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Endlich alles hinter mir

Ich habe grünes Licht bekommen: meine Doktormutter schrieb, dass ich die Arbeit jetzt veröffentlichen dürfe. Seltsam, aber in diesem Moment, der doch eigentlich denkwürdig war, empfand ich kaum etwas. Zwar kam ein befreiendes Gefühl, endlich alles hinter mir zu haben, aber kein übersprudelndes Glück. Auch verspürte ich nicht das Bedürfnis, alle möglichen Freunde anzurufen, um ihnen die frohe Botschaft mitzuteilen. Ich telefonierte kurz mit meinen Eltern, wobei Mama lauter jubelte als ich. Dann schrieb ich Lisa, meiner Assistentin und schlug vor, sie bald einmal zum Essen einzuladen – als kleines Dankeschön. Mein Freund Oliver saß im Zimmer nebenan, als ich die E-Mail meiner Doktormutter gelesen hatte und noch ein guter Bekannter hielt sich in der Wohnung auf. Logisch, dass auch diese beiden sofort informiert waren. Aber ansonsten … Niemand. Nichts. Ich wollte einfach für mich sein, das Ergebnis in mir nachklingen lassen. Anschließend gönnte ich mir eine mehrwöchige Auszeit. Zu lange, wie ich erkennen musste, als ich die Nutzungsrechte für die Bilder einholen wollte. Und feststellte, dass für die Veröffentlichung bei der Uni manche Dinge noch geändert werden mussten. Formales Zeug, beispielsweise war das Deckblatt neu zu gestalten. Aber jetzt ist auch das alles erledigt. Und tatsächlich fühle ich es nun, Freude und vor allem: eine riesige Erleichterung! Damit ist mein Blog bei Abi fast beendet. Und ich danke allen, die ihn unterstützt haben – in der Redaktion und draußen als Leser.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 7, 2020
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 7, 2020

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Gute Sprache - Teil 2

So blieb mir nur, bei meiner Doktormutter nachzufragen. Immerhin wollte ich die Arbeit verbessern und deshalb musste ich verstehen, was daran ungenügend wirkte. Bald atmete ich auf, denn der Schreibstil war nicht grundsätzlich zum Problem geworden. Meine Doktormutter fand, dass die Formulierungen sich uneinheitlich lesen würden und darin konnte ich ihr nicht widersprechen. Manche Teile meiner Dissertation hatte ich 2012 oder 2013 verschriftlicht, in einer frühen Phase der Ausarbeitung, die restlichen Seiten später ergänzt. Aber ich gehe nie so vor, dass Kapitel, die oben im Inhaltsverzeichnis stehen, auch zuerst geschrieben werden. Also entstand ein abwechslungsreicher Text, nicht unbedingt im besten Sinn. Und danach ist es mir, warum auch immer, nicht gelungen, dieses Gefälle noch zu glätten. Erst eine Rückmeldung meiner Doktormutter führt dazu, dass ich jeden Satz noch einmal kontrolliere. Und mein Sprachgefühl reift kontinuierlich, sodass mir heute im Ausdruck nicht mehr gefällt, womit ich im Sommer 2017 einverstanden war. Außerdem hilft die zeitliche Distanz. Ich bin weniger mit dem Text verbunden, wodurch mir sofort klar wird, was unverständlich bleibt. Erklären kann ich solche Schönheitsfehler auch. Denn ich habe mich, sobald es kompliziert wurde, dicht an den Formulierungen eines Autors gehalten, dessen Beitrag für mich wichtig war. Nur darüber konnte ich begreifen, was der führende Wissenschaftler sagen wollte und den Inhalt dann in meinen Worten wiedergeben.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 16, 2019
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 16, 2019

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Gute Sprache -Teil 1

Eine Doktorarbeit zu schreiben, hat mich in vielen Punkten herausgefordert. Wenn ich so darüber nachdenke, was das Schwierigste und Anspruchsvollste war, kommen mir aber vor allem zwei Situationen in den Sinn. Eine ganz am Anfang, als ich meiner Betreuerin ein Konzept vorlegte, worüber ich gerne schreiben würde. Zumindest glaubte ich, es wäre ein Konzept. Doch sie konnte es nur verwerfen, weil meine Übersicht, nach ihren Erfahrungen, eher wirkte wie ein unsortiertes Durcheinander.
Da ist mir zum ersten Mal so richtig klar geworden, dass eine Dissertation viel mehr benötigt als vorher die Magisterarbeit. Trotzdem habe ich nicht aufgegeben, sondern weitergekämpft. Und später, nach Abschluss der ersten Version, meldete sich meine Doktormutter nochmals einschneidend zu Wort.
Inzwischen dachte ich, das Schlimmste überstanden zu haben, aber sie sagte – und schrieb es auch in ihrem Gutachten –, dass meine Arbeit sprachlich nicht überzeugen würde; was mich von den Füßen riss, immerhin bin ich, durch meine freiberufliche Tätigkeit als Lektorin, dauernd mit Ausdruck und Stil beschäftigt. Das ist meine höchste, meine beste Disziplin!
Also brauchte ich zwei bis drei Tage, um die Rückmeldung meiner Doktormutter zu verdauen und wieder handlungsfähig zu werden. Ich stand fast ein bisschen unter Schock.
In der Einschätzung, die der Zweitgutachter vorgelegt hatte, war allerdings keine Kritik zur sprachlichen Umsetzung zu finden. Im Gegenteil, hieß es bei ihm, dass mir die Arbeit – in dieser Hinsicht – gelungen wäre.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 28, 2019