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Ausflug in die Unistadt Marburg

Autor:
Ferdinand

Rubrik:
studium

11.07.2017

Jüngst entdeckte ich wieder einmal die Schönheiten des eigenen Landes und unternahm eine Reise nach Hessen. Es war mein erster richtiger Besuch in Marburg – und ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde.
Die 73.000 Einwohner haben es gut hier. Die historische Oberstadt erreicht man mit einem Aufzug und dort angekommen, ist das Zeitreisegefühl perfekt – Fachwerk so weit das Auge blickt. Bemerkenswert ist, dass die historische Bausubstanz nicht nur von Anwälten gemietet wird oder Büros großer Unternehmen beherbergt, sondern dass in all den alten Häuschen, ja gar am Marktplatz, auch viele Studierende leben. Selbst am Landgrafenschloss – das keine Burg ist, wie der Name der Stadt vermuten lässt, und von dem man einen ganz hervorragenden Blick hat – prangt ein buntes Banner: „WG-Zimmer zu vermieten“.
Dass in Marburg jede Menge Studierende wohnen, merkt man allerorts in den Straßen. Einst war die Marburger Uni eine der ersten protestantischen im deutschen Raum; Marburg war eine reformierte Insel im katholischen Umland. Heute macht sich Marburg auch durch die linke Gesinnung der Bevölkerung einen Ruf, was sich zum Beispiel an Stickern an Ampeln, in Gesprächen oder in den Sprüchen auf der Bibliothekstoilettentür bemerkbar macht. Diese Uni-Bibliothek kann sich im Übrigen leider keineswegs mit der in Leipzig messen – es mangelt an Steckdosen und Beleuchtungen.
Neben den Studierenden der Uni, sind auch Blinde und Sehbehinderte eine große Gruppe unter den Marburgern. Das Klackern der Blindenstöcke auf dem Boden gehört hier zum Alltag. In der ganzen Stadt finden sich Blindenstreifen und zahlreiche Ampeln, um das Überqueren der Straßen zu erleichtern. An den Bushaltestellen erfährt man per Knopfdruck die aktuelle Uhrzeit und, wann der nächste Bus kommt. Die ortsansässige Blindenstudienanstalt ermöglicht Blinden und Sehbehinderten das Studieren. Auch an der Universität ist man auf sie eingestellt: Jeder dritte blinde Studierende in Deutschland studiert in Marburg. Und der Marburger Verein SSG Blista steht ganz oben in der Tabelle der Blindenfußball-Bundesliga.

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