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Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

18.06.2020

Vor langer Zeit habe ich angefangen, diesen Blog zu führen. Ich habe studiert, promoviert und konnte immer wieder erzählen, wie es mir als blinde Person damit ergangen ist. Immer wieder sind auch Lücken entstanden, weil ich nicht die Zeit gefunden habe, um zu schreiben oder mir kein passendes Thema eingefallen ist.

Trotzdem blicke ich heute, während ich die Universität verlasse, zufrieden zurück. Ich habe vieles erreicht und gleichzeitig wird mir bewusst, dass sich mittlerweile alles Mögliche verbessert hat: Inklusion ist stärker in den Vordergrund gerückt, sie ist Thema an Schulen und Universitäten; Politiker, Medien und Öffentlichkeit diskutieren darüber. Gemeinschaftlich wird nach Lösungen gesucht, um für behinderte Menschen einige Hürden aus dem Weg zu räumen.

In Erlangen, wo ich immatrikuliert war, ist ein Stützpunkt für blinde und sehbehinderte Studenten eingerichtet worden. Auch hat die Technik in der Zwischenzeit etliche Fortschritte gemacht. Damit will ich nicht sagen, dass längst schon alles geklärt und beantwortet wäre. Aber ich fühle mich doch zuversichtlich, was die blinden Studierenden von morgen betrifft oder von übermorgen.

Müsste ich wieder entscheiden, ob ich an einer Blinden-Einrichtung studiere oder ganz normal, wie die Sehenden auch, dann würde ich zum zweiten Mal denselben Weg gehen. Ich müsste kämpfen und hätte große Herausforderungen zu meistern. Aber ich weiß, dass es sich lohnt, weil man auf diesem Weg die meisten Perspektiven bekommt.

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