen — herrliche Stadt Leipzig mit (noch) nicht so schöner Uni

Leipzig ist eine herrliche Stadt, im Krieg weniger zerstört als andere vergleichbare Städte wie Frankfurt und Dresden. In der DDR war sie heimliche Hauptstadt mit verfallender architektonischer Pracht. Heute erstrahlt sie dank großzügiger Hilfe, dem Aufbau Ost, in beeindruckendem Glanz. Auch die Universität Leipzig gibt sich große Mühe und baut an allen Ecken und Enden, nicht zuletzt an dem großen Uni-Campus mitten in der Innenstadt.

Dort hatte bis in die fünfziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts ein prächtiger alter Bau gestanden, der der zweitältesten Uni Deutschlands gerecht wurde. Honecker und Co. haben ihn aber sprengen lassen, weil zerstören anscheinend leicht fällt. An dessen Stelle steht jetzt ein hässliches Gebäude der Karl-Marx-Universität mit großem Karl-Marx-Relief.

Das ist nun wieder weg, aber 40 Jahre Dogma und Doktrin haben 600 Jahre Tradition zu einer leeren Hülle werden lassen. Letztes Jahr hat die Uni ihr 600-jähriges Bestehen begangen und damit die großen alten Zeiten gefeiert. In Wirklichkeit ist sie aber nur 20 Jahre alt, da mit der Wende 1989 eine große Zäsur statt fand: Tausende Professoren und Dozenten wurden zum 1. Januar 1990 entlassen und durch solche aus dem Westen ersetzt.

Nun will sich die Uni mit ihrem Baueifer eine schöne Fassade schaffen – so etwas hat ja auch eine gewisse Anziehungskraft. Mit der Zeit wird Leipzig sich sicher noch profilieren können. Was ich hier schreibe, gilt natürlich in besonderem Maße für die Geisteswissenschaften – die Medizin und Naturwissenschaft waren von Dogma und Zensur natürlich nur sehr wenig betroffen. 

Autor:   |  Rubrik: studium  |  Aug 23, 2010
Autor:
Rubrik: studium
Aug 23, 2010